Wer bietet in der Schweiz Ausbildungen zum Berufsbildner / zur Berufsbildnerin an?

Gründe für die Ausbildung zum Berufsbildner 

  • berufliche und persönliche Weiterbildung
  • Kompetenzerwerb
  • Nachweis gilt lebenslang
  • keine Prüfung
  • gemischte Kurse sorgen für intensiven Austausch
  • Spezialkurse für kaufmännische Berufe

Der Berufsbildner begleitet Auszubildende während ihrer Ausbildungszeit. Um Lernende ausbilden zu können, ist eine fundierte Ausbildung zum Berufsbildner notwendig. Dazu werden zukünftige Berufsbildner in Seminaren und Kursen weitergebildet. Mit der erfolgreichen Teilnahme an einem Berufsbildnerkurs erwerben die Teilnehmer den Berufsbildner-Nachweis, der obligatorisch ist, um junge Menschen auf ihrem Ausbildungsweg zu begleiten. Zugleich ist der Berufsbildner-Nachweis ein Beleg, damit der Betrieb bewilligen kann, dass der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin Lernende ausbildet.

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Welche Gesetze und Verordnungen zur Kurs- und Nachweispflicht bestehen?

Es gibt diesbezüglich auch ein Gesetz. Dieses ist das Bundesgesetz über die Berufsbildung (Berufsbildungsgesetz BBG) Art. 45, in dem die Anforderungen an die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner definiert sind. In der Verordnung über die Berufsbildung (Berufsbildungsverordnung BBV) Art. 40 ist die Kurspflicht für Berufsbildnerinnen und Berufsbildner bezeichnet. Diese Kurspflicht wird beschrieben als Berufsbildungsverantwortliche in der beruflichen Grundbildung.

Wer kann eine Weiterbildung zum Berufsbildner machen?

Die Berufsbildungsverordnung BBV in Art. 44 definiert die Anforderungen an die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner in Betrieben, in denen eine Lehre angeboten wird. Zukünftige Berufsbildner müssen einen Berufsabschluss mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder einen höheren Abschluss haben. Zudem bringen die Teilnehmer für die Tätigkeit in der Berufsbildung mindestens zwei Jahre praktische berufliche Erfahrung in dem Lehrgebiet mit. Beim Berufsbildnerkurs erwerben die Teilnehmer die berufspädagogischen Qualifikationen. Dazu können 100 Lernstunden absolviert werden, um das eidgenössische Diplom als Berufsbildnerin oder Berufsbildner zu erwerben. Wird der Kurs mit 40 Lektionen absolviert, erhalten die Teilnehmer nach erfolgreicher Teilnahme den Berufsbildner-Ausweis. Die Anzahl der Praxisjahre kann auch je nach Lehre bzw. Beruf, in dem der Berufsbildner Azubis fördern will, höher sein. Ein Grundkurs ist obligatorisch.

„Die Teilnehmer zeichnen sich durch Geduld und eine freundliche Grundhaltung gegenüber Auszubildenden aus.“

Für welche Berufe gilt der Nachweis zum Berufsbildner?

Die Kurse für Berufsbildner sind branchen- und berufsübergreifend und die Bildungsziele berufsübergeordnet. Es gibt aber auch spezielle Angebote wie beispielsweise für kaufmännische Berufsbildnerkurse. Eine Prüfung muss nach dem Grundkurs nicht absolviert werden. Um den Nachweis zu erhalten, ist die Teilnahme an den 40 Lektionen obligatorisch. Der Kurs zur Berufsbildung und für die Begleitung von Azubis während ihrer Lehre ist eine persönliche Weiterbildung und der Nachweis gilt lebenslang.

Welche Fähigkeiten bietet der Kurs für Berufsbildung?

Nicht nur fachlich wird ein Berufsbildner im Kurs ausgebildet. Der Kurs für Berufsbildung und für die spätere Unterstützung der Lehre von Azubis ist zugleich eine Persönlichkeitsbildung. Die Teilnehmer zeichnen sich durch Geduld und eine freundliche Grundhaltung gegenüber Auszubildenden aus. Sie haben Vertrauen in die Fähigkeiten der Azubis, können zuhören, Probleme erkennen und entsprechende Massnahmen einleiten sowie Talente erkennen und gezielt fördern. Zugleich sorgt die Weiterbildung im Bereich Berufsbildung für fachliche Kompetenz und dass der Berufsbildner von den Azubis während ihrer Lehre als Vorbild akzeptiert wird. Der Kursabsolvent lernt im Kurs die Wissensvermittlung und wie Auszubildende gefordert und gefördert werden.

Gilt die persönliche Weiterbildung auch ohne Azubi im Betrieb?

Der Kurs kann auch absolviert werden, wenn aktuell kein Azubi eine Lehre im Betrieb absolviert. Denn der Kurs ist nicht nur eine Erweiterung von fachlichen Kompetenzen, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur persönlichen Entwicklung. Einfacher ist es natürlich, wenn Azubis eine Lehre absolvieren und der Berufsbildner das Gelernte sofort in der Praxis anwenden kann. Weil der Kurs eidgenössisch ist, haben die Teilnehmer die freie Ortswahl und der Kurs für die Förderung von Azubis kann in jedem beliebigen Kanton absolviert werden. 

Gibt es eine Abrechnung von vorhandenen Bildungsleistungen?

Immer wieder taucht im Rahmen dieser Weiterbildung im Bereich Berufsbildung die Frage auf, ob bereits erbrachte Bildungsleistungen angerechnet und die Weiterbildung verkürzt werden kann. Teilnehmer, auf die das zutrifft bzw. die gleichwertige Bildungen nachweisen können, haben die Option, eine Gleichwertigkeitsanerkennung beim jeweils zuständigen Bildungsamt zu beantragen. Auch ein Antrag auf eine Teildispensation (Erlass einzelner Kurstage) ist dort möglich.

Welche Gründe für die Ausbildung zum Berufsbildner überzeugen?

Die Weiterbildung zum Berufsbildner bietet viele Vorteile. Teilnehmer absolvieren nicht nur eine berufliche Weiterbildung, sondern profitieren auch von einer Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Sie erwerben Kompetenzen und haben einen Nachweis, der lebenslang gültig ist. Zudem sorgt die Teilnahme an einer solchen Weiterbildung für einen Austausch mit Gleichgesinnten aus verschiedenen Berufen. Der Austausch führt dazu, auch über den Tellerrand zu sehen und Probleme, Fragestellungen und mehr, die in der Lehre auftreten können, konstruktiv anzugehen. Mit Angeboten für kaufmännische Berufe gibt es auch Spezialisierungen und motivierte Teilnehmer erlangen durch Absolvieren des Kurses mit 100 Stunden das eidgenössische Diplom.

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