Das Wichtigste zur Matura in der Schweiz
Fachlich geprüft: August 2026
Die gymnasiale Maturität ist ein allgemeinbildender Abschluss der Sekundarstufe II in der Schweiz und eröffnet den allgemeinen Hochschulzugang. Sie kann über einen anerkannten gymnasialen Bildungsgang oder über die Schweizerische Maturitätsprüfung erworben werden. Erwachsene können die Matura nachholen und sich auf die Schweizerische Maturitätsprüfung an einer privaten Schule oder selbstständig vorbereiten.
Die gymnasiale Maturität ist ein allgemeinbildender Abschluss der Sekundarstufe II und bereitet in der Schweiz auf ein Hochschulstudium vor. Sie unterscheidet sich von der Berufsmaturität und der Fachmaturität. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI unterscheidet diese als verschiedene Maturitätstypen.
Gymnasiale Maturitätszeugnisse können kantonal oder schweizerisch anerkannt sein. Bund und Kantone regeln die schweizweite Anerkennung gemeinsam. Seit dem 1. August 2024 gelten die totalrevidierten Grundlagen des neuen Maturitätsrechts. Die Kantone setzen diese während einer Übergangsphase um. Die Schweizerische Maturitätskommission SMK prüft die kantonalen Gesuche um schweizerische Anerkennung.
Die gymnasiale Maturität ist nicht mit der Berufsmaturität gleichzusetzen. Diese verbindet eine berufliche Grundbildung mit einer erweiterten Allgemeinbildung und bildet einen eigenen Maturitätstyp.
Die gymnasiale Maturität eröffnet den allgemeinen Hochschulzugang. Mit einem schweizerischen oder schweizerisch anerkannten gymnasialen Maturitätsausweis ist grundsätzlich der direkte Zugang zu kantonalen Universitäten, Eidgenössischen Technischen Hochschulen und Pädagogischen Hochschulen möglich. Für ein Fachhochschulstudium können je nach Vorbildung und Studienbereich zusätzliche Zulassungsvoraussetzungen gelten.
Für einzelne Studiengänge können zusätzliche Zulassungsbedingungen gelten. Die gymnasiale Maturität ist deshalb nicht mit einer Garantie auf einen Studienplatz in jedem Studiengang gleichzusetzen.
Auch ohne gymnasiale Maturität gibt es unter bestimmten Voraussetzungen andere Wege an eine Hochschule.
Die gymnasiale Maturität kann auf zwei grundlegenden Wegen erworben werden: über einen anerkannten gymnasialen Bildungsgang oder über die Schweizerische Maturitätsprüfung.
Der klassische Weg führt über ein kantonales oder kantonal anerkanntes Gymnasium. Die Maturitätsausbildung dauert in der Regel vier Jahre. Die konkrete Ausgestaltung unterscheidet sich jedoch zwischen den Kantonen. So bestehen beispielsweise auch Langzeitgymnasien mit einer Ausbildungsdauer von sechs Jahren.
Auch die Aufnahmebedingungen legt jeder Kanton eigenständig fest. Für den Übertritt können beispielsweise Schulnoten, Aufnahmeprüfungen, Gesamtbeurteilungen oder Kombinationen daraus massgebend sein.
Der zweite Weg führt über die Schweizerische Maturitätsprüfung. Sie ermöglicht den Erwerb eines gymnasialen Maturitätsausweises, ohne zuvor einen anerkannten gymnasialen Bildungsgang besucht zu haben.
Erwachsene können in der Schweiz die gymnasiale Matura nachholen und einen gymnasialen Maturitätsausweis erwerben. Dafür bestehen insbesondere zwei Wege: der Besuch einer anerkannten gymnasialen Maturitätsschule für Erwachsene oder die Schweizerische Maturitätsprüfung.
Eine anerkannte gymnasiale Maturitätsschule für Erwachsene dauert gemäss EDK mindestens drei Jahre. Daneben kann der gymnasiale Maturitätsausweis über die Schweizerische Maturitätsprüfung erworben werden, ohne eine anerkannte Maturitätsschule zu besuchen.
«Matura für Erwachsene» bezeichnet dabei keinen eigenen Maturitätstyp. Entscheidend ist der Erwerb eines gymnasialen Maturitätsausweises.
Wer den Weg über die Schweizerische Maturitätsprüfung wählt, kann sich an einer privaten Maturitätsvorbereitungsschule oder selbstständig auf die Prüfung vorbereiten.
Die Vorbereitung auf die Schweizerische Maturitätsprüfung ist im Selbststudium möglich. Das SBFI schreibt für die Vorbereitung keine bestimmte Schule vor.
Kandidatinnen und Kandidaten können sich autodidaktisch vorbereiten oder eine private Maturitätsvorbereitungsschule besuchen. Der gewählte Vorbereitungsweg ändert die Anforderungen der Schweizerischen Maturitätsprüfung nicht.
Für das Selbststudium gibt es keine allgemein vorgeschriebene Vorbereitungsdauer. Massgebend für die Prüfung sind die geltende Prüfungsverordnung und die Prüfungsrichtlinien. Diese regeln unter anderem Prüfungsfächer, Bestehensnormen, Ziele, Prüfungsverfahren, Bewertungskriterien und Stoffprogramme.
Die Schweizerische Maturitätsprüfung ermöglicht Personen, die keine von Bund und Kantonen anerkannte Maturitätsschule besuchen, den Erwerb eines gymnasialen Maturitätsausweises. Die Prüfung wird durch die Schweizerische Maturitätskommission SMK angeboten und vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI organisiert.
Die Vorbereitung ist frei. Sie kann über eine private Maturitätsvorbereitungsschule oder autodidaktisch im Selbststudium erfolgen. Jährlich finden in den drei Sprachregionen je zwei Prüfungssessionen statt.
Die Prüfungsbedingungen und Anforderungen sind in der Verordnung über die schweizerische Maturitätsprüfung und in den Prüfungsrichtlinien geregelt. Das SBFI veröffentlicht zudem die aktuellen Anmeldetermine, Sessionsdaten sowie Anmelde- und Prüfungsgebühren.
Der teilweise verwendete Begriff «eidgenössische Matura» ist nicht die offizielle Bezeichnung der Prüfung. Die zuständige Bundesbehörde verwendet die Bezeichnung Schweizerische Maturitätsprüfung.
Gymnasiale Maturität, Berufsmaturität und Passerelle dürfen nicht gleichgesetzt werden. Die gymnasiale Maturität eröffnet den allgemeinen Hochschulzugang. Die Berufsmaturität ist ein eigener Maturitätstyp und verbindet eine berufliche Grundbildung mit einer erweiterten Allgemeinbildung.
Die Passerelle ist keine Matura. Die Ergänzungsprüfung Passerelle eröffnet Personen mit einem eidgenössischen Berufsmaturitätszeugnis oder einem gesamtschweizerisch anerkannten Fachmaturitätszeugnis einen zusätzlichen Zugang zu den universitären und pädagogischen Hochschulen der Schweiz.
Wer bereits eine gymnasiale Maturität besitzt, benötigt für den allgemeinen Hochschulzugang keine Passerelle.
Nach der Matura stehen verschiedene Studien-, Ausbildungs- und Berufswege offen. Welche Möglichkeit passt, hängt von den persönlichen Bildungs- und Berufszielen ab.
Diese Seite konzentriert sich bewusst auf die gymnasiale Maturität und deren Erwerb. Studium, Zwischenjahr, Berufseinstieg und weitere Möglichkeiten nach dem Abschluss behandelt der bestehende Ratgeber ausführlich.
Quellen:
Autor: Ivan Storchi für Bildung-Schweiz.ch, das unabhängige Schweizer Netzwerk für Aus- und Weiterbildung.
Redaktionell geprüft: August 2026