Major und Minor: das Kombi-Studium

Gepostet 19.05.2016, Martina Schuler

An den meisten universitären Hochschulen der Schweiz ist es möglich, zwei oder mehrere Studiengänge zu kombinieren. Oft wird dann ein Hauptfach im Major und ein Nebenfach im Minor belegt. Was bedeutet das konkret?

Die Studienstruktur im Major-Minor-System ermöglicht interessante Fächerkombinationen. (© voren1 / Adobe Stock)
Die Studienstruktur im Major-Minor-System ermöglicht interessante Fächerkombinationen. (© voren1 / Adobe Stock)

Nur auf einer Hochzeit zu tanzen liegt dir nicht? Dann kommt dir die Studienstruktur mit einem Haupt- und einem ergänzenden Studienprogramm bestimmt entgegen: das sogenannte Major-Minor-System. Die Universität Bern bietet dieses System schon länger an. Am Beispiel der Universität Zürich, die dieses System im Sinne einer vollständigen Anpassung an die Bologna-Reform unter dem Titel „Bologna 2020“ sukzessive bis 2022 umsetzt, erklären wir, was das genau bedeutet.

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Wechsel zum Major-Minor-System

Die Universität Zürich passt sich vollständig der Bologna-Reform an. Dieser Reformplan verändert das Studieren grundlegend! In den nächsten Jahren gestaltet die Uni Zürich das Bachelor-Studium zum breit angelegten Grundstudium um. Dies mit der Möglichkeit, Einblick in verschiedene Fächer zu erhalten. Die ersten beiden Semester werden anforderungsreicher, damit die Studierenden baldmöglichst ihre wirklichen Interessen und Eignungen erkennen können. Diese Massnahme soll die häufigen Wechsel in den ersten Semestern reduzieren.

Die fachliche Spezialisierung ist demnach erst den Master-Studierenden vorbehalten. Der Akzent wird auf wissenschaftliches Arbeiten am Puls der Forschung gelegt. Ausserdem soll der Zugang für Fachfremde durch individuelle Prüfung der vorhandenen Kompetenzen flexibler geregelt werden.

Gestaffelte Einführung

Die Philosophische Fakultät der Universität Zürich bietet die neue Studienstruktur auf Stufe Bachelor seit 2017 an. Das heisst, dass das Studium auf der Bachelorstufe aus zwei Studienprogrammen besteht. Im sogenannten Major-Minor-System können die notwendigen 120 und 60 ETCS-Punkte erzielt werden. So weist zum Beispiel die Titelbezeichnung Bachelor mit Major Physical Education eine Spezialisierung und Ausbildung zum Sportlehrer beziehungsweise zur Sportlehrerin aus.

Auf Masterstufe kann das Studium seit 2019 aus einem (120 ETCS) oder zwei Programmen (Major 90 ETCS und Minor 30 ETCS) bestehen. Zusätzlich wird bereits zu Beginn des Studiums mittels Assessment geprüft, ob das richtige Fach gewählt wurde. Auch Tutorate und Mentoring werden vermehrt gefördert. Dadurch erhofft sich die Uni Zürich, dass die Abbruchquote gesenkt werden kann. Das bisherige Studium von einem Hauptfach mit zwei Nebenfächern oder von zwei Hauptfächern wird nicht mehr angeboten. Somit hat die Uni Zürich ihre Studienstruktur den schweizerischen und internationalen Universitäten angepasst.

Mögliche Fächerkombinationen

Verschaffe dir einen Überblick, wo welche Fächerkombinationen an den universitären Hochschulen der Schweiz möglich sind. Teilweise kann man auch das Nebenfach an einer anderen Universität belegen.

Einzelne Hochschulen bieten Monofächer an

Die Hochschulen der italienischen Schweiz sowie die ETH bieten im Gegensatz zu den meisten anderen Universitäten ausschliesslich Monofächer an. Das heisst, es wird jeweils lediglich eine Studienrichtung im Vollprogramm belegt.

Checkliste: Facts zum Kombistudium mit Haupt- und Nebenfach

  • Bachelor
    Major = Hauptfach mit 120 ETCS Punkten
    Minor = Nebenfach mit 60 ETCS Punkten
  • Master
    Major = Hauptfach mit 90 ETCS Punkten
    Minor = Nebenfach mit 30 ETCS Punkten
  • Teilweise ist es auch möglich, das Nebenfach an einer anderen Schweizer Universität zu belegen.
  • Die ETH und die Tessiner Hochschulen bieten nur Studiengänge in Monofächern an.

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