Auf der richtigen Seite der Zukunft

Gepostet 21.06.2022, Othmar Bertolosi

In der Industrie der Zukunft spielen Roboter und automatisierte Systeme eine zentrale Rolle. Der Wandel ist in vollem Gang und viele industrielle Tätigkeiten werden künftig von Maschinen ausgeführt. Es entstehen gleichzeitig aber auch hervorragende berufliche Perspektiven für qualifizierte Fachleute, beispielsweise in Systemtechnik und Automation.

Systemtechnik und Automation schaffen Perspektiven: Absolvierende sind gefragt. Foto: HFT Schaffhausen
Systemtechnik und Automation schaffen Perspektiven: Absolvierende sind gefragt. Foto: HFT Schaffhausen

Die Geschichte der Industrie ist geprägt von bahnbrechenden Entwicklungen. Weil sie die Arbeitswelt in der Regel grundlegend umgekrempelt haben, ist die Rede von industriellen Revolutionen. In der ersten industriellen Revolution werden Maschinen – Dampfmaschinen – zur Produktion von Gütern und Dienstleistungen eingesetzt. Mit dem Beginn der Elektrifizierung erobern in der zweiten Revolution das Fliessband und die Arbeitsteilung die Produktion. Industrie 3.0 ist geprägt durch Computer und Elektronik, die einzelnen Arbeitsschritte in der Produktion werden zunehmend automatisiert. Industrie 4.0, das Zeitalter, in dem wir uns befinden, ist geprägt durch Digitalisierung und Vernetzung.

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Industrielle Produktion verzahnt mit IT
In der Industrie 4.0 verzahnt die industrielle Produktion mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik. Technische Grundlage dafür sind intelligente und digital vernetzte Systeme. Sie ermöglicht weitgehend selbstorganisierte Produktion: Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkte kommunizieren und kooperieren in der Industrie 4.0 direkt miteinander. Man spricht vom Internet der Dinge, das auch die private Welt erobert: Intelligente Steuerungen machen Wohnen einfacher und bequemer. Mit einem Klick schaltet man beispielsweise die Musik ein, das Licht- auf Feierabendstimmung und stellt das Raumklima auf Wohlfühlen.

Jede industrielle Revolution verursacht auch Veränderungen in der Arbeitswelt: Die Dampfmaschinen ersetzten viel Muskelkraft, die Arbeitsteilung in der Industrie 2.0 bildete die Basis für die Globalisierung. Die automatisierte Produktion in der Industrie 4.0 macht menschliche Arbeitskraft teilweise überflüssig, Jobs werden verschwinden.

Hoher Bedarf an gut ausgebildeten Fachleuten
Die Digitalisierung und Vernetzung schaffen aber auch neue Arbeitsplätze und eröffnen neue, spannende Möglichkeiten: «In der Systemtechnik und Automatisation steigt der Bedarf an gut ausgebildeten Fachleuten stetig an», weiss Oliver Macher, Studiengangsleiter HF Technik an der Höheren Fachschule Schaffhausen. «Diese Spezialgebiete sind zukunftsträchtig, bieten beste Perspektiven und sehr gutes Rüstzeug für eine Karriere in der Industrie.»

Höhere Fachschulen wie die ABB Technikerschule, die Höhere Fachschule Schaffhausen  (HFS) oder die Höhere Fachschule für Technologie und Management (SFB) bieten entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten an, beispielsweise zum Diplomierte Techniker/in HF in Systemtechnik.

Systemtechniker sind gefragte Generalisten
Techniker in Systemtechnik erwerben sich Kenntnisse in Automation, Regelungstechnik, Software Engineering, Mechanik, Elektronik und Digitaltechnik. «Sie erhalten alle Kompetenzen, um komplexe technische Systeme ganzheitlich zu verstehen, zu projektieren, aufzubauen und auch zu unterhalten», erklärt Thomas Ruoss, Bildungsgangleiter Systemtechnik bei der ABB Technikerschule. «Der Studienabschluss bietet damit gute Chancen für einen spannenden Job In der High-Tech-Industrie, in der Schweizer Unternehmen einen Spitzenplatz einnehmen.

Technisch interessiert und gut in Mathe
«Voraussetzung für die Ausbildung zum Techniker bzw. zur Technikerin HF in Systemtechnik sind eine abgeschlossene Berufslehre und ausreichende Kenntnisse in Elektrotechnik, Steuerungstechnik und Mathematik» erklärt Lars Reholik-Valer, Verantwortlicher für den Studiengang HF Automation bei der SFB. «Diese Grundlagen können mit Kursen bei Bedarf erworben werden. Zielgruppe für die Ausbildung sind beispielsweise Elektroinstallateure, Elektroniker, Elektromonteure, Mechatroniker, Automatiker, Konstrukteure und ähnliche Berufsgruppen.» Die Weiterbildung dauert in der Regel 6 Semester, beispielsweise an 2 Halbtagen oder Abenden pro Woche, und beinhaltet auch eine Diplomarbeit. Der Abschluss als Dipl. Techniker/in HF Systemtechnik bietet beste Voraussetzungen, um in der Industrie 4.0 auf der richtigen Seite der Zukunft zu stehen.

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