Wer bietet in der Schweiz ein Studium oder eine Weiterbildung in Planung an?

Vier Gründe, warum sich ein Studium oder eine Weiterbildung in Planung lohnt:

  • vielfältige und interessante Aufgabenbereiche
  • Möglichkeiten zur Spezialisierung
  • hohe Verdienstmöglichkeiten
  • gute Jobchancen

Was ist Planung?

Bei Planung im Bauwesen handelt es sich um ein breit gefächertes Spektrum. Von der ersten Idee eines Bauprojektes bis hin zur Einreichung der nötigen Dokumente beim Bauamt können ganz unterschiedliche Tätigkeiten der Planung im Bauwesen zugeordnet werden. Auch während der Bauzeit geht die Bauplanung weiter. Erst wenn ein Gebäude fertiggestellt wurde, ist die Bauplanung vollständig abgeschlossen. Bei der Bauplanung müssen grundsätzlich viele verschiedene rechtliche und technische Vorgaben beachtet werden. Die Bauplanung stellt immer den ersten Teilabschnitt eines Bauprozesses dar. Ohne eine sorgfältige Planung werden keine Baugenehmigungen erteilt.

Generell lässt sich die Bauplanung in acht Phasen unterteilen. Diese Phasen werden im Folgenden vorgestellt.

1. Die Grundlagenermittlung

Bevor die Bauplanung konkret wird, muss erst einmal ermittelt werden, welche Aufgaben zu erledigen sind. Im Anschluss kommt es zu einer Ortsbesichtigung, bei der unter anderem der Baugrund und die Umgebung geprüft werden. Die Begehung ist unerlässlich um zu überprüfen, ob das Projekt überhaupt realisierbar ist. Ausserdem müssen Bauplaner / Bauplanerinnen wirtschaftliche und technische Details mit dem Architekten / der Architektin besprechen.

2. Die Vorplanung

Im Rahmen der Vorplanung müssen Informationen über den Baugrund beschafft werden. Sollte ein Planungskonzept erarbeitet werden, werden erste Kostenpläne erstellt. Auch ist es ratsam, erste Alternativen zu suchen, falls der eigentliche Bauplan nicht realisiert werden kann. Neben der Struktur und Gestaltung sind auch die gewünschten Materialien oder das Budget von zentraler Bedeutung.

3. Der Entwurf

Eine neue Immobilie entsteht immer auf dem Papier oder wird am Computer als 3D-Vorlage erstellt. Beim Entwurf entsteht das Objekt mit allen möglichen Anbauten im Massstab 1:100 als technische Zeichnung. Zusätzlich wird eine Beschreibung erstellt. Anschliessend wird eine Berechnung der Anlage vorgenommen. Alle Resultate werden in einer sogenannten «Ergebnisdarstellung» zusammengefasst.

4. Die Genehmigungsplanung

In der Phase der Genehmigungsplanung werden alle relevanten Unterlagen zum Bauvorhaben beschafft, damit diese dem Bauantrag hinzugefügt werden können. Zu den wichtigsten Unterlagen gehören:

  • Grundrisse, Schnitte und Ansichten (im Massstab 1:100)
  • eine Beschreibung des Bauvorhabens
  • ein statistischer Erhebungsbogen
  • Belege zum Wärmeschutz
  • statische Berechnungen zum Thema Sicherheit
  • ein amtlicher Lageplan
  • gegebenenfalls weitere Unterlagen und Belege

5. Die Ausführungsplanung

Ein Architekt / Eine Architektin oder Bauingenieur / Bauingenieurin erstellt die Ausführungsplanung. Bei dieser werden alle bisherigen Ausarbeitungen optimiert, sodass das Projekt realisierbar ist. Für den Bau werden Pläne im Massstab 1:50 angefertigt, die eine wichtige Orientierung für die Baufirma sind. Für Detailfragen werden grössere Massstäbe genutzt. Die Ausführungsplanung enthält auch Informationen zum Material, zur Verarbeitung, zur Beschaffenheit sowie zu Toleranzen. Auch schriftliche Anweisungen können im Ausführungsplan aufgenommen werden.

6. Die Vergabeplanung

In dieser Phase erstellt ein Architekt / eine Architektin oder Bauingenieur / Bauingenieurin ein Leistungsverzeichnis inklusive einer Leistungsbeschreibung sowie Mengenermittlungen. Diese Informationen sind die Grundlage für die Ausschreibung. Mithilfe der Ergebnisse können Angebote eingeholt werden.

7. Die Planung der Vergabe

Die eingeholten Angebote werden sorgfältig miteinander verglichen. Zudem wird ein Preisspiegel erstellt und die Dokumente ausgewertet. Anschliessend wird der Auftrag vergeben.

8. Die Bauüberwachung

Bereits vor der Grundsteinlegung beginnt die Bauüberwachung. In dieser Phase sollte ein Profi hinzugezogen werden. Bei anspruchsvollen Vorhaben bekommt der Bauleiter / die Bauleiterin Unterstützung von Fachbauleitenden. In der Phase der Bauüberwachung wird insbesondere darauf geachtet, dass die folgenden Punkte eingehalten werden:

  • umfassende Planung
  • Terminkontrolle
  • Zeitmanagement
  • Kostenkontrolle
  • Kontrolle der Aufmasse
  • Rechnungsprüfung
  • Prüfung und Dokumentation von Nachträgen
  • Qualitätskontrolle
  • Feststellung von Mängeln / Beseitigung von Mängeln
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Welche Möglichkeiten gibt es für ein Studium oder eine Weiterbildung in Planung in der Schweiz?

In der Schweiz werden zahlreichen Studiengänge und Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Planung im Bauwesen angeboten. Bei den meisten Anbietern können die Ausbildungen im Winter und im Sommer aufgenommen werden. Die Lehrgänge Planung sind teils mit hohen Kosten verbunden. Aufgrund verschiedener Förderungsprogramme ist häufig eine (Teil-)Kostenübernahme möglich. Genauere Informationen können Interessenten hierzu vom jeweiligen Bildungsinstituten erhalten.

Absolventen und Absolventinnen einer Weiterbildung in der Planung kennen die Zusammenhänge und die Bedeutung einer geordneten Besiedlung. Dazu haben sie Kompetenzen für Entwicklung einer cleveren Siedlungsgestaltung, einer harmonischen Landschaft und die volkswirtschaftlichen Folgen raumplanerischer Arbeiten. Ferner kennen Absolvierende die relevantesten Wechselbeziehungen zwischen Raumplanung und Politik. Sie nutzen geeignete Instrumente für die Planung und sind mit den rechtlichen Grundlagen hierzu vertraut. Zudem behandeln sie Planungs- und Baufragen speditiv und kompetent. Ausserdem haben sie während der Ausbildung Kennnisse des Bewilligungsprozesses erlangt. Dazu gehören, wie eine Übereinstimmung mit Entwürfen und Reglementen erzielt werden kann und wie Baubewilligungsentscheide formuliert werden.

In einem Studium beziehungsweise in einer Weiterbildung, im Bereich Planung im Bauwesen werden folgende Inhalte vermittelt:

  • Definition Planung im Bauwesen, Funktion sowie Grenzen der Raumplanung
  • Raumplanung und Politik
  • Leitbilder, Struktur, Konzepte, Richtpläne, Sachpläne und Nutzungsvorhaben
  • Zonenpläne und Baureglements
  • Gestaltungs- und Baulinienpläne und Erschliessungspläne
  • Mitwirkung in der Öffentlichkeitsarbeit sowie in der Raumplanung
  • rechtliche Grundlagen / Bauvorschriften
  • Bauökonomie
  • Bauantragsverfahren / Bewilligungspflicht
  • Baubewilligungsverfahren
  • Baugesuchsprüfung, Baugesuchsentscheide, Verfahrenskoordination, Akteneinsicht und Rechtsmittel
  • Zuständigkeiten
  • Planung von Baukontrollen
  • Gewässerschutz, Luftreinigung, Lärmschutz, Schutz des Bodens Altlasten, Baustellenentsorgung, Abfallwirtschaft,
  • Gefahren für Natur und Klima (UVP/öB)
  • GIS sowie kommunale Geodaten (Leistungskataster, AV, ÖREB-Kataster)

Für wen eignet sich ein Studium oder eine Weiterbildung in der Planung?

Ein Studium oder eine Weiterbildung im Bereich Planung im Bauwesen richtet sich insbesondere an Personen, welche bereits im Umfeld des Bau- und Planungswesens arbeiten. Dazu gehören beispielsweise Mitarbeitende in Gemeinden oder in Planungs-, Ingenieur,- und Architekturbüros. Wer sich auf die Bereiche Nutzungsplanung, Baubewilligungsverfahren und Richtplanung spezialisieren möchte, für den kann eine Fortbildung in der Planung genau das Richtige sein.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Wer in der Planung im Bauwesen nach einer Weiterbildung Karriere machen möchte, sollte in der Bewerbung neben einer offiziellen Qualifikation zahlreiche Kenntnisse und Fähigkeiten mitbringen. Ein zentraler Aspekt ist die Technikaffinität, das logische Denken und das Organisationsgeschick. Ebenfalls sind Sorgfalt und Genauigkeit sowie ein sicherer Umgang mit Zahlen elementar in der Planung. Mitarbeitende in der Planung sollen auch Freude an Analysen und komplexen Aufgaben, eine gute räumliche Vorstellungskraft und Belastbarkeit mitbringen.

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