5 Keyfacts zu einer Ausbildung in der Farbtherapie
Farbtherapie arbeitet mit Farben und Farblicht und wird vom ErfahrungsMedizinischen Register EMR als Methode Nr. 76 geführt. In der Schweiz bieten private Bildungsinstitutionen entsprechende Ausbildungen an. Dauer, Kosten, Zulassung und Abschluss unterscheiden sich. Wer später therapeutisch tätig sein möchte, sollte zusätzlich die Anforderungen von EMR oder ASCA, der Versicherer und des zuständigen Kantons prüfen.
Farbtherapie ist eine Methode der Erfahrungsmedizin, bei der Farben und farbiges Licht gezielt eingesetzt werden. Das ErfahrungsMedizinische Register EMR führt Farbtherapie als Methode Nr. 76. Der Fachverband Farbtherapie Schweiz beschreibt verschiedene Anwendungen mit Farben, Farblicht, Farbvisualisierungen und weiteren Hilfsmitteln.
Farbtherapie ist nicht mit Farbberatung gleichzusetzen. Bei einer Farbberatung stehen beispielsweise Farbtypen, Kleidung und Erscheinungsbild im Mittelpunkt. Farbtherapie verfolgt dagegen einen therapeutischen Ansatz.
Aussagen über medizinische Wirkungen müssen zurückhaltend eingeordnet werden. Für allgemeine medizinische Heilwirkungen der klassischen Farbtherapie liegt keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz vor. Ergebnisse aus anderen Lichttherapieverfahren lassen sich nicht automatisch auf Farbtherapie übertragen. Die Methode sollte deshalb nicht als Ersatz für eine notwendige medizinische oder psychologische Behandlung dargestellt werden.
Farbtherapie-Ausbildungen sind in der Schweiz nicht einheitlich aufgebaut. Bildungsanbieter bestimmen Dauer, Unterrichtsform, Ausbildungsinhalte und Abschluss ihres jeweiligen Lehrgangs.
Der Fachverband Farbtherapie Schweiz verlangt ausschliesslich für die von ihm empfohlenen Ausbildungsinstitute eine mindestens einjährige Ausbildung mit Diplomabschluss. Daraus ergibt sich keine allgemeine gesetzliche Mindestdauer für Farbtherapie-Ausbildungen in der Schweiz. Zu den vom Verband beschriebenen Ausbildungsinhalten zählen unter anderem Farbenlehre, Farbtests, Therapiekonzepte, Gesprächsführung und Praxisführung.
Für eine EMR-Registrierung als Farbtherapie, Methode Nr. 76, nennt die Methodenliste 2026 90 Lernstunden Fachausbildung und 150 Lernstunden Grundlagenausbildung. Diese Registrierungsanforderungen sind keine allgemeine Vorgabe für jede Farbtherapie-Ausbildung. Für einen Registrierungsantrag gilt jeweils das zum Zeitpunkt der Einreichung gültige EMR-Reglement.
Die konkrete Ausbildung kann umfangreicher sein. Die magenta Akademie führt ihren Diplomlehrgang beispielsweise über zwei Semester berufsbegleitend. APAMED weist für ihren Lehrgang 24 Präsenztage, acht Tage angeleitetes Selbststudium und einen Prüfungstag aus.
Für Farbtherapie-Ausbildungen bestehen keine einheitlichen Zulassungsbedingungen bei allen Schweizer Bildungsanbietern. Zudem sind die Zulassung zur Ausbildung und die Voraussetzungen für eine spätere EMR- oder ASCA-Registrierung zwei unterschiedliche Dinge.
Die magenta Akademie verlangt für ihren Diplomlehrgang eine abgeschlossene Berufsausbildung auf Sekundarstufe II. Eine therapeutische Vorbildung verlangt sie nicht. APAMED nennt für ihren Lehrgang unter anderem Interesse an Farben, Bereitschaft zum Eigenprozess und genügend Zeit für die Anwendung und Wiederholung des Gelernten.
Wer nach der Ausbildung eine Registrierung anstrebt, muss zusätzliche Anforderungen beachten. Das EMR verlangt für Farbtherapie neben der Fachausbildung eine Grundlagenausbildung. ASCA arbeitet mit einem eigenen Ausbildungssystem und einer eigenen Methodenliste.
Die Aufnahme in einen Lehrgang bedeutet daher nicht automatisch, dass mit dessen Abschluss sämtliche Anforderungen einer Registrierungsstelle oder eines Versicherers erfüllt sind.
Farbtherapie kann in der Schweiz bei privaten Bildungsinstitutionen erlernt werden. Mit Stand August 2026 nennt der Fachverband Farbtherapie Schweiz die magenta Akademie in Reiden und die APAMED Fachschule in Jona als von ihm empfohlene Ausbildungsinstitute.
Die Lehrgänge unterscheiden sich in Aufbau und Umfang. Die magenta Akademie bietet einen berufsbegleitenden Diplomlehrgang über zwei Semester an. APAMED führt Farbtherapie als berufsorientierte Weiterbildung in Teilzeit mit Präsenzunterricht und angeleitetem Selbststudium.
Bei der Wahl einer Ausbildung lohnt sich deshalb ein genauer Vergleich. Wichtige Kriterien sind Standort, Unterrichtsform, Ausbildungsdauer, Umfang der Fachausbildung, medizinische Grundlagen, Praxisanteile, Abschluss, Kosten sowie die Anforderungen für eine angestrebte EMR- oder ASCA-Registrierung.
Auf Bildung-Schweiz.ch können Interessierte Farbtherapie-Ausbildungen in der Schweiz vergleichen und sich über aktuelle Bildungsangebote informieren.
Die Kosten einer Farbtherapie-Ausbildung unterscheiden sich nach Bildungsanbieter, Ausbildungsumfang und Ausbildungsmodell. Medizinische Grundlagen, Materialien und weitere Ausbildungsteile können zusätzlich zum eigentlichen Lehrgang verrechnet werden.
APAMED weist mit Stand August 2026 CHF 8'900.- Ausbildungskosten aus. Hinzu kommen Kosten für Hilfsmittel. Das medizinische Basiswissen wird separat verrechnet.
Die magenta Akademie nennt für den Diplomlehrgang mit Start am 13. Februar 2027 Gesamtkosten von CHF 10'450. Darin enthalten sind laut Anbieter Ausbildung inklusive Prüfungsgebühr, Praxishalbtage, Zusatzkosten und Anmeldegebühr. Die medizinischen Grundlagen sind nicht enthalten.
Diese Beträge sind Beispiele konkreter Bildungsanbieter und stellen keine allgemeine Preisspanne für die Schweiz dar. Interessierte sollten deshalb aktuelle Preise und eingeschlossene Leistungen direkt beim jeweiligen Bildungsanbieter prüfen.
Stand der Kostenangaben: August 2026.
Ein Diplom eines Bildungsanbieters, eine Registrierung bei EMR oder ASCA und ein eidgenössisch anerkannter Abschluss sind unterschiedliche Qualifikationen beziehungsweise Nachweise. Ein privates Diplom als Farbtherapeut:in ist nicht automatisch ein eidgenössisch anerkannter Abschluss.
Ein Anbieter-Diplom bestätigt den erfolgreichen Abschluss des jeweiligen Bildungsgangs. berufsberatung.ch bezeichnet den Abschluss der APAMED-Ausbildung beispielsweise als Diplom beziehungsweise Abschluss des Anbieters. Die magenta Akademie vergibt ein Diplom Farbtherapeut:in.
Das ErfahrungsMedizinische Register EMR ist eine unabhängige Prüfstelle. Es führt Farbtherapie als Methode Nr. 76 und legt Anforderungen für eine Registrierung fest. Die Schweizerische Stiftung für Komplementärmedizin ASCA arbeitet mit einem eigenen Qualitätssystem und eigenen Ausbildungsanforderungen.
Auch eine Registrierung bei EMR oder ASCA garantiert nicht automatisch, dass eine Zusatzversicherung die Behandlungskosten übernimmt. Versicherer legen eigene Bedingungen fest. Wer eine spätere Abrechnung über Zusatzversicherungen anstrebt, sollte deshalb bereits vor der Ausbildung die aktuellen Anforderungen der Registrierungsstellen und der relevanten Versicherer prüfen.
Nach einer Farbtherapie-Ausbildung kommen unterschiedliche berufliche Einsatzmöglichkeiten infrage. Welche Tätigkeit tatsächlich ausgeübt werden darf, hängt von der Qualifikation, dem Tätigkeitsbereich und den kantonalen Vorgaben ab.
Mögliche Einsatzfelder sind beispielsweise:
Wer nach der Ausbildung selbständig therapeutisch tätig werden möchte, sollte beim zuständigen Kanton klären, ob für die konkrete Tätigkeit eine Bewilligung oder bestimmte Qualifikation erforderlich ist. Ein privates Diplom als Farbtherapeutin oder Farbtherapeut ist nicht automatisch mit einer schweizweit einheitlichen Berufsausübungsberechtigung verbunden.
Quellen
Redaktionell geprüft
Stand: 18. August 2026
Geprüft wurden Ausbildungsmodelle, Zulassungsbedingungen, Kosten, Abschlüsse, EMR- und ASCA-Einordnung, Versicherungsbedingungen sowie die kantonale Berufsausübung. Ausbildungsangebote, Preise, Reglemente und Anerkennungsbedingungen können sich ändern.
Abgrenzung
Farbtherapie ist nicht mit Farbberatung oder Farb- und Stilberatung gleichzusetzen. Diese Bereiche beschäftigen sich vor allem mit Farbtypen, Kleidung, Styling und Erscheinungsbild. Die vorliegende Seite behandelt Farbtherapie als erfahrungsmedizinische Methode sowie die dazugehörigen Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten in der Schweiz.