Zeit für eine neue Herausforderung? So geht Umschulung.

Gepostet 22.12.2020, Ronny Arnold

Jobverlust, Veränderungen der bisherigen Tätigkeiten oder einfach der Wunsch nach einer Neuausrichtung? Die Gründe für eine neue berufliche Herausforderung können zahlreich sein.

Eine Umschulung bietet viele Chancen. Aber sie muss gut vorbereitet sein. Foto: Adobe Stock
Eine Umschulung bietet viele Chancen. Aber sie muss gut vorbereitet sein. Foto: Adobe Stock

Gemäss einer Studie von Jobcloud im Jahr 2018 ist jede zweite Person in der Schweiz aktiv oder passiv auf Stellensuche. Die Hauptgründe dafür sind gewünschte Salärverbesserungen und der Wunsch nach einer generellen beruflichen Veränderung. Der Anteil passiv Jobsuchender ist seit 2012 in der Studie stetig gestiegen. Passiv Jobsuchende sind Personen, die nicht bewusst einen Job suchen, aber regelmässig über einen Wechsel nachdenken. Doch was sind die Gründe dafür? Ausschlaggebend sind der gesellschaftliche Wandel und die Digitalisierung. Die Zeiten, dass jemand 40 Jahre im gleichen Unternehmen arbeitet, verschwinden immer mehr. Auf der einen Seite gibt es die Arbeitnehmenden, die den Job innerhalb der Branche wechseln. Auf der anderen Seite gibt es die immer grösser werdende Gruppe, die ganz eine neue Berufung in Angriff nimmt. Dies teilweise freiwillig aufgrund neuer Interessen oder dem Wunsch einer neuen Herausforderung, aber auch «unfreiwillig» aufgrund Umstrukturierungen, beispielsweise durch die Digitalisierung. Aber wie funktioniert Umschulung? Ein Patentrezept dafür gibt es nicht. Dies ist abhängig von den bisherigen Vorkenntnissen und dem gewünschten neuen Beruf.

Empfohlene Angebote

Eine Umschulung kann unterschiedlich ablaufen. Mögliche Wege sind:

  • Betriebliche Umschulung: Gibt es beispielsweise Umstrukturierungen in deiner Firma, ist es teilweise möglich, sich innerhalb des bisherigen Betriebs neue Qualifikationen anzueignen. Wenn du daran interessiert bist, lohnt es sich frühzeitig mit deinen Personalverantwortlichen das Gespräch zu suchen und über eine mögliche betriebliche Umschulung zu sprechen.
     
  • Berufsabschluss für Erwachsene: Wenn du einen komplett neuen Job erlernen willst, kann eine Lehre für dich das Richtige sein. Jährlich erwerben rund 9'000 Erwachsene ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder ein eidgenössisches Berufsattest (EBA) und verbessern damit Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Mehr dazu findest du hier.
     
  • Schulische Umschulung: Durch eine Aus- oder Weiterbildung an einem Weiterbildungszentrum oder einem Studium oder Lehrgang an einer Fachhochschule kannst du dir neues Wissen für deine zukünftige Karriere aneignen. Teilweise wird die schulische Umschulung auch durch kurze Praktika ergänzt.
     
  • Überbetriebliche Umschulung: Bei dieser Art der Umschulung wirst du durch entsprechende Bildungsgänge von privaten Bildungseinrichtungen auf einen Berufswechsel vorbereitet. Der Vorteil hier ist, dass du flexibel bleibst und dies sehr gut parallel zu deiner noch aktuellen Tätigkeit absolvieren kannst.

Mit einer Umschulung gelingt es, attraktiv auf dem Arbeitsmarkt zu bleiben, sich das aktuelle Wissen anzueignen und gleichzeitig für sich eine neue Herausforderung zu finden. Wenn du aber nicht sicher bist, was der richtige Weg für dich ist, können dir Coaches helfen, die auf Standortbestimmungen spezialisiert sind. Auch gibt es in vielen Kantonen kantonale Stellen, die weiterhelfen in diesen Fragen. Und nicht immer muss es direkt eine komplette Umschulung sein, manchmal hilft bereits eine Weiterbildung, wo neues Wissen angeeignet wird, um wieder Freude an der bisherigen Tätigkeit zu finden.

Vier wichtige Punkte

1. Aussichten bei Umschulung sorgfältig prüfen
Besprich deine Absichten mit deiner Familie und wenn du unsicher bist, hol dir externe Hilfe von Experten. Kläre gut ab, wie die Jobaussichten im neuen Beruf sind und wie die dortigen Erwartungen an dich aussehen.

2. Zwischen Ausbildung und Umschulung wählen
Entscheidend ist, welche Fähigkeiten du für den neuen Job brauchst. Anhand dieser Frage wird schnell klar, ob eine Umschulung mit einer Weiterbildung reicht oder du eine komplett neue Ausbildung oder ein Studium in Angriff nehmen musst.

3. Finanzierung klären
Ein entscheidender Punkt ist die Finanzierung. Wer bereits einige Jahre gearbeitet hat, muss auch gewissen finanziellen Verpflichtungen, wie beispielsweise für die Wohnung nachkommen. Dieser Punkt muss gut abgeklärt sein. Auch lohnt es sich bei kantonalen Stellen über eine allfällige finanzielle Unterstützung bei der Weiterbildung nachzufragen.

4. Positiv bleiben
Wenn du einen neuen Beruf in Angriff nimmst, sind die Erwartungen sehr hoch. Anfänglich kann es aber auch da Probleme geben. Von diesen solltest du dich nicht verunsichern lassen. Habe zu Beginn etwas Geduld. Eine neue Aufgabe zu beherrschen braucht immer etwas Zeit.

 

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