Mehr Klarheit, mehr Anerkennung: Neue Titel für Abschlüsse der höheren Berufsbildung

Gepostet 28.01.2026, Romy Niederberger

Die neuen, vom Bund beschlossenen Titelzusätze sollen die höhere Berufsbildung klarer einordnen und die internationale Vergleichbarkeit von HF-Diplomen sowie eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen verbessern.

Mit den neuen Titelzusätzen gewinnt die höhere Berufsbildung an Anerkennung. Foto: Adobe Stock
Mit den neuen Titelzusätzen gewinnt die höhere Berufsbildung an Anerkennung. Foto: Adobe Stock

Der Nationalrat hat am 10. Dezember 2025 einer Revision des Berufsbildungsgesetzes zugestimmt. Damit werden in der höheren Berufsbildung die neuen Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master» eingeführt. Ziel der Reform ist es, dass Abschlüsse der höheren Berufsbildung klarer eingeordnet und national sowie international anerkannt werden.

Neben den neuen Titelzusätzen sieht die Gesetzesrevision weitere Anpassungen vor: So kann Englisch nun als zusätzliche Prüfungssprache bei eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen zugelassen werden. Zudem darf die Bezeichnung «Höhere Fachschule» künftig nur noch von Anbietern eidgenössisch anerkannter Bildungsgänge verwendet werden.

Die Vorlage sende ein wichtiges Signal im Kampf gegen den Fachkräftemangel und trage zur Steigerung der Attraktivität der Berufsbildung bei, erklärte Kommissionssprecherin Katharina Prelicz-Huber (Grüne/ZH). Gleichzeitig werde die höhere Berufsbildung im internationalen Kontext besser verständlich. Die neuen Titelzusätze sollen insbesondere im Ausland verdeutlichen, dass es sich um Abschlüsse der Tertiärstufe handelt.

Mehr Sichtbarkeit für praxisnahe Abschlüsse

Der Auslöser für die Änderungen war die Entwicklung der vergangenen Jahre: Während die Zahl der Hochschulabschlüsse deutlich gestiegen ist, blieb die höhere Berufsbildung in der öffentlichen Wahrnehmung weniger präsent. Insbesondere Höhere Fachschulen wiesen wiederholt auf eine mangelnde Bekanntheit und ein geringeres Ansehen hin.

Der Bundesrat reagierte darauf mit der Annahme einer Motion zur besseren Positionierung der Höheren Fachschulen und liess die Situation vertieft prüfen. In die Analyse wurde dabei nicht nur der HF-Bereich, sondern die gesamte höhere Berufsbildung einschliesslich der eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen einbezogen.

Die nun beschlossenen Massnahmen wurden in Zusammenarbeit mit den Verbundpartnern der Berufsbildung erarbeitet. Neben Bund und Kantonen waren auch die Organisationen der Arbeitswelt sowie Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulen beteiligt.

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SVEB unterstützt Aufwertung der Berufsbildung

Bereits während der Vernehmlassung hatte sich der Schweizerische Verband für Weiterbildung (SVEB) für die Einführung der Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master» ausgesprochen. Seit vielen Jahren setzt sich der Verband auf politischer Ebene für eine stärkere Anerkennung der höheren Berufsbildung ein.

Entsprechend wertet der SVEB den Beschluss als starkes Signal für die Tertiärbildung: Die neuen Titelzusätze tragen dazu bei, die Abschlüsse der höheren Berufsbildung deutlich aufzuwerten und ihre Bedeutung auf nationaler wie internationaler Ebene zu unterstreichen.

Quelle

 

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