Tablets erobern die Schulzimmer

Gepostet 02.11.2017, Gabriel Aeschbacher

Mit dem Lehrplan 21 startet die digitale Offensive in den Schweizer Schulzimmern endgültig durch. Insbesondere Tablets werden künftig zur Grundausstattung gehören.

Tablets statt Bücher - bald die Realität in Schweizer Schulzimmern. (© Yuri Arcurs - Fotolia)
Tablets statt Bücher - bald die Realität in Schweizer Schulzimmern. (© Yuri Arcurs - Fotolia)

Früher taten es die Wandtafel und der Hellraumprojektor, heute sind es zum Teil schon fix verteilte Tablets für alle Schülerinnen und Schüler. Diese erobern die Schulzimmer – und nicht wenige Weiterbildungen fokussieren darauf, auch die Lehrpersonen mit den Herausforderungen der elektronischen Medien vertraut zu machen. Primarlehrer Marco Bühlmann befürwortet diesen Trend, «denn die Schule sollte sich den Realitäten, mit denen Jugendliche heute konfrontiert sind, nicht verschliessen.» Statt die mobilen Geräte zu verteufeln, sieht er in ihnen eine grosse Chance, diese sinnvoll in den Unterricht einzubauen.

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Unteriberg in der Vorreiterrolle

Dies wird an den Schwyzer Bezirksschulen seit vergangenem Schuljahr flächendeckend praktiziert, in Unteriberg gar schon seit drei Jahren, wo Mathematiklehrer Adrian Schnüriger als Pionier gilt. Die Vorteile der Tablets liegen auf der Hand. Die Lehrer können Arbeitsblätter, Lösungen und Informationen bereitstellen, welche die Schüler jederzeit herunterladen können, ortsunabhängig, versteht sich. Zudem passen sich die Aufgaben dem Schwierigkeitsgrad an, so dass jedermann in seinem individuellen Tempo arbeitet. Dass mobile Geräte in den Schulen mittelfristig wohl ein Thema werden müssen, zeigt schon alleine der Blick in die Statistik, wonach 97 von 100 Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren ein Smartphone haben.

Und wie stehen Privatschulen zu Tablets? Für Björn Engeli, Rektor am Kollegium St. Michael in Zug, stehen sie auf der Prioritätenliste ebenfalls weit oben. „Wir diskutieren die Thematik eingehend“, sagt er, gibt aber auch zu bedenken, „dass Tablets alleine nicht eine hohe Unterrichtsqualität garantieren.“ Zum Glück würden die Persönlichkeit und die Ausstrahlung der Lehrperson nach wie vor höher bewertet als deren Fähigkeit im Umgang mit mobilen Geräten. 

 

Das sagen Schülerinnen und Schüler einer zweiten Sekundarklasse zu Tablets im Unterricht:

  • "Es wäre cool, mit Tablets statt Heften zu arbeiten"
  • "Ich bin begeistert von dieser Idee, weiss aber nicht, wie meine Eltern dazu stehen würden"
  • "Wow, nie mehr in Hefte schreiben zu müssen - das wäre aufregend"
  • "Höchste Zeit, dass es an der Schule Tablets geben wird"
  • "Ich glaube, ich würde auch zu Hause nur noch am Tablet hängen"

 

 

 

 

 

 

 

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