Wo kann man den Bachelor Soziale Arbeit in der Schweiz studieren?

6 Keyfacts zum Bachelor Soziale Arbeit

  • Der Bachelor Soziale Arbeit ist ein Fachhochschulstudium mit 180 ECTS-Punkten und schliesst je nach Hochschule mit dem Titel Bachelor of Arts FH in Sozialer Arbeit oder Bachelor of Science FH in Sozialer Arbeit ab.
  • Der Bachelor Soziale Arbeit qualifiziert für die drei klassischen Berufsfelder Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Soziokulturelle Animation.
  • Angeboten wird der Bachelor Soziale Arbeit an öffentlichen Fachhochschulen wie HSLU, FHNW, BFH, OST, ZHAW, HES-SO und SUPSI sowie an privaten Anbietern wie der Kalaidos FH.
  • Die Zulassung erfolgt in der Regel über Berufsmaturität, Fachmaturität oder gymnasiale Maturität, meist ergänzt durch ein Vorpraktikum oder einschlägige Arbeitswelterfahrung.
  • Je nach Studienmodell (Vollzeit, Teilzeit, berufsbegleitend oder flexibel) dauert der Bachelor Soziale Arbeit zwischen drei und sechs Jahren. Ein wesentlicher Bestandteil des Studiums sind mehrere Praxiseinsätze.
  • Das Bundesamt für Statistik (BFS) beziffert das Median-Bruttoeinkommen von Absolventinnen und Absolventen ein Jahr nach Studienabschluss auf rund 80'600 CHF (Vollzeitäquivalent, Abschlussjahrgang 2020).

Was umfasst das Studium?

Der Bachelor Soziale Arbeit ist ein generalistisches Fachhochschulstudium, das auf die professionelle Tätigkeit in sämtlichen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit vorbereitet. Der Bachelor Soziale Arbeit vermittelt theoretische und praktische Grundlagen aus Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Recht, Ethik, Politikwissenschaft und Ökonomie. Ergänzt wird das Studium durch methodische Kompetenzen wie Gesprächsführung, Fallarbeit, Gemeinwesenarbeit, Projektmanagement sowie professionelle Dokumentation und Evaluation.

Ein zentraler Bestandteil des Bachelorstudiums ist die Praxisausbildung. In mehreren Praxiseinsätzen wenden Studierende ihr Fachwissen unter Anleitung in Einrichtungen der Sozialen Arbeit an und sammeln Berufserfahrung in unterschiedlichen Arbeitsfeldern.

Je nach Fachhochschule können Studierende individuelle Schwerpunkte, Wahlmodule oder Vertiefungen wählen, beispielsweise in den Bereichen Kindheit und Jugend, Migration und Integration, Alter, Sucht, psychische Gesundheit oder Gemeinwesenarbeit. Dadurch lässt sich der Bachelor Soziale Arbeit gezielt auf unterschiedliche Berufsfelder ausrichten.

Zulassung zum Bachelor Soziale Arbeit (Übersicht)

Die Zulassung zum Bachelor Soziale Arbeit ist an Schweizer Fachhochschulen grundsätzlich einheitlich geregelt. Die konkreten Anforderungen unterscheiden sich jedoch je nach Hochschule leicht. Massgebend sind insbesondere die Vorbildung sowie die nachgewiesene Arbeitswelterfahrung.

Weg 1 – Berufsmaturität mit einschlägiger Berufsausbildung

Vorbildung: Berufsmaturität in Verbindung mit einer einschlägigen beruflichen Grundbildung, beispielsweise als Fachfrau/Fachmann Betreuung (FaBe) EFZ.
Praxis danach: In der Regel ist keine zusätzliche Arbeitswelterfahrung erforderlich.
Besonderheit: Meist direkte und prüfungsfreie Zulassung.

Weg 2 – Berufsmaturität oder Berufsausbildung ausserhalb des Sozialbereichs

Vorbildung: Berufsmaturität oder eine Berufsausbildung (EFZ) in einem nicht verwandten Berufsfeld.
Praxis danach: Zusätzliche Arbeitswelterfahrung ist in der Regel erforderlich, häufig ergänzt durch ein Vorpraktikum oder eine Tätigkeit im Sozialbereich. Dauer und Umfang unterscheiden sich je nach Fachhochschule.
Besonderheit: Das Vorpraktikum kann häufig vor Studienbeginn absolviert werden.

Weg 3 – Gymnasiale Maturität oder Fachmaturität

Vorbildung: Gymnasiale Maturität oder Fachmaturität, beispielsweise im Berufsfeld Soziales.
Praxis danach: Zusätzliche Arbeitswelterfahrung in einem verwandten Berufsfeld ist erforderlich. Umfang und Anforderungen variieren je nach Fachhochschule und entsprechen häufig rund einem Jahr Praxiserfahrung.
Besonderheit: Dieser Zulassungsweg eignet sich insbesondere für Studieninteressierte mit schulischer Vorbildung oder einem Berufswechsel.

Weg 4 – Zulassung sur dossier

Vorbildung: Keine formale Hochschulzugangsberechtigung auf Sekundarstufe II.
Zulassung: Einige Fachhochschulen ermöglichen eine Aufnahme im Rahmen eines sur dossier-Verfahrens. Voraussetzung sind in der Regel mehrjährige einschlägige Berufs- und Lebenserfahrung sowie weitere hochschulspezifische Anforderungen.
Besonderheit: Das Verfahren wird nicht von allen Fachhochschulen angeboten und erfolgt nach individueller Prüfung der Bewerbungsunterlagen.

Wichtig: Die konkreten Zulassungsvoraussetzungen – insbesondere die erforderliche Arbeitswelterfahrung, die Dauer eines Vorpraktikums, allfällige Eignungsabklärungen oder die Voraussetzungen für eine Zulassung sur dossier – unterscheiden sich je nach Fachhochschule. Verbindlich sind die jeweils geltenden Zulassungsbestimmungen der gewählten Hochschule.

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Studienmodelle: Vollzeit, Teilzeit oder berufsbegleitend?

Der Bachelor Soziale Arbeit kann an Schweizer Fachhochschulen in unterschiedlichen Studienmodellen absolviert werden. Welche Modelle angeboten werden, hängt von der jeweiligen Hochschule ab. Alle führen zum gleichen Bachelorabschluss und unterscheiden sich hauptsächlich hinsichtlich Studiendauer, Unterrichtsorganisation und Vereinbarkeit mit Beruf oder Familie.

Vollzeit: In der Regel 6 Semester (3 Jahre). Das Studium umfasst mehrere Praxiseinsätze und eignet sich für Studierende, die sich vollständig auf das Studium konzentrieren möchten.

Teilzeit: Je nach Fachhochschule meist zwischen 8 und 14 Semestern. Das reduzierte Studienpensum ermöglicht es, parallel einer Erwerbstätigkeit oder familiären Verpflichtungen nachzugehen. Auch im Teilzeitstudium sind Praxiseinsätze Bestandteil der Ausbildung.

Berufsbegleitend oder praxisbegleitend: Je nach Hochschule meist 6 bis 8 Semester oder länger. Das Studium wird mit einer Anstellung in einer Praxisorganisation des Sozialbereichs kombiniert. Der Unterricht findet häufig an zwei Tagen pro Woche statt, während die übrige Zeit in der Praxis gearbeitet wird.

Freiform oder individualisiertes Studium: Einige Fachhochschulen bieten flexible Studienmodelle an, bei denen Studierende Tempo und Studienverlauf innerhalb eines vorgegebenen Rahmens selbst gestalten können. Die Studiendauer beträgt je nach individuellem Studienplan meist zwischen 6 und 14 Semestern.

Je nach Studienmodell und Praxisorganisation erhalten Studierende während ihrer Praxiseinsätze oder ihrer praxisbegleitenden Anstellung in der Regel eine Vergütung. Höhe und Anstellungsbedingungen unterscheiden sich jedoch je nach Hochschule, Arbeitgeber und Arbeitsvertrag.

Berufsperspektiven und Berufsfelder

Der Bachelor Soziale Arbeit qualifiziert für eine Vielzahl von Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit. Absolventinnen und Absolventen arbeiten unter anderem in folgenden Bereichen:

  • Sozialdienste und Sozialhilfe
  • Kindes- und Erwachsenenschutz (KESB)
  • Kinder- und Jugendhilfe sowie offene Kinder- und Jugendarbeit
  • Schulsozialarbeit
  • Suchtberatung, Gewaltberatung und Opferhilfe
  • Arbeit mit Menschen mit Behinderung
  • Altersarbeit und Gerontologie
  • Asyl- und Migrationsbereich
  • Spitalsozialdienste
  • Gemeinwesenarbeit sowie soziokulturelle Projekte

Der Bachelor Soziale Arbeit berechtigt zudem zum Zugang zu einem konsekutiven Masterstudium in Sozialer Arbeit. Darüber hinaus bildet er die Grundlage für zahlreiche Weiterbildungen auf CAS-, DAS- oder MAS-Stufe, beispielsweise in Sozialmanagement, Kindesschutz, Gerontologie oder weiteren Fachgebieten der Sozialen Arbeit.

Für wen eignet sich das Studium?

Der Bachelor Soziale Arbeit eignet sich besonders für Personen mit:

  • Interesse an Menschen und gesellschaftlichen Fragestellungen
  • Kommunikationsstärke und der Fähigkeit, tragfähige Beziehungen aufzubauen – auch in anspruchsvollen Gesprächssituationen
  • Reflexionsvermögen, um das eigene berufliche Handeln kritisch zu hinterfragen
  • Belastbarkeit, da Studium und Berufsalltag emotional und organisatorisch anspruchsvoll sein können
  • Interesse an wissenschaftlichem Arbeiten, da Theorie, Forschung und evidenzbasierte Methoden feste Bestandteile des Studiums sind

Für wen eignet sich das Studium weniger?

Der Bachelor Soziale Arbeit ist möglicherweise weniger geeignet für Personen, die:

  • vorwiegend praktisch arbeiten möchten und wenig Interesse an Theorie, wissenschaftlichem Schreiben oder Reflexionsarbeit haben
  • sich ungern mit gesellschaftlichen Konflikt-, Krisen- oder Belastungssituationen auseinandersetzen
  • eine kürzere und stärker praxisorientierte Ausbildung ohne Hochschulabschluss anstreben. In diesem Fall können beispielsweise eine Ausbildung an einer Höheren Fachschule (z. B. Sozialpädagogik HF) oder eine berufliche Grundbildung (z. B. Fachfrau/Fachmann Betreuung EFZ) besser geeignet sein.

Wo wird der Bachelor Soziale Arbeit angeboten?

Der Bachelor Soziale Arbeit wird an mehreren öffentlich-rechtlichen Fachhochschulen sowie an einer privaten Fachhochschule angeboten:

Deutschschweiz

Romandie

  • HES-SO – Hautes écoles de travail social, mit Standorten in Freiburg, Lausanne, Genf und Siders

Tessin

  • SUPSI, Dipartimento economia aziendale, sanità e sociale

National, privat

  • Kalaidos Fachhochschule (Bachelor Soziale Arbeit, häufig berufsbegleitend)

Häufige Fragen (FAQ)

Ist der Bachelor Soziale Arbeit ein staatlich anerkannter Abschluss? Ja. Der Bachelor Soziale Arbeit ist ein staatlich anerkannter Fachhochschulabschluss mit 180 ECTS-Punkten. Je nach Hochschule wird der Titel Bachelor of Arts FH in Sozialer Arbeit oder Bachelor of Science FH in Sozialer Arbeit verliehen. Die Fachhochschulen sind nach dem Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz (HFKG) anerkannt.

Brauche ich für die Zulassung zwingend eine Berufsmaturität? Nein. Der Bachelor Soziale Arbeit kann je nach Vorbildung auch mit einer gymnasialen Maturität, einer Fachmaturität oder – an einzelnen Fachhochschulen – über ein sur dossier-Verfahren aufgenommen werden. In vielen Fällen sind zusätzlich Arbeitswelterfahrung oder ein Vorpraktikum im Sozialbereich erforderlich.

Wie lange dauert das Studium? Der Bachelor Soziale Arbeit dauert je nach Studienmodell und Fachhochschule in der Regel zwischen drei und sieben Jahren. Ein Vollzeitstudium umfasst meist sechs Semester, während Teilzeit-, berufsbegleitende oder flexible Studienmodelle entsprechend länger dauern können.

Kann ich den Bachelor Soziale Arbeit berufsbegleitend studieren? Ja. Mehrere Schweizer Fachhochschulen bieten den Bachelor Soziale Arbeit berufsbegleitend oder praxisbegleitend an. Dabei wird das Studium mit einer Anstellung in einer Praxisorganisation des Sozialbereichs kombiniert.

Was verdient man nach dem Bachelor Soziale Arbeit? Gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) lag das standardisierte Bruttoerwerbseinkommen von Absolventinnen und Absolventen des Bachelor Soziale Arbeit ein Jahr nach Studienabschluss (Abschlussjahrgang 2020) im Median bei rund 80'600 CHF (Vollzeitäquivalent). Das tatsächliche Einkommen hängt unter anderem von Arbeitgeber, Tätigkeitsbereich, Funktion und Berufserfahrung ab.

Was kann ich nach dem Bachelor Soziale Arbeit noch studieren? Nach dem Bachelor Soziale Arbeit ist ein konsekutives Masterstudium in Sozialer Arbeit möglich. Darüber hinaus stehen zahlreiche Weiterbildungen auf CAS-, DAS- oder MAS-Stufe offen, beispielsweise in Sozialmanagement, Kindesschutz, Gerontologie oder weiteren Spezialisierungsgebieten der Sozialen Arbeit.

Quellen und weiterführende Informationen

SASSA – Bachelor in Sozialer Arbeit – gemeinsame Plattform der Schweizer Fachhochschulen für Soziale Arbeit

EDK – Fachhochschulen – offizielle Informationen zu Zulassung und Aufbau des Fachhochschulsystems

Bundesamt für Statistik (BFS) – Daten zu Einkommen und Berufseinstieg von FH-Absolvent/innen

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