Wer bietet in der Schweiz ein Studium oder Weiterbildung als Hebamme an?

Vier Gründe, warum sich ein Studium oder eine Weiterbildung als Hebamme lohnt:

  • Ein Studium oder eine Weiterbildung verhelfen zu leitenden Positionen in einem Spital
  • Es handelt sich um eine Arbeit direkt mit den Menschen in ganz persönlichen Situationen
  • Nach der Weiterbildung ist es möglich, selbstständig zu arbeiten
  • Wer bereits den Beruf einer Hebamme erlernt hat, kann sich dem neuen Standard angleichen

Was ist ein / eine Hebamme?

Ein / eine Hebamme betreut während einer Schwangerschaft, zur Zeit der Geburt und danach im Wochenbett nicht nur die Mutter, sondern die gesamte Familie. Hierbei handelt es sich um eine anspruchsvolle, aber auch vielfältige, verantwortungsvolle und schöne Aufgabe mit verschiedenen Erfahrungen. Während der Betreuung gehören Geburtsvorbereitungskurse für Mütter und Paare, Beratung sowie die Schwangerschaftskontrollen zu den Tätigkeiten, die ein / eine Hebamme durchführen muss. Bei einer Geburt gehört zudem die Betreuung währenddessen und das Pflegen des Neugeborenen sowie der Mutter nach einer Geburt.

Hebammen arbeiten in der Regel allein und sollten daher ein fundiertes Wissen haben, auf das jederzeit zurückgegriffen werden kann. Ebenso müssen schwierige Situationen vor oder während einer Geburt erkannt werden. Unter Umständen muss in Eigenregie ein Arzt  / eine Ärztin hinzugezogen werden, damit ein eventuelles Risiko gemindert werden kann. Vor allem das Treffen von überlegten Entscheidungen und das Bewahren der Ruhe in schwierigen Situationen und hektischen Momenten sind die Grundlage für den Beruf des / der Hebamme.

Hierbei gibt es verschiedene Orte, an denen ein / eine Hebamme tätig sein kann. Entweder an flexiblen Arbeitsplätzen und frei praktizierend, in einer eigenen Praxis, in einem Geburtshaus, in dem mehrere Hebammen tätig sind oder in einem Spital. Dies ist ganz allein die eigene Entscheidung.

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Welche Möglichkeiten gibt es für ein Studium oder eine Weiterbildung in der Schweiz als Hebamme?

Nachdem sich die Ausbildung zur Hebamme im Jahr 2020 geändert hat und der Beruf nunmehr gemäss einer EU-Richtlinie nur noch über ein Studium erlangt werden kann, stellt sich die Frage, wo die benötigten Studienfächer angeboten werden. In der Schweiz gibt es das duale Studium Richtung Hebamme, das an verschiedenen Universitäten und Hochschulen angeboten wird. Zur Ausbildung gehören hier neben dem medizinischen Aspekt auch der soziale. So werden im Bachelorstudium auch verschiedene andere Grundlagen vermittelt. Dazu gehören beispielsweise Recht, Englisch, Ethik, Forschung, Statistik, Hygiene oder Mikrobiologie. Aber auch die spezifischen Wissensgrundlagen eines / einer Hebamme zu denen unter anderem Gynäkologie, Pädiatrie, Genetik, Neonatologie und Pharmakologie gehören.

Ein Hebammenstudium vermittelt also wissenschaftliches, theoretisches und praktisches Fachwissen rund um das Thema Schwangerschaft und Geburt und Familie. Etwa gehören die Themen Familienplanung, spätere Stillzeit und Wochenbett ebenfalls zum Fachbereich eines / einer Hebamme. Aber auch die Gesundheit der Mutter vor, während und nach der Geburt sind ein wichtiger Teil dieses Studiums zur Hebamme. Je nach Vorkenntnissen dauert ein Hebammenstudium zwischen zwei und vier Jahren Vollzeit. Praktikum und vorherige Ausbildung müssen hinzugerechnet werden. Das Studium zur Hebamme kann hierbei an allen Hochschulen und Universitäten mit medizinischem Fachbereich absolviert werden. Auch die Weiterbildung wird an diesen Unis angeboten.

Für wen eignet sich ein Studium oder eine Weiterbildung als Hebamme?

Wer sich gerne mit Menschen umgibt, gerne hilft und viel Empathie besitzt, kann das Studium zum / zur Hebamme anstreben. Hier sind verschiedene Charakterzüge empfehlenswert, um am Beruf gefallen zu finden. Denn manchmal ist es auch schwer, die Arbeit nicht zu nah an sich heranzulassen. Vor allem, wenn es Komplikationen bei einer Geburt gibt oder es zu einer Totgeburt kommt. So ist zwar Empathie gefragt, aber der Eigenschutz ist in einem solchen Fall ebenfalls sehr wichtig. Hebammen müssen während der Begleitung einer werdenden Mutter durch die gesamte Schwangerschaft und Nachsorge eine grosse Verantwortung übernehmen. Denn die Familien legen diese in die Hände einer geschulten Person, da sie selbst allein mit der Situation überfordert wären. So darf ein / eine Hebamme sich nicht scheuen, diese Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen, wie es in medizinischen Berufen immer der Fall ist.

So sehen die voraussetzbaren Eigenschaften eines / einer Hebamme wie folgt aus:

  • Einfühlungsvermögen
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Geduld
  • Zuverlässigkeit
  • Ausdauer
  • Kommunikation
  • Belastbar in psychischer und physischer Hinsicht
  • Flexibel im Denken und Handeln
  • Rasches Beobachten und Auffassen

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Leider ist es nicht mehr möglich, den Beruf der Hebamme ohne ein Studium zu erlangen. Für dieses werden allerdings weitere besondere Voraussetzungen gefordert. Denn bis 2019 gab es eine Ausbildung zum / zur Hebamme. Dennoch sind nicht nur Theorie und Fakten wichtig. Auch ein praktischer Teil muss vor oder während des Studiums für die vollständige Ausbildung gemacht werden.

Die Voraussetzungen für das Studium müssen ebenfalls gegeben sein. Denn nicht mit jedem Schulabschluss ist es möglich, den Titel des Bachelor of Science zu erwerben. So wird eine gymnasiale oder eine Fach- oder Berufs-Maturität vorausgesetzt. Ein Vorpraktikum, das eine Tätigkeit im Gesundheitswesen für mindestens zwei Monate im Gesundheitswesen beinhaltet, ist ebenfalls erforderlich. In manchen Fällen kann das Praktikum auch während des Studiums erfolgen. 

Ob man als Hebamme überhaupt geeignet ist, zeigt sich dann in der sogenannten Eignungsabklärung, die für den Studienbeginn vorliegen muss. Zudem werden gute Englischkenntnisse gefordert. Ein / eine Hebamme, die täglich mit vielen Menschen zu tun hat, muss zudem die in der Schweiz empfohlenen Impfungen nachweisen können. Dies ist nicht nur für den eigenen Schutz nötig, sondern auch den der ihm / ihr anvertrauten Menschen und Neugeborenen.

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