Der Bachelor Soziale Arbeit ist ein generalistisches Fachhochschulstudium, das auf die professionelle Tätigkeit in sämtlichen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit vorbereitet. Der Bachelor Soziale Arbeit vermittelt theoretische und praktische Grundlagen aus Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Recht, Ethik, Politikwissenschaft und Ökonomie. Ergänzt wird das Studium durch methodische Kompetenzen wie Gesprächsführung, Fallarbeit, Gemeinwesenarbeit, Projektmanagement sowie professionelle Dokumentation und Evaluation.
Ein zentraler Bestandteil des Bachelorstudiums ist die Praxisausbildung. In mehreren Praxiseinsätzen wenden Studierende ihr Fachwissen unter Anleitung in Einrichtungen der Sozialen Arbeit an und sammeln Berufserfahrung in unterschiedlichen Arbeitsfeldern.
Je nach Fachhochschule können Studierende individuelle Schwerpunkte, Wahlmodule oder Vertiefungen wählen, beispielsweise in den Bereichen Kindheit und Jugend, Migration und Integration, Alter, Sucht, psychische Gesundheit oder Gemeinwesenarbeit. Dadurch lässt sich der Bachelor Soziale Arbeit gezielt auf unterschiedliche Berufsfelder ausrichten.
Die Zulassung zum Bachelor Soziale Arbeit ist an Schweizer Fachhochschulen grundsätzlich einheitlich geregelt. Die konkreten Anforderungen unterscheiden sich jedoch je nach Hochschule leicht. Massgebend sind insbesondere die Vorbildung sowie die nachgewiesene Arbeitswelterfahrung.
Weg 1 – Berufsmaturität mit einschlägiger Berufsausbildung
Vorbildung: Berufsmaturität in Verbindung mit einer einschlägigen beruflichen Grundbildung, beispielsweise als Fachfrau/Fachmann Betreuung (FaBe) EFZ.
Praxis danach: In der Regel ist keine zusätzliche Arbeitswelterfahrung erforderlich.
Besonderheit: Meist direkte und prüfungsfreie Zulassung.
Weg 2 – Berufsmaturität oder Berufsausbildung ausserhalb des Sozialbereichs
Vorbildung: Berufsmaturität oder eine Berufsausbildung (EFZ) in einem nicht verwandten Berufsfeld.
Praxis danach: Zusätzliche Arbeitswelterfahrung ist in der Regel erforderlich, häufig ergänzt durch ein Vorpraktikum oder eine Tätigkeit im Sozialbereich. Dauer und Umfang unterscheiden sich je nach Fachhochschule.
Besonderheit: Das Vorpraktikum kann häufig vor Studienbeginn absolviert werden.
Weg 3 – Gymnasiale Maturität oder Fachmaturität
Vorbildung: Gymnasiale Maturität oder Fachmaturität, beispielsweise im Berufsfeld Soziales.
Praxis danach: Zusätzliche Arbeitswelterfahrung in einem verwandten Berufsfeld ist erforderlich. Umfang und Anforderungen variieren je nach Fachhochschule und entsprechen häufig rund einem Jahr Praxiserfahrung.
Besonderheit: Dieser Zulassungsweg eignet sich insbesondere für Studieninteressierte mit schulischer Vorbildung oder einem Berufswechsel.
Weg 4 – Zulassung sur dossier
Vorbildung: Keine formale Hochschulzugangsberechtigung auf Sekundarstufe II.
Zulassung: Einige Fachhochschulen ermöglichen eine Aufnahme im Rahmen eines sur dossier-Verfahrens. Voraussetzung sind in der Regel mehrjährige einschlägige Berufs- und Lebenserfahrung sowie weitere hochschulspezifische Anforderungen.
Besonderheit: Das Verfahren wird nicht von allen Fachhochschulen angeboten und erfolgt nach individueller Prüfung der Bewerbungsunterlagen.
Wichtig: Die konkreten Zulassungsvoraussetzungen – insbesondere die erforderliche Arbeitswelterfahrung, die Dauer eines Vorpraktikums, allfällige Eignungsabklärungen oder die Voraussetzungen für eine Zulassung sur dossier – unterscheiden sich je nach Fachhochschule. Verbindlich sind die jeweils geltenden Zulassungsbestimmungen der gewählten Hochschule.
Der Bachelor Soziale Arbeit kann an Schweizer Fachhochschulen in unterschiedlichen Studienmodellen absolviert werden. Welche Modelle angeboten werden, hängt von der jeweiligen Hochschule ab. Alle führen zum gleichen Bachelorabschluss und unterscheiden sich hauptsächlich hinsichtlich Studiendauer, Unterrichtsorganisation und Vereinbarkeit mit Beruf oder Familie.
Vollzeit: In der Regel 6 Semester (3 Jahre). Das Studium umfasst mehrere Praxiseinsätze und eignet sich für Studierende, die sich vollständig auf das Studium konzentrieren möchten.
Teilzeit: Je nach Fachhochschule meist zwischen 8 und 14 Semestern. Das reduzierte Studienpensum ermöglicht es, parallel einer Erwerbstätigkeit oder familiären Verpflichtungen nachzugehen. Auch im Teilzeitstudium sind Praxiseinsätze Bestandteil der Ausbildung.
Berufsbegleitend oder praxisbegleitend: Je nach Hochschule meist 6 bis 8 Semester oder länger. Das Studium wird mit einer Anstellung in einer Praxisorganisation des Sozialbereichs kombiniert. Der Unterricht findet häufig an zwei Tagen pro Woche statt, während die übrige Zeit in der Praxis gearbeitet wird.
Freiform oder individualisiertes Studium: Einige Fachhochschulen bieten flexible Studienmodelle an, bei denen Studierende Tempo und Studienverlauf innerhalb eines vorgegebenen Rahmens selbst gestalten können. Die Studiendauer beträgt je nach individuellem Studienplan meist zwischen 6 und 14 Semestern.
Je nach Studienmodell und Praxisorganisation erhalten Studierende während ihrer Praxiseinsätze oder ihrer praxisbegleitenden Anstellung in der Regel eine Vergütung. Höhe und Anstellungsbedingungen unterscheiden sich jedoch je nach Hochschule, Arbeitgeber und Arbeitsvertrag.
Der Bachelor Soziale Arbeit qualifiziert für eine Vielzahl von Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit. Absolventinnen und Absolventen arbeiten unter anderem in folgenden Bereichen:
Der Bachelor Soziale Arbeit berechtigt zudem zum Zugang zu einem konsekutiven Masterstudium in Sozialer Arbeit. Darüber hinaus bildet er die Grundlage für zahlreiche Weiterbildungen auf CAS-, DAS- oder MAS-Stufe, beispielsweise in Sozialmanagement, Kindesschutz, Gerontologie oder weiteren Fachgebieten der Sozialen Arbeit.
Der Bachelor Soziale Arbeit eignet sich besonders für Personen mit:
Der Bachelor Soziale Arbeit ist möglicherweise weniger geeignet für Personen, die:
Wo wird der Bachelor Soziale Arbeit angeboten?
Der Bachelor Soziale Arbeit wird an mehreren öffentlich-rechtlichen Fachhochschulen sowie an einer privaten Fachhochschule angeboten:
Deutschschweiz
Romandie
Tessin
National, privat
Ist der Bachelor Soziale Arbeit ein staatlich anerkannter Abschluss? Ja. Der Bachelor Soziale Arbeit ist ein staatlich anerkannter Fachhochschulabschluss mit 180 ECTS-Punkten. Je nach Hochschule wird der Titel Bachelor of Arts FH in Sozialer Arbeit oder Bachelor of Science FH in Sozialer Arbeit verliehen. Die Fachhochschulen sind nach dem Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz (HFKG) anerkannt.
Brauche ich für die Zulassung zwingend eine Berufsmaturität? Nein. Der Bachelor Soziale Arbeit kann je nach Vorbildung auch mit einer gymnasialen Maturität, einer Fachmaturität oder – an einzelnen Fachhochschulen – über ein sur dossier-Verfahren aufgenommen werden. In vielen Fällen sind zusätzlich Arbeitswelterfahrung oder ein Vorpraktikum im Sozialbereich erforderlich.
Wie lange dauert das Studium? Der Bachelor Soziale Arbeit dauert je nach Studienmodell und Fachhochschule in der Regel zwischen drei und sieben Jahren. Ein Vollzeitstudium umfasst meist sechs Semester, während Teilzeit-, berufsbegleitende oder flexible Studienmodelle entsprechend länger dauern können.
Kann ich den Bachelor Soziale Arbeit berufsbegleitend studieren? Ja. Mehrere Schweizer Fachhochschulen bieten den Bachelor Soziale Arbeit berufsbegleitend oder praxisbegleitend an. Dabei wird das Studium mit einer Anstellung in einer Praxisorganisation des Sozialbereichs kombiniert.
Was verdient man nach dem Bachelor Soziale Arbeit? Gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) lag das standardisierte Bruttoerwerbseinkommen von Absolventinnen und Absolventen des Bachelor Soziale Arbeit ein Jahr nach Studienabschluss (Abschlussjahrgang 2020) im Median bei rund 80'600 CHF (Vollzeitäquivalent). Das tatsächliche Einkommen hängt unter anderem von Arbeitgeber, Tätigkeitsbereich, Funktion und Berufserfahrung ab.
Was kann ich nach dem Bachelor Soziale Arbeit noch studieren? Nach dem Bachelor Soziale Arbeit ist ein konsekutives Masterstudium in Sozialer Arbeit möglich. Darüber hinaus stehen zahlreiche Weiterbildungen auf CAS-, DAS- oder MAS-Stufe offen, beispielsweise in Sozialmanagement, Kindesschutz, Gerontologie oder weiteren Spezialisierungsgebieten der Sozialen Arbeit.
SASSA – Bachelor in Sozialer Arbeit – gemeinsame Plattform der Schweizer Fachhochschulen für Soziale Arbeit
EDK – Fachhochschulen – offizielle Informationen zu Zulassung und Aufbau des Fachhochschulsystems
Bundesamt für Statistik (BFS) – Daten zu Einkommen und Berufseinstieg von FH-Absolvent/innen