5 Keyfacts für eine Weiterbildung in Informatik
Eine Weiterbildung in Informatik ist eine zielgerichtete Bildungsmassnahme zur Vertiefung oder Erweiterung von informationstechnischen Fachkompetenzen. Im Schweizer Bildungssystem wird systematisch zwischen Angeboten der höheren Berufsbildung und Angeboten der Hochschulen unterschieden.
Die höhere Berufsbildung umfasst eidgenössische Fachausweise, Diplome sowie Abschlüsse Höherer Fachschulen (HF).Die Hochschulweiterbildung stützt sich auf das modularisierte System aus CAS, DAS und MAS an Fachhochschulen sowie Universitäten. Eine Weiterbildung Informatik unterscheidet sich von spezialisierten Berufsbildern wie dem Informatiker/in oder dem Wirtschaftsinformatiker/in dadurch, dass sie auch modulare Teilqualifikationen und Technologietrends abdeckt, ohne zwingend ein mehrjähriges Vollzeitstudium vorauszusetzen.
Diese Weiterbildungen richten sich an drei primäre Zielgruppen auf dem Schweizer Markt. Die erste Gruppe umfasst qualifizierte IT-Fachkräfte, die technologische Nischen besetzen oder Führungspositionen im IT-Management anstreben. Die zweite Gruppe besteht aus Quereinsteigenden aus kaufmännischen, technischen oder handwerklichen Berufen, die eine formale Zusatzqualifikation für den Einstieg in die Digitalwirtschaft benötigen. Die dritte Gruppe umfasst Fachkräfte an den Schnittstellen von Business und IT, die projektbezogenes Fachwissen erwerben wollen.
Wer gezielt Benutzeroberflächen gestalten möchte, findet spezialisierte Inhalte unter Web Publisher, während agile Projektsteuerer sich eher im Bereich Scrum Master verorten.
Die Zulassungsbedingungen hängen streng vom angestrebten Abschlussniveau des gewählten Lehrgangs ab. Für vorbereitende Kurse zu eidgenössischen Berufsprüfungen wird ein einschlägiges Fähigkeitszeugnis (EFZ) sowie eine mehrjährige, nachweisbare Berufspraxis in der IT-Branche verlangt.
Höhere Fachschulen setzen für die Zulassung ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis oder eine gymnasiale Maturität voraus. Die akademischen Weiterbildungsstufen an Fachhochschulen (CAS, DAS, MAS) erfordern in der Regel einen Hochschulabschluss auf Bachelor- oder Masterstufe. Personen ohne Hochschulabschluss können über ein standardisiertes Zulassungsverfahren "Sur Dossier" aufgenommen werden, sofern sie eine äquivalente Berufserfahrung im IT-Umfeld nachweisen.
Die Rahmenbedingungen der Bildungsangebote variieren, je nach angestrebtem Qualifikationsziel:
Der Schweizer Arbeitsmarkt verändert sich rasant und IT-Fachkräfte müssen sich ständig an neue Technologien anpassen. Besonders gefragt sind Weiterbildungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), maschinelles Lernen und Datenverarbeitung. Da Schweizer Unternehmen ihre IT-Systeme immer besser vor Hackerangriffen schützen müssen, werden Fachleute für Cyber-Security dringend gesucht. Zudem verlagern viele Firmen ihre Daten von eigenen Servern in die Cloud. Wer sich in den Bereichen Cloud-Systeme und modernen Entwicklungsmethoden weiterbildet, hat aktuell die besten Chancen bei Schweizer Arbeitgebern.
Schweizer Bildungsinstitute bieten eine flächendeckende Abdeckung mit Informatik-Lehrgängen an. Das Spektrum reicht von regionalen Berufs- und Weiterbildungszentren bis hin zu öffentlich-rechtlichen Fachhochschulen und Universitäten.
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Was kostet eine Weiterbildung in Informatik in der Schweiz?
Die Kosten variieren je nach Abschlussniveau zwischen rund 1'500 CHF für kurze Zertifikate und über 20'000 CHF für mehrjährige Diplome oder Masterstudiengänge. Bei Vorbereitungskursen auf eidgenössische Prüfungen erstattet der Bund unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 50 Prozent der Kursgebühren zurück.
Wie lange dauert eine Informatik-Weiterbildung im Durchschnitt?
Kurze Zertifikatslehrgänge und CAS-Studiengänge lassen sich innerhalb von 3 bis 6 Monaten absolvieren. Umfassende Studiengänge an Höheren Fachschulen oder berufsbegleitende Master-Programme (MAS) beanspruchen eine Zeitspanne von 2 bis 3 Jahren.
Kann ich eine Weiterbildung in Informatik ohne Vorkenntnisse absolvieren?
Ja, es gibt spezielle Einsteigerzertifikate und modulare Grundlagenkurse, die keine informationstechnischen Fachkenntnisse voraussetzen. Höhere Abschlüsse wie eidgenössische Diplome oder akademische CAS-Studiengänge verlangen jedoch zwingend eine einschlägige Berufsbildung oder mehrjährige IT-Praxis.
Was ist der Unterschied zwischen einem CAS und einem HF-Diplom?
Ein CAS (Certificate of Advanced Studies) ist ein kurzes, akademisches Weiterbildungsformat einer Fachhochschule oder Universität und umfasst mindestens 10 ECTS-Punkte. Ein HF-Diplom ist ein umfassender, staatlich anerkannter Abschluss einer Höheren Fachschule, der stark praxisorientiert ist und regulär drei Jahre berufsbegleitend dauert.
Unterstützen Schweizer Arbeitgeber die Weiterbildung in Informatik finanziell?
Ja, statistisch unterstützen Arbeitgeber in der Schweiz 93% der erwerbstätigen Personen bei ihren berufsorientierten Weiterbildungen durch Geld oder bezahlte Arbeitszeit. Zusätzlich übernimmt der Bund bei Vorbereitungskursen auf eidgenössische Prüfungen (wie Fachausweise oder Diplome) bis zu 50% der Kursgebühren. Dadurch lassen sich die privaten Kosten für eine Informatik-Weiterbildung deutlich senken.
Redaktionshinweis: Redaktionell geprüft im Juli 2026.
Abgrenzungshinweis: Bildung-Schweiz.ch ist ein unabhängiges Verzeichnis für Aus- und Weiterbildungsangebote in der Schweiz und nicht verbunden mit der Verbandszeitschrift BILDUNG SCHWEIZ des LCH (bildungschweiz.ch).