Generative KI: Was Generative AI ist und wie sie funktioniert

Keyfacts 

  • Definition: Generative KI (Generative AI) bezeichnet KI-Systeme, die auf Grundlage von Eingaben neue Inhalte erzeugen können. 
  • Inhalte: Generative KI kann unter anderem Texte, Bilder, Audio, Video und Programmcode erzeugen oder bearbeiten. 
  • Technologie: Moderne generative KI basiert häufig auf Machine Learning, Deep Learning und sogenannten Foundation Models. 
  • Prompts: Nutzer können generative KI über Eingaben und Anweisungen – sogenannte Prompts – steuern. 
  • Grenzen: KI-generierte Inhalte können sachlich falsch, irreführend oder manipuliert sein. Wichtige Informationen und Quellen sollten deshalb überprüft werden. 

Generative KI (englisch: Generative AI) bezeichnet KI-Systeme, die neue Inhalte wie Texte, Bilder, Audio, Video oder Programmcode erzeugen können. Die zugrunde liegenden Modelle lernen während des Trainings Muster und Zusammenhänge aus Daten und erzeugen auf Grundlage einer Eingabe neue Ausgaben. Generative KI ist eine Form künstlicher Intelligenz und nicht mit KI insgesamt gleichzusetzen. Ihre Ergebnisse können überzeugend und realistisch wirken, aber dennoch falsch oder irreführend sein.

Was ist Generative KI? 

Generative KI unterscheidet sich von KI-Systemen, deren Hauptaufgabe beispielsweise darin besteht, Daten zu klassifizieren, Entwicklungen vorherzusagen oder Entscheidungen zu unterstützen. Ihr charakteristisches Merkmal ist die Generierung von Inhalten. 

Der zentrale Unterschied: Während andere KI-Systeme beispielsweise Daten klassifizieren oder Vorhersagen treffen, erzeugt Generative KI neue Inhalte auf Grundlage erlernter Muster. 

Generative AI kann dabei unterschiedliche Arten von Inhalten verarbeiten und erzeugen. Einen Überblick über die übergeordnete Technologie, ihre Formen und Einsatzgebiete finden Sie unter Künstliche Intelligenz (KI).

Wie funktioniert Generative KI? 

Vereinfacht funktioniert Generative KI in drei Schritten: Ein Modell wird mit Daten trainiert, lernt darin Muster und Zusammenhänge und erzeugt anschliessend auf Grundlage einer Eingabe neue Ausgaben. 

Moderne generative Systeme basieren häufig auf Machine Learning und Deep Learning. Viele Anwendungen verwenden sogenannte Foundation Models, die für unterschiedliche Aufgaben eingesetzt oder angepasst werden können. Bei textorientierten Anwendungen kommen häufig Large Language Models (LLMs) zum Einsatz. 

Das Modell sucht dabei nicht einfach eine fertige Antwort in seinen Trainingsdaten. Es generiert die Ausgabe auf Grundlage der erlernten Muster und der jeweiligen Eingabe. 

Mehr zu den technischen Grundlagen lernender Systeme erfahren Sie unter Machine Learning

Was kann Generative KI erzeugen? 

  • Text: Antworten, Zusammenfassungen, Übersetzungen, Entwürfe oder Ideen. 
  • Bilder: neue Bilder und Varianten anhand von Beschreibungen oder Vorlagen. 
  • Audio: gesprochene Sprache, Musik und andere Audioinhalte. 
  • Video: neue oder bearbeitete Videoinhalte. 
  • Code: Programmcode, Ergänzungen, Erklärungen und Unterstützung bei der Fehlersuche.
  • 3D-Modelle: dreidimensionale Objekte und Szenen, etwa für Design, Architektur oder Gaming.
  • Daten: strukturierte oder synthetische Datensätze anhand vorgegebener Muster und Anforderungen.

Generative KI kann Inhalte dabei sowohl neu erzeugen als auch bestehende Inhalte transformieren – etwa ein Bild in einem anderen Stil darstellen, eine Aufnahme in eine andere Stimme übertragen oder ein Video nachträglich bearbeiten. Diese Transformationsfähigkeit ist auch die technische Grundlage von Deepfakes, wie im entsprechenden Abschnitt weiter unten erläutert.

Viele Anwendungen verbinden inzwischen mehrere dieser Fähigkeiten und können unterschiedliche Medienformen gemeinsam verarbeiten – etwa Text, Bilder, Audio oder Video innerhalb derselben Anwendung.

Was kann Generative KI nicht zuverlässig?

Generative KI kann weder die Richtigkeit noch die Vollständigkeit oder Aktualität ihrer Ausgaben garantieren. Sie sollte deshalb nicht mit einer verlässlichen Wissensdatenbank oder einer fachlichen Prüfung gleichgesetzt werden.

  • Wahrheit garantieren: Plausibel formulierte Antworten können sachlich falsch oder frei erfunden sein.
  • Quellen zuverlässig verifizieren: Quellen, Studien, Zahlen oder Zitate können falsch oder unvollständig wiedergegeben werden.
  • Aktualität gewährleisten: Ob aktuelle Informationen berücksichtigt werden, hängt vom verwendeten System und dessen Zugriffsmöglichkeiten ab.
  • Verzerrungen vermeiden: Generative KI kann Verzerrungen aus den Trainingsdaten übernehmen und in ihren Ausgaben wiedergeben.
  • Fachliche Beurteilung ersetzen: Bei wichtigen Entscheidungen etwa in Medizin, Recht oder Finanzen ist eine qualifizierte fachliche Prüfung erforderlich.
  • Kontext immer richtig erfassen: Fehlende Informationen oder mehrdeutige Eingaben können zu ungeeigneten Ergebnissen führen.
  • Vertraulichkeit garantieren: Wie eingegebene Informationen gespeichert, verarbeitet oder weiterverwendet werden, hängt vom jeweiligen KI-Dienst und dessen Einstellungen ab. Vor der Eingabe vertraulicher oder personenbezogener Daten sollte dies geprüft werden.
  • Echtes Verständnis oder Empathie bieten: Generative KI kann emotionale und einfühlsam wirkende Sprache erzeugen. Eine solche sprachliche Reaktion sollte jedoch nicht mit menschlicher Empathie oder einer professionellen Beurteilung gleichgesetzt werden.

Als Halluzinationen werden bei Generativer KI plausible, aber sachlich falsche oder erfundene Ausgaben bezeichnet. Wichtige und überprüfbare Aussagen sollten deshalb nicht ungeprüft übernommen werden.

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Wie lassen sich falsche oder manipulierte KI-Inhalte prüfen?

Mit Generativer KI lassen sich auch realistisch wirkende Bilder, Stimmen oder Videos erzeugen beziehungsweise verändern. Werden dabei beispielsweise Aussehen oder Stimme einer Person künstlich nachgebildet oder manipuliert, wird häufig von Deepfakes gesprochen.

Aktuelle Datenschutzentwicklung: Im Februar 2026 haben der EDÖB und 60 weitere Datenschutzbehörden vor Risiken realistisch KI-generierter Bilder und Videos identifizierbarer Personen gewarnt. Sie fordern unter anderem wirksame Schutzmassnahmen gegen Missbrauch, Transparenz über KI-Systeme und Möglichkeiten für Betroffene, schädliche Inhalte rasch entfernen zu lassen. Für Kinder und Jugendliche werden aufgrund erhöhter Risiken verstärkte und altersgerechte Schutzmassnahmen gefordert.

KI-generierte oder manipulierte Inhalte lassen sich nicht anhand eines einzelnen Merkmals oder mit einem einzelnen Werkzeug zuverlässig erkennen. Hilfreich ist eine Kombination aus Quellenprüfung, Kontextvergleich, Rückwärtssuche und – sofern vorhanden – technischen Herkunftsinformationen.

Bei verdächtigen Inhalten sollten insbesondere Quelle oder Absender, Veröffentlichungsdatum und ursprünglicher Kontext geprüft und wichtige Aussagen mit anderen verlässlichen Quellen verglichen werden.

  • Google Lens und „Infos zu diesem Bild“: Damit lässt sich recherchieren, wo gleiche oder ähnliche Bilder bereits verwendet wurden und ob frühere Versionen existieren. Google kann, sofern entsprechende Informationen verfügbar sind, auch Hinweise zur Entstehung oder Bearbeitung eines Bildes anzeigen.
  • InVID-WeVerify / VeraAI Verification Plugin: Das ursprünglich im EU-Projekt InVID entwickelte Werkzeug wird heute als „Fake news debunker InVID WeVerify VeraAI“ weitergeführt. Es unterstützt die Überprüfung von Bildern und Videos unter anderem mit Rückwärtssuchen, Video-Keyframes, Metadaten und forensischen Analysefunktionen. Die aktuelle Version enthält zudem experimentelle Werkzeuge zur Erkennung synthetischer Bilder und geklonter Stimmen. Solche Erkennungsfunktionen liefern Hinweise, aber keinen sicheren Nachweis für KI-Manipulationen.
  • Herkunftsinformationen: Manche digitale Inhalte enthalten technische Angaben dazu, wie sie erstellt oder bearbeitet wurden. Standards wie C2PA können solche Informationen strukturiert bereitstellen. Sie sind jedoch nicht bei allen Inhalten vorhanden und allein kein Echtheitsbeweis.

Kein einzelnes Werkzeug kann zuverlässig garantieren, dass ein Inhalt echt oder KI-generiert ist.

Welche Rolle spielen Prompts? 

Ein Prompt ist eine Eingabe oder Anweisung an ein generatives KI-System. Er kann eine Aufgabe, zusätzlichen Kontext, Anforderungen an die gewünschte Ausgabe oder Beispiele enthalten. 

Wie eine Aufgabe formuliert wird und welche Informationen das System erhält, kann das Ergebnis beeinflussen. Ein klarer Prompt hilft dabei, Aufgabe und Kontext genauer vorzugeben. 

Als Prompt Engineering werden Methoden bezeichnet, mit denen solche Eingaben systematisch gestaltet und weiterentwickelt werden, um für eine bestimmte Aufgabe geeignete Ergebnisse zu erhalten.

Generative KI in Bildung und Arbeitswelt 

Generative KI in Bildung und Lernen 

Generative KI kann beim Lernen beispielsweise Inhalte erklären und zusammenfassen, Ideen entwickeln, Texte strukturieren, Sprachunterstützung bieten oder bei der Erstellung von Lernmaterial helfen. 

Dabei ist die kritische Beurteilung der Ergebnisse zentral. Fakten und Quellen sollten überprüft und die Regeln der jeweiligen Schule, Hochschule oder Bildungsinstitution zum Einsatz von KI beachtet werden. 

Das SBFI weist darauf hin, dass Bildung, Forschung und Innovation eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Anwendung künstlicher Intelligenz sowie beim Umgang mit den damit verbundenen Veränderungen spielen. 

Generative KI in der Arbeitswelt 

Im Berufsalltag kann Generative KI beispielsweise bei Textentwürfen, Zusammenfassungen, Ideenfindung, Dokumentenbearbeitung, Recherche oder Programmierung unterstützen. 

Welche Aufgaben sich dafür eignen, hängt vom Beruf, den verwendeten Daten und der erforderlichen Zuverlässigkeit ab. Bei sensiblen oder folgenreichen Aufgaben bleibt die menschliche Prüfung besonders wichtig.

Chancen und verantwortungsvoller Einsatz 

Generative KI kann Arbeits- und Lernprozesse unterstützen: Entwürfe lassen sich schneller erstellen, Informationen strukturieren und Ideen oder Varianten entwickeln. 

Ein verantwortungsvoller Einsatz betrifft neben der inhaltlichen Prüfung insbesondere Datenschutz, Personendaten sowie mögliche Urheber- und Nutzungsrechte. 

KI-Regulierung in der Schweiz: In der Schweiz besteht derzeit keine übergreifende Gesetzgebung spezifisch zu KI. Das Bundesamt für Justiz erarbeitet bis Ende 2026 eine Vernehmlassungsvorlage zur Umsetzung der KI-Konvention des Europarats. Vorgesehen sind notwendige gesetzliche Massnahmen insbesondere zu Transparenz, Datenschutz, Nichtdiskriminierung und Aufsicht; parallel werden rechtlich nicht verbindliche Massnahmen wie Branchenlösungen und Selbstverpflichtungen erarbeitet. Quelle: Bundeskanzlei 

Datenschutz bei Generativer KI in der Schweiz 

Werden beim Einsatz Generativer KI Personendaten bearbeitet, kommt in der Schweiz das Datenschutzgesetz zur Anwendung. Vor der Eingabe sensibler oder personenbezogener Informationen sollte deshalb geprüft werden, wie der jeweilige KI-Dienst diese Daten verarbeitet und weiterverwendet. 

Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) weist beim Einsatz KI-gestützter Anwendungen insbesondere auf den Umgang mit eingegebenen Texten und hochgeladenen Bildern hin. 

Wie kann man Generative KI lernen? 

Der Umgang mit Generativer KI lässt sich auf unterschiedlichen Niveaus erlernen. Je nach beruflichem Ziel reichen die Themen von Grundlagen und praktischem Einsatz über Prompting und Automatisierung bis zur technischen Integration von KI-Systemen. 

Wer Generative KI beruflich einsetzen und seine Kompetenzen systematisch erweitern möchte, findet unter KI-Weiterbildung in der Schweiz Informationen zu Kursen, Lehrgängen und Hochschulweiterbildungen. 

Wer sich vertieft mit der Entwicklung und den technischen Grundlagen von KI beschäftigen möchte, findet unter Artificial Intelligence Studium Informationen zu KI-Studiengängen, Bachelor und Master in der Schweiz.

Generative KI auf dem Smartphone mit den KI-Anwendungen ChatGPT und Gemini. Foto: Unsplash
Generative KI auf dem Smartphone mit den KI-Anwendungen ChatGPT und Gemini. Foto: Unsplash

Quellen 

Autor: Ivan Storchi für Bildung-Schweiz.ch, das unabhängige Schweizer Netzwerk für Aus- und Weiterbildung. 
Redaktionell geprüft: Bildung-Schweiz.ch, August 2026 
Letzte Aktualisierung: 25. August 2026 

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