Wer bietet in der Schweiz eine Ausbildung oder eine Weiterbildung in Sozialbegleitung an?

Verschiedenste Einsatzmöglichkeiten findet man u. a. in

  • Migrationsarbeit
  • Behindertenarbeit und Menschen mit Handikaps
  • Psychiatriebereich und Menschen mit verschiedenen Erkrankungen
  • Senioren- und Altenbetreuung
  • Jugendarbeit
  • Arbeit mit sozial benachteiligten Menschen
  • und viele mehr

Warum ist eine Tätigkeit im sozialen Bereich interessant?

Die Tätigkeit in Sozialbegleitung besteht aus verschiedensten, sozialen Aufgabenfeldern. Das Berufsfeld ist sowohl gegenwärtig, als auch zukünftig in den unterschiedlichsten Sozialeinrichtungen, Institutionen, Behörden und Ämtern sehr präsent. 

Daher ist eine Aus- oder Weiterbildung als geprüfte Sozialbegleitung sehr zukunftssicher. Die diversen Tätigkeits- und Einsatzbereiche sind sehr breit gefächert und bieten viele verschiedene Möglichkeiten und Arbeitsorte. Die zertifizierte Ausbildung gibt der angehenden Fachkraft zusätzlich das gute Gefühl einer sinnvollen und sozialen Tätigkeit für Menschen mit verschiedensten Benachteiligungen und Handikaps.

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Wie genau sieht das Berufsbild und die damit verbundenen Aufgaben aus?

Das Berufsbild der Fachkraft in Sozialbegleitung ist in diversen Sozialeinrichtungen und Institutionen vertreten. Mitarbeiter als Sozialbegleitung sind in Einrichtungen für Menschen mit Handikaps und Behinderungen tätig und begleiten, betreuen und umsorgen diese Menschen. Sie führen Alltagsbegleitungen für Einzelpersonen oder Familien aus und betreuen Einwohner in begleiteten Wohneinrichtungen oder auf psychiatrischen Abteilungen. Auch in Obdachlosenunterkünften und -Betreuungsstellen findet man Mitarbeiter in Sozialbegleitung. Dort geben Sie Nahrungsmittel, Getränke, Hygieneartikel und Kleidung an Menschen ohne Obdach und sozial benachteiligte Menschen aus oder helfen bei der Vermittlung von Schlafstätten, Wohnungen oder der Arbeitsplatzsuche. Aber auch für die seelische Betreuung ist der Mitarbeiter in Sozialbegleitung zuständig, hört den Menschen zu und hat ein offenes Ohr für deren Probleme. Fachkräfte in Sozialbegleitung findet man auch in der Seniorenbetreuung im Altenheim oder anderen Einrichtungen für alte Menschen. Außerdem gibt es Einsatzmöglichkeiten als Sozialbegleitung in Frauenhäusern, in der Jugendarbeit, in der Arbeit mit psychisch auffälligen und erkrankten Jugendlichen und Erwachsenen, in der Bewährungshilfe und -betreuung oder Reimmigration nach der Entlassung aus einer Haftanstalt für strafrechtliche verurteilte Menschen. Nicht zuletzt sind Sozialbegleiter in der Flüchtlings- und Migrationsarbeit bei der Betreuung und Begleitung auf Behördengängen, der Stellung von Anträgen, dem Passverfahren oder der Integration in Asylunterkünften und dergleichen mehr tätig.

Welche Möglichkeiten der Aus- oder Weiterbildung gibt es in der Schweiz?

Die schulische Ausbildung bzw. Weiterbildung zur Fachkraft in Sozialbegleitung findet in zwei Stufen, dem Grund- und dem Vorbereitungslehrgang statt. 
Der Grundlehrgang der Weiterbildung zur Sozialbegleitung kann übersprungen werden, sofern eine Ausbildung zum Fachmann Betreuung bzw. Gesundheit mit bereits mindestens einem Jahr Berufserfahrung vorhanden ist. Er dauert ein Jahr und besteht aus 25 Unterrichtstagen und 175 Lektionen. 
Hauptbestandteile im Grundlehrgang sind Persönlichkeitsfindung und -festigung, Kommunikation und die Vorbereitung auf eine Tätigkeit im sozialen Bereich. 
Der Vorbereitungslehrgang dauert meist 2 Jahre und umfasst um die 60 Unterrichtstage und 450 Lektionen. Hier wird dem Studierenden hauptsächlich Fachwissen von Dozenten und Kenntnisse für die Vorbereitung zur praktischen Tätigkeit vermittelt.
Nach den jeweiligen Unterrichtssequenzen werden Lernkontrollen zur Überprüfung der Lernerfolge durchgeführt.
Sind sowohl Grund- als auch Vorbereitungslehrgang erfolgreich abgeschlossen besitzt man einen Zertifikatsabschluss zur Sozialbegleitung. Letztendlich folgt noch die Berufsprüfung zur Sozialbegleitung mit eidgenössischem Fachausweis. 
Die praktischen Erfahrungen und erhaltenden Kenntnisse und Fähigkeiten aus dem Praktikumsalltag werden regelmässig mit Dozenten besprochen und ausführlich analysiert. 
Das Aufnahmeverfahren besteht aus einem schriftlichem Aufnahmeantrag mit allen erforderlichen Unterlagen, darauf folgt in der Regel ein Aufnahmegespräch um die persönliche Eignung festzustellen und ein Assessmenttag um die Lernkultur zu vermitteln. Die Teilnahme am Assessmenttag ist obligatorisch. Nach der Aufnahmeentscheidung der Schule wird der Ausbildungsvertrag abgeschlossen. Nach erfolgter Unterzeichnung kann die Ausbildung beginnen.

Für wen eignet sich der Beruf des Mitarbeiters in Sozialbegleitung?

Der Beruf der Sozialbegleitung eignet sich in erster Linie für Personen mit bereits beruflichem sozialen Hintergrund, aber auch für Quereinsteiger und Branchenfremde, die in die soziale Arbeit in Einrichtungen, Behörden oder Ämtern einsteigen und tätig werden möchten. Voraussetzung ist ein hohes Mass an sozialem Engagement, Verständnis und Rücksicht in Hinblick auf sozial benachteiligte Menschen, Menschen mit Behinderung, Menschen anderer Herkunft, Rasse, Religion, Weltanschauung, gleichgeschlechtlicher Orientierung oder Personen mit strafrechtlichem Hintergrund. Auch Einfühlungsvermögen für Menschen in besonderen und schwierigen Verhältnissen, Lebenslagen oder Krisen muss gegeben sein. Die eigene Persönlichkeits- und Sozialkompetenz muss ebenso ausgeglichen und gefestigt sein, wie eine lösungsorientierte Handlungsfähigkeit und ruhiges und ausgeglichenes Auftreten in schwierigen Situationen. Eine durchdachte, saubere Ausdrucksweise in Wort und Schrift ist ebenfalls erforderlich. Die Bereitschaft und Motivation zur Nacht-, Feiertags- und Wochenendarbeit ist je nach Einsatzgebiet und Einrichtung für die Tätigkeit als Sozialbegleitung notwendig. Gute PC-Kenntnisse und Umgang mit gängigen Medien werden vorausgesetzt. 

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Ein Vorpraktikum in Sozialbegleitung zum Sammeln der ersten praktischen Erfahrungen und dem Kennenlernen des Arbeitsalltages ist auf jeden Fall empfehlenswert und ratsam. Möglichkeiten zum Absolvieren eines solchen Praktikums bieten beispielsweise Krankenhäuser, Tageseinrichtungen, Seniorenheime oder Jugendzentren. Der schulische Unterricht findet im Klassenverband bestehend aus maximal 20 Teilnehmern statt. Ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung ist das selbstständige Lernen in Gruppen mit dazugehörigen Lernkontrollen. Im praktischen Teil der Aus- bzw. Weiterbildung am Arbeitsort befindet man sich in Begleitung einer Fachperson, die dem Studierenden stets zur Seite steht. Die Ansprache "Sozialbegleitung" wurde aus Gründen der besseren Lesbarkeit gewählt, richtet sich aber ausdrücklich an beide Geschlechter und stellt keine Benachteiligung dar.

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