Wer bietet in der Schweiz ein Studium oder eine Weiterbildung in Archäologie an?

Vier Gründe, warum sich ein Studium oder eine Weiterbildung in Archäologie lohnt:

  • vielseitige Ausbildung mit Schwerpunkten nach Wahl
  • viel konzentrierte Einzelarbeit
  • vielfältige Berufsperspektiven nach dem Abschluss
  • der Einstieg in die Forschung und Lehre ist möglich

Was ist Archäologie?

Bei der Archäologie (griechisch: Lehre von den Altertümern) handelt es sich um eine Wissenschaft, die sich mit der kulturellen Entwicklung der Menschen beschäftigt. Die Disziplin hat bereits eine lange Geschichte. Die systematische Rekonstruktion vergangener Zivilisationen gründet auf die Renaissance und deren im 15. Jahrhundert erwachtes Interesse am klassischen Altertum. Johann J. Winckelmann (1717-1768) gilt als Begründer der Archäologie, wie Sie diese heute kennen. Anders als in der Alten Geschichte, in der der Fokus auf alte Schriftzeugnisse liegt, fokussiert sich die Archäologie auf materielle Hinterlassenschaften. So erhalten Archäologen / Archäologinnen einen einmaligen Einblick in das Alltagsleben früherer Gesellschaften. Analysiert werden zum Beispiel Werkzeuge, Kunstwerke, Gebäude und Bilder. Archäologen / Archäologinnen erhoffen sich, durch die umfassende Analyse der damaligen Alltagsgegenstände mehr über die Lebenssituation der Menschen sowie ihrer Denk- und Handlungsweisen zu erfahren. Auch die wirtschaftliche Situation sowie Glaubens- und Wertvorstellungen sind interessante Ansätze für Archäologen.

Die Archäologie versteht sich heute als kulturgeschichtliche Disziplin. Für die Beantwortung zentraler Fragen wurden eigene methodische Ansätze und Instrumente entwickelt. Mit diesen Tools können beispielsweise Dokumentationen, Rekonstruktionen und Interpretationen vorgenommen werden. Weil zahlreiche Gegenstände erst in ihrem ursprünglichen Verwendungskontext verstanden werden, sind archäologische Ausgrabungen eine wichtige Methode für den Erkenntnisgewinn. Neben Ausgrabungen kommen in der Regel parallel weitere Methoden zum Einsatz. Deshalb handelt es sich bei der Archäologie um eine Disziplin, in welcher Praxis und Theorie gleichberechtigt aufeinandertreffen.

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Welche Möglichkeiten gibt es für ein Studium oder eine Weiterbildung in der Schweiz in Archäologie?

Der Studiengang Archäologie ist heute in der Schweiz weit verbreitet. Das Studienangebot ist gross. In einem sechssemestrigen Bachelorstudiengang besuchen Sie als Studierender Ausgrabungsorte und befassen sich mit den materiellen Hinterlassenschaften der alten Welt, beziehungsweise mit den Artefakten menschlicher Existenz. Geografisch konzentrieren Sie sich dabei auf alte Kulturen, die es beispielsweise in Afrika, Asien und Europa gab. Sie beginnen mit den Anfängen der Gesellschaft und arbeiten sich vor bis zum Beginn der Neuzeit vor.

Am Anfang ihres Studiums lernen Studierende die methodischen Grundlagen ihres Studienfachs kennen. Dazu gehört unter anderem der Umgang mit Ausgrabungsfunden sowie die Durchführung von computergestützten Analysen. Mit moderner 3D-Technik können die Entwicklungen bestimmter Kulturen simuliert werden.

Im Bachelorstudiengang stehen die folgenden Inhalte auf dem Lehrplan:

  • klassische Archäologie
  • Ägyptologie
  • Ur- und Frühgeschichte
  • christliche Archäologie
  • römische Archäologie

In den höheren Semestern sind Spezialisierungen vorgesehen. Zur Auswahl stehen meist die folgenden Vertiefungen:

  • Siedlungsgeographie
  • Kunst
  • Urbanistik
  • Architektur
  • Sozial- und Militärgeschichte

Nach dem Bachelorabschluss können Absolvierende ins Berufsleben starten oder ein vertiefendes Masterstudium aufnehmen. Dabei haben Masterstudierende die Wahl zwischen verschiedenen Zeitaltern und Kulturen.

In der Schweiz werden auch einige Weiterbildungen im Bereich Archäologie angeboten. Besonders in den Städten ist das Angebot recht gross. Die Weiterbildungen sind in der Regel kostenpflichtig. Gegebenenfalls ist eine finanzielle Förderung möglich. Die Zulassungsbedingungen und Lehrinhalte können am besten direkt beim Studiensekretariat erfragt werden.

Grundsätzlich richtet sich die Weiterbildung an bereits berufstätige Personen, die sich Zusatzqualifikationen aneignen und ihren Horizont erweitern möchten.

Für wen eignet sich ein Studium oder eine Weiterbildung in Archäologie?

Um ein Studium der Archäologie aufnehmen zu können, müssen Sie in der Regel die Matura vorweisen können. Nur wenige Studiengänge in diesem Bereich sind zulassungsbeschränkt, weshalb der Einstieg ins Studium sehr leicht ist. Grundsätzlich müssen Bewerbende Lateinkenntnisse und Kenntnisse in Englisch und einer weiteren modernen Fremdsprache (zum Beispiel Spanisch oder Italienisch) vorweisen können. Sollte Ihnen dies nicht möglich sein, haben Sie die Möglichkeit, sich die geforderten Sprachkenntnisse während Ihres Studium anzueignen.

Wer sein archäologisches Studium erfolgreich und mit viel Spass absolvieren möchte, sollte sich für altertümliche Sprachen und längst vergangene Zeiten interessieren. Da Studierende der Archäologie viel Zeit alleine mit Fachliteratur in der Bibliothek verbringen, sollten diese ausdauernd und motiviert sein. Ein gutes Textverständnis und das Interesse sich mit teils schwer verständlichen alten Quellen auseinanderzusetzen, sollten ebenfalls vorhaben sein.

Nach dem Studium arbeiten nur wenige Absolvierende in der Feldforschung. Anders als viele vielleicht vermuten würden, eignet sich das Studium daher nur bedingt für Weltenbummler und Abenteuerlustige.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Beruf und Karriere

Absolvierende des Studienfachs Archäologie haben grundsätzlich viele berufliche Perspektiven. Voraussetzung für anspruchsvolle Tätigkeiten ist in der Regel ein guter Master Abschluss sowie eine Promotion. Wenn Sie eine Karriere an der Hochschule oder einer anderen Bildungseinrichtung anstreben, sollten Sie sich für Forschung und Lehre begeistern können. Auch hier ist eine Promotion unerlässlich.

Viele Absolvierende entscheiden sich für eine Tätigkeit in einem Archiv oder einem Museum. Dort entwerfen diese Konzepte und Ausstellungen. Auch die Betreuung von Materialsammlungen gehört zu den typischen Aufgaben als Museumsmitarbeiter.

Auch Forschungsinstitutionen und die öffentliche Verwaltung (zum Beispiel Denkmalbehörden) gehören zu den typischen Arbeitgebern von Archäologen. Andere Bereiche in denen ein Jobeinstieg nach der universitären Ausbildung oder der Weiterbildung möglich ist, sind:

  • das Kulturmanagement
  • der Journalismus
  • das Verlagswesen
  • das Grabungswesen
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