Weiterbildung hoch im Kurs nach der Berufslehre

Gepostet 04.10.2016, Ronny Arnold

Der Lehrstellentreffpunkt Yousty.ch hat erneut das Lernendenbarometer 2016 durchgeführt. Die neuen Zahlen sind erfreulich. Über 80% der Lernenden würden wieder eine Berufslehre absolvieren. Ein Grossteil davon will sich nach der Lehre direkt weiterbilden. Auch die weiteren Umfragewerte sprechen für die Berufslehre.

Das Lernendenbarometer zeigt, wie die Jugendlichen über ihre Berufslehre denken. (© Phovoir/Fotolia)
Das Lernendenbarometer zeigt, wie die Jugendlichen über ihre Berufslehre denken. (© Phovoir/Fotolia)

4356 Deutschschweizer Jugendliche haben im vergangenen Mai und Juni an der Online-Umfrage zur Zufriedenheit der Lernenden mit ihrer Berufslehre teilgenommen. Mit der Skala von 1 bis 10 (maximale Zufriedenheit) wurden die Teilnehmer zu verschiedenen Bereichen rund um die Berufslehre befragt. Die Entwicklung der Zahlen ist durchwegs positiv, doch unterscheidet sich diese nach Branche und Betriebsgrösse.

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Hohe Zufriedenheit mit der eigenen Lehre

Die Gesamtzufriedenheit mit der Lehrstelle steigert sich um 0.3 auf 7.2. Dieser Wert zeigt, dass die Lernenden grundsätzlich mit ihrer Berufslehre zufrieden sind. Damit die Zufriedenheit hoch ist, sind gemäss der Yousty-Umfrage verschiedene Faktoren für die Auszubildenden wichtig. Der relevanteste Faktor ist das Arbeitsklima (8.9), gefolgt von interessanten Tätigkeiten (8.6) und die Behandlung als gleichwertige Mitarbeitende (8.5). Der Lohn wiederum hat mit dem Wert von 3.1 keine grosse Bedeutung bei der Berufswahl.

Unterschiede nach Branchen und Regionen

Die beliebtesten Branchen sind Banken und Versicherungen und die Life Sciences (Chemie, Biologie, Physik und Pharma) mit je 7.6. Dicht gefolgt werden die beiden von der IT-Branche (7.5). Aufsteiger des Jahres ist die Elektronik-Branche mit 7.5. Dagegen sind der Detailhandel (6.1), die Gastronomie (6.2) und die Mode-Branche (6.4) gemäss der Umfrage die unbeliebtesten Branchen. Die zufriedensten Lernenden sind in Basel-Land und Bern (je 7.2) angestellt. Gefolgt werden sie von den Auszubildenden in Basel-Stadt (7.1) und Zug (7.0). Am Schluss dieser Rangliste sind zwar Luzern, Zürich und Thurgau, aber auch sie immer noch mit einem Zufriedenheitswert von 6.8.

Pläne nach der Lehre

Überraschend ist die tiefe Anzahl der Lernenden, welche nach der Berufslehre ihren Beruf ausüben möchten. Bei den Frauen sind dies lediglich 18.7%, bei den Männern mit 12.2% noch weniger. Bei beiden Geschlechtern steht an erster Stelle der Beginn einer Weiterbildung (Frauen 43.5% / Männer 36.9%). Bei den Männern folgt auf Platz zwei der Militärdienst (26.9%). Gemäss den Ergebnissen der Yousty-Umfrage erhoffen sich mehr als die Hälfte der Befragten mit einer entsprechenden Weiterbildung bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Bei den Männern (25%) spielt der finanzielle Anreiz eine grössere Rolle als bei den Frauen (14.7%).

Je grösser der Betrieb, desto zufriedener die Lernenden

Eine weitere Erkenntnis ist, dass Lernende in Grossbetrieben zufriedener sind. Mit 7.4 ist die Zufriedenheit deutlich grösser als in Kleinstbetrieben, wo der Wert lediglich noch bei 6.4 liegt. Diese Werte sind auch damit erklärbar, dass Lernende von Grossbetrieben zufriedener mit ihren Berufsbildnern (7.6) sind als ihre Kollegen von Kleinstbetrieben (6.3). Domenica Mauch, Projektleiterin in der Yousty AG meint dazu: „Der Druck auf die KMUs ist gross. Dennoch stehen sie in der Pflicht, die Lernenden während der Berufslehre bestmöglich zu unterstützen.“ Grundsätzlich sind die Zahlen fast durchwegs als positiv zu werten. Die Entwicklung wird mit dem Lernendenbarometer 2017 zu beobachten sein.

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