Künstliche Intelligenz (KI): Bedeutung, Einsatz und Bildung in der Schweiz

Keyfacts

  • Definition: Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet maschinenbasierte Systeme, die aus Eingaben Ergebnisse wie Vorhersagen, Inhalte, Empfehlungen oder Entscheidungen ableiten können. 
  • Generative KI: Generative KI kann neue Inhalte wie Texte, Bilder, Audio oder Programmcode erzeugen. 
  • Schweiz: 43 Prozent der 15- bis 88-Jährigen in der Schweiz hatten 2025 bereits generative KI genutzt. Bei den 15- bis 24-Jährigen waren es 79 Prozent. 
  • Arbeitswelt: KI verändert Tätigkeiten, Arbeitsprozesse und die dafür benötigten Kompetenzen. 
  • Kompetenzen: Im Umgang mit KI werden neben der Anwendung auch die kritische Beurteilung von Ergebnissen, Fachwissen und ein verantwortungsvoller Umgang mit Daten wichtiger. 

Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet maschinenbasierte Systeme, die aus Eingaben Ergebnisse wie Vorhersagen, Inhalte, Empfehlungen oder Entscheidungen ableiten können. KI kommt heute unter anderem in Wirtschaft, Industrie, Forschung, Bildung und im Alltag zum Einsatz. Besonders sichtbar ist KI durch generative Anwendungen, die Texte, Bilder oder andere Inhalte erzeugen können. Dadurch verändern sich auch Arbeitsprozesse und Kompetenzanforderungen. Neben der Anwendung wird deshalb die Fähigkeit wichtiger, KI-Ergebnisse kritisch zu beurteilen und verantwortungsvoll mit der Technologie umzugehen. 

Was ist Künstliche Intelligenz KI?

Künstliche Intelligenz, kurz KI oder englisch Artificial Intelligence (AI), ist ein Oberbegriff für maschinenbasierte Systeme, die beispielsweise Muster erkennen, Sprache verarbeiten, Vorhersagen erstellen oder neue Inhalte erzeugen können. 

Die Bundeskanzlei beschreibt ein KI-System als maschinenbasiertes System, das aus erhaltenen Eingaben ableitet, wie es Ergebnisse wie Vorhersagen, Inhalte, Empfehlungen oder Entscheidungen erzeugen kann. KI-Systeme können dabei unterschiedlich autonom arbeiten. Quelle: Bundeskanzlei 

KI bedeutet deshalb nicht, dass eine Maschine wie ein Mensch denkt. Systeme verarbeiten Daten und Eingaben anhand ihrer Modelle und Verfahren. Wie zuverlässig die Ergebnisse sind, hängt unter anderem vom System, seinem Einsatzzweck und den zugrunde liegenden Daten ab.

Wie funktioniert künstliche Intelligenz? 

Viele heutige KI-Systeme beruhen auf maschinellem Lernen (Machine Learning). Dabei werden Modelle mit Daten trainiert, um Muster und Zusammenhänge zu erkennen. Auf dieser Grundlage können sie neue Eingaben verarbeiten und beispielsweise Texte klassifizieren, Bilder erkennen oder Vorhersagen erstellen. 

Beim Deep Learning kommen künstliche neuronale Netze mit mehreren Verarbeitungsebenen zum Einsatz. Solche Verfahren werden unter anderem für Sprach- und Bilderkennung sowie generative KI genutzt. 

Für Anwenderinnen und Anwender ist es jedoch nicht zwingend notwendig, die mathematischen Verfahren im Detail zu verstehen. Im Alltag und Beruf ist vor allem wichtig zu wissen, wofür ein KI-System geeignet ist, welche Informationen es verarbeitet und wie seine Ergebnisse beurteilt werden können. 

Was ist generative KI? 

Generative künstliche Intelligenz, kurz generative KI, bezeichnet KI-Systeme, die neue Inhalte erzeugen können. Dazu gehören beispielsweise Texte, Bilder, Audio, Videos oder Programmcode. Nutzerinnen und Nutzer geben dafür meist eine Anweisung – häufig als Prompt bezeichnet – ein und erhalten darauf basierend einen generierten Inhalt. 

Sprachmodelle können beispielsweise Fragen beantworten, Texte zusammenfassen, Informationen strukturieren oder Formulierungen vorschlagen. Andere Modelle erzeugen Bilder, Musik oder Programmcode. 

Generative KI ist jedoch nur ein Teilgebiet künstlicher Intelligenz. KI wird auch für Prognosen, Mustererkennung, Übersetzungen, Empfehlungssysteme, Robotik oder die Analyse grosser Datenmengen eingesetzt.

Wo wird künstliche Intelligenz eingesetzt? 

KI kommt in zahlreichen Lebens- und Wirtschaftsbereichen zum Einsatz. Unternehmen können damit Daten analysieren, Informationen aufbereiten oder Prozesse unterstützen. In der Industrie gehören Qualitätskontrolle, Prozessoptimierung und vorausschauende Wartung zu möglichen Anwendungen. 

Weitere Einsatzgebiete finden sich beispielsweise in Medizin, Forschung, Verwaltung, Informatik, Kommunikation, Verkehr und Bildung. Im Alltag begegnet KI vielen Menschen über Suchmaschinen, Empfehlungssysteme, Übersetzungsdienste, Sprachassistenten oder generative KI-Anwendungen. 

Welche Möglichkeiten und Risiken bestehen, hängt stark vom jeweiligen Einsatzgebiet ab. Ein KI-System zur Unterstützung beim Formulieren eines Textes stellt andere Anforderungen als ein System, dessen Ergebnisse für fachliche oder sensible Entscheidungen verwendet werden.

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Auch die Künstliche Intelligenz macht Fehler. Foto: Adobe Stock
Auch die Künstliche Intelligenz macht Fehler. Foto: Adobe Stock

Künstliche Intelligenz in der Schweiz 

Generative KI wird in der Schweiz bereits von einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung genutzt. Gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) hatten im Frühjahr 2025 43 Prozent der 15- bis 88-Jährigen bereits generative KI verwendet. Bei den 15- bis 24-Jährigen waren es 79 Prozent. Quelle: BFS 

KI ist gleichzeitig ein Thema für Wirtschaft, Forschung, Verwaltung und Bildung. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) bezeichnet KI als Grundlagentechnologie der Digitalisierung mit erheblichem Innovations- und Wachstumspotenzial. Bildung, Forschung und Innovation spielen eine wichtige Rolle, um die Möglichkeiten der Technologie zu nutzen und mit den damit verbundenen Veränderungen umzugehen. Quelle: SBFI 

Auch die regulatorischen Rahmenbedingungen entwickeln sich weiter. Stand August 2026 arbeitet der Bund an einer Vernehmlassungsvorlage zur KI-Regulierung, mit der die KI-Konvention des Europarats umgesetzt werden soll. Die Vorlage soll gemäss Bundeskanzlei bis Ende 2026 erarbeitet werden.

Wie verändert KI die Arbeitswelt? 

KI kann einzelne Arbeitsschritte unterstützen, Informationen aufbereiten, Daten analysieren oder wiederkehrende Aufgaben automatisieren. Dadurch verändern sich Arbeitsprozesse und teilweise auch die Aufgaben von Mitarbeitenden. 

Deshalb lässt sich nicht pauschal sagen, dass KI bestimmte Berufe ersetzt. KI verändert häufig einzelne Tätigkeiten innerhalb eines Berufs und damit die dafür benötigten Kompetenzen. Welche Auswirkungen entstehen, hängt stark vom Beruf und den jeweiligen Aufgaben ab. 

Fachwissen bleibt dabei wichtig. Wer KI-Ergebnisse beruflich nutzt, muss beurteilen können, ob eine Antwort fachlich korrekt, vollständig und für den jeweiligen Zweck geeignet ist. Der Umgang mit KI wird damit zunehmend zu einer Ergänzung bestehender beruflicher Kompetenzen. 

Welche KI-Kompetenzen werden wichtiger? 

KI-Kompetenz bedeutet nicht für alle Menschen dasselbe. Entscheidend ist insbesondere, ob KI im bestehenden Beruf angewendet oder ob an der technischen Entwicklung von KI-Systemen gearbeitet wird. 

KI kompetent anwenden 

Nicht jede Person, die mit KI arbeitet, muss KI-Systeme selbst entwickeln. Für viele Berufstätige steht die kompetente Anwendung im Vordergrund. Dazu gehört, geeignete Einsatzmöglichkeiten und Werkzeuge zu erkennen, Aufgaben verständlich zu formulieren und Ergebnisse kritisch zu überprüfen. 

Ebenso wichtig sind der Umgang mit Quellen, Daten und vertraulichen Informationen sowie ein Bewusstsein für mögliche Fehler und Grenzen eines KI-Systems. Fachlich relevante Ergebnisse sollten nicht ungeprüft übernommen werden. 

KI technisch entwickeln 

Wer KI-Systeme entwickelt oder technisch weiterentwickelt, benötigt je nach Tätigkeit zusätzliche Kenntnisse in Bereichen wie Informatik, Programmierung, Mathematik, Statistik, Datenanalyse oder Machine Learning. 

KI-Kompetenz kann deshalb je nach Beruf sehr unterschiedlich aussehen: Für eine Fachperson im Marketing, Gesundheitswesen oder Personalbereich sind andere Kenntnisse relevant als für eine Softwareentwicklerin oder einen Data Scientist.

Passende Kurse und Weiterbildungen zu künstlicher Intelligenz

Welche Rolle spielt KI in Bildung und Lernen? 

KI beeinflusst Bildung auf zwei Ebenen: Sie kann als Werkzeug beim Lernen eingesetzt werden und wird gleichzeitig selbst zu einem Bildungsinhalt. 

KI als Lernwerkzeug 

Generative KI kann beispielsweise dabei unterstützen, Inhalte erklären zu lassen, Themen zu strukturieren, Fragen zu entwickeln oder Texte zu überarbeiten. Dabei müssen Lernende KI-Ergebnisse kritisch prüfen. Falsche oder unvollständige Antworten sind möglich. Auch Quellen, Datenschutz, Eigenleistung und die Vorgaben einer Schule oder Hochschule müssen berücksichtigt werden. 

KI als Bildungsinhalt 

Mit der zunehmenden Nutzung von KI wächst auch die Bedeutung entsprechender Kompetenzen. Digitalisierung und künstliche Intelligenz werden bei der Weiterentwicklung der Schweizer Berufsbildung berücksichtigt. 

Ein aktuelles Beispiel ist der AI Business Specialist mit eidgenössischem Fachausweis, mit dem auf die zunehmende Bedeutung von KI in Unternehmen und Institutionen reagiert wird. Quelle: SBFI 

Welche Chancen und Grenzen hat künstliche Intelligenz? 

KI kann dabei unterstützen, grosse Informationsmengen zu verarbeiten, Muster zu erkennen, Prozesse effizienter zu gestalten oder neue Lösungen zu entwickeln. In Bildung und Arbeitswelt können KI-Systeme beispielsweise bei Recherche, Analyse und Strukturierung helfen. 

Gleichzeitig können KI-Systeme falsche oder verzerrte Ergebnisse erzeugen. Hinzu kommen Fragen zu Datenqualität, Datenschutz, Urheberrecht, Transparenz und verantwortungsvollem Einsatz. 

Entscheidend ist deshalb nicht nur, was KI kann, sondern auch, wann Ergebnisse fachlich überprüft werden müssen. KI kann menschliches Fachwissen und Urteilsvermögen unterstützen, aber die Verantwortung für ihren Einsatz nicht übernehmen. 

Wie kann man KI lernen? 

Welche Kenntnisse sinnvoll sind, hängt davon ab, ob KI im bestehenden Beruf eingesetzt oder technisch vertieft beziehungsweise entwickelt werden soll. Die Bildungswege reichen deshalb von kurzen Kursen und praxisorientierten Lehrgängen bis zu Hochschulweiterbildungen und Studiengängen. 

KI-Weiterbildung 

Eine KI-Weiterbildung kann sinnvoll sein, wenn bestehende berufliche Kompetenzen um Kenntnisse im Umgang mit künstlicher Intelligenz ergänzt werden sollen. Je nach Angebot stehen beispielsweise generative KI, KI-Anwendungen in bestimmten Berufsfeldern, Datenanalyse oder die Einführung von KI in Unternehmen im Mittelpunkt. 

Eine Übersicht über Bildungswege und Abschlüsse finden Sie unter KI-Weiterbildung in der Schweiz. 

Künstliche Intelligenz studieren 

Wer sich vertieft mit der technischen Entwicklung von KI, Machine Learning, Datenanalyse oder Informatik beschäftigen möchte, kann entsprechende Bachelor- oder Masterstudiengänge wählen. Voraussetzungen, Studieninhalte und Vertiefungen unterscheiden sich je nach Hochschule und Studiengang. 

Mehr dazu finden Sie unter Artificial Intelligence studieren. 

Angebotsmodul: KI-Kurse, Weiterbildungen und Studienangebote 

Quellen

Autor: Ivan Storchi für Bildung-Schweiz.ch, das unabhängige Schweizer Netzwerk für Aus- und Weiterbildung.
Redaktionell geprüft: Bildung-Schweiz.ch, August 2026
Letzte Aktualisierung: 24. August 2026

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