Warum Jugendliche trotz vielen Lehrstellen leer ausgehen

Gepostet 04.11.2026, Romy Niederberger

Auf dem Schweizer Lehrstellenmarkt gibt es viele Ausbildungsplätze. Dennoch finden nicht alle Jugendlichen eine passende Lehrstelle: Lehrberuf, Region und Anforderungen der Ausbildungsbetriebe können dabei eine wichtige Rolle spielen.

Trotz grossem Lehrstellenangebot finden viele Schulabgänger und Schulabgängerinnen nicht die passende Lehrstelle. Foto: Pexels
Trotz grossem Lehrstellenangebot finden viele Schulabgänger und Schulabgängerinnen nicht die passende Lehrstelle. Foto: Pexels

Eine freie Lehrstelle bedeutet nicht automatisch, dass sie auch besetzt wird. Auf dem Schweizer Lehrstellenmarkt treffen unterschiedliche Berufswünsche, regionale Angebote und Anforderungen der Betriebe aufeinander.  

Der Markt zeigt sich insgesamt stabil: Per Ende August 2026 wurden gesamtschweizerisch rund 76'000 Lehrverträge abgeschlossen, was im Rahmen der Vorjahre liegt.  

Das Nahtstellenbarometer 2026 zeigt, wie die Situation im Frühjahr aussah. Die Zahlen stammen aus einer anderen Erhebung und sind nicht direkt mit den 76'000 Lehrverträgen vergleichbar. Von den hochgerechnet rund 74'000 angebotenen Lehrstellen waren damals 68 Prozent vergeben. Von den Jugendlichen, die sich für eine Lehrstelle interessierten, hatten 62 Prozent einen Lehrvertrag unterschrieben und weitere 11 Prozent eine mündliche Zusage. Insgesamt verfügten damit 73 Prozent über eine zugesicherte Lehrstelle. 

Warum Lehrstelle und Berufswunsch nicht immer zusammenpassen 

  • Region: Nicht in jeder Region gibt es (genügend) Lehrstellen im gewünschten Beruf. 
  • Berufswahl: Einige Lehrberufe sind besonders beliebt, während in anderen Branchen mehr Lehrstellen unbesetzt bleiben.  
  • Anforderungen: Lehrbetriebe erwarten bestimmte schulische Leistungen, Sprachkenntnisse oder Zertifikate.  
  • Bedingungen: Arbeitszeiten, Lohn, Arbeitsweg oder die Vorstellungen vom Berufsalltag beeinflussen die Wahl.  
  • Alternativen: Verwandte Berufe werden bei der Suche nicht immer berücksichtigt. 

Für Lehrstellensuchende kann sich deshalb ein Blick über den Wunschberuf hinaus lohnen. Verwandte Berufe oder weniger bekannte Lehrberufe eröffnen zusätzliche Chancen.  

Wo gibt es noch offene Lehrstellen? 

  • Yousty: Grosser Schweizer Lehrstellenbörse mit Suchfiltern.  
  • berufsberatung.ch: Offizieller Lehrstellennachweis der Schweiz. Suche nach Beruf, Ort oder Kanton möglich.  
  • lehr-stelle.ch: Lehrstellen aus verschiedenen Branchen und Regionen der Schweiz. 
  • Website der Lehrbetriebe: Viele Unternehmen veröffentlichen offene Lehrstellen zusätzlich auf ihrer eigenen Website. Auch eine Spontanbewerbung lohnt sich. 

Manchmal führt der Weg über persönliche Kontakte

  • Familie und Bekannte: Nachfragen, ob jemand einen passenden Lehrbetrieb kennt oder dort arbeitet.  
  • Freunde: Auch (ehemalige) Schulkolleginnen und Schulkollegen oder deren Eltern könnten Kontakte zu Lehrbetrieben haben.
  • Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger: Schliesst jemand in dem Jahr, in dem du deine Lehre beginnen möchtest, die Lehre ab, lohnt es sich, den Betrieb frühzeitig zu kontaktieren und nach einer freiwerdenden Lehrstelle nachzufragen.

Auch nach dem offiziellen Lehrbeginn können noch Lehrstellen frei sein. Je nach Beruf und Betrieb ist auch ein späterer Lehrbeginn möglich. 

 

Quellen

 

Ein Ratgeber des Bildungsportals Bildung-Schweiz.ch – Ihrem unabhängigen Schweizer Netzwerk für Aus- und Weiterbildung. 
Autorin: Romy Niederberger, Bildung-Schweiz.ch | Erstveröffentlichung: 04.11.2026 

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