Durchstarten mit der Höheren Fachschule

Gepostet 22.09.2021, Priska Lagler

Keine Matura, aber trotzdem studieren. Ein Studium an der Höheren Fachschule ist wertvoll und gilt als Sprungbrett in die Führungsebene.

Eine Weiterbildung an der Höheren Fachschule bringt die Karriere voran. Foto: Adobe Stock
Eine Weiterbildung an der Höheren Fachschule bringt die Karriere voran. Foto: Adobe Stock

Ein Abschluss an einer Höheren Fachschule (HF) eröffnet spannende Möglichkeiten und ermöglicht ein Studium – auch ohne Matura. Als Grundvoraussetzung für das Studium gilt lediglich eine abgeschlossene Berufslehre. Je nach Bildungsgang dauert die Ausbildung zwei bis vier Jahre bis zum HF-Abschluss. Insgesamt gibt es elf Bildungsbereiche an der Schweizer HF.

Für wen ist ein HF-Abschluss überhaupt ratsam? Marc Kummer, Rektor des Berufsbildungszentrums Kanton Schaffhausen sagt: «Junge und junggebliebene Praktikerinnen und Praktiker, welche sich beruflich weiterentwickeln und anspruchsvolle Tätigkeiten oder Führungsaufgaben übernehmen möchten.» Für ein Studium mit einem HF-Abschluss soll Interesse, Neugier, Eigenmotivation und Durchhaltewillen mitgebracht werden.

Empfohlene Angebote

Praxisorientiertes studieren

Die Höhere Fachschule ist während dem gesamten Studium sehr praxisorientiert. «Die Studierenden absolvieren ein Praktikumsjahr oder arbeiten berufsbegleitend in der Branche», erzählt Ursula Oehy, die Rektorin der HFT Graubünden. Dadurch gewinnen sie wertvolle Berufserfahrung. Dies hat der Vorteil, dass die Absolventinnen und Absolventen für den umgehenden Eintritt in den Arbeitsmarkt bereit sind. Zudem bietet ein solches Studium attraktive berufliche Möglichkeiten und «ein hervorragendes Sprungbrett in Führungsaufgaben», erklärt Marc Kummer. Ursula Oehy ist ähnlicher Meinung und ergänzt: «Ein HF-Abschluss befähigt wichtige Managementkompetenzen.»

«Die Höhere Fachschule ist ein zu wenig bekanntes Erfolgsmodell, welches für den Arbeitsmarkt sehr wichtige Nachwuchskräfte ausbildet» - Marc Kummer

Grundsätzlich legen weiterführende Schulen wie Universitäten oder Hochschulen den Schwerpunkt auf forschungsnahe Themen. Bei der Höheren Fachschule ist dies anders. Hier wird viel Wert auf hohen Praxistransfer, die Vernetzung vielfältiger Kompetenzen und deren Umsetzung gelegt. Kurz gesagt: Praxis statt Theorie. «Die Höhere Fachschule ist ein zu wenig bekanntes Erfolgsmodell, welches für den Arbeitsmarkt sehr wichtige Nachwuchskräfte ausbildet», sagt Marc Kummer vom BBZ Kanton Schaffhausen.

Vom HF-Abschluss zum Bachelor - ohne Matura

Nach dem Abschluss kann es noch mit einem weiteren Studium weitergehen, ebenfalls ohne Matura. «Einige Höhere Fachschulen haben ein Passerellenprogramm zu Fachhochschulen aufgebaut, so dass man mit wenig Zusatzaufwand – wenn man doch weiterstudieren möchte – einen Bachelorabschluss machen kann», gibt Ursula Oehy Auskunft. So können auch Lehrabgänger ohne Berufsmatura einen Fachhochschulabschluss erreichen.

«Die Höhere Fachschule ist mit ihren Ausbildungsgängen stets am Puls der Zeit», sagt Oehy. Denn die Branchenverbände seien aktiv beteiligt an der Ausarbeitung der Lehrpläne. Ausserdem werden die Studierenden von Dozierenden begleitet, die selbst in der Praxis tätig sind. «Das ist eine grosse Stärke der Höheren Fachschulen», ergänzt die Rektorin der HFT Graubünden.

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