Mehr Freude im Berufsleben: 10 Tipps für langfristige Arbeitszufriedenheit

Gepostet 12.01.2026, Romy Niederberger

Wenn sich der Arbeitsalltag eher nach Pflicht als nach Freude anfühlt, fehlt es oft an Motivation und Perspektive. Wir stellen zehn wissenschaftlich belegte Tipps vor, die dabei helfen, wieder mehr Zufriedenheit und Energie im Job zu finden.

Ein unterstützendes Teamklima trägt wesentlich zu Motivation und Arbeitsfreude bei. Foto: Freepik
Ein unterstützendes Teamklima trägt wesentlich zu Motivation und Arbeitsfreude bei. Foto: Freepik

Die Schweiz zählt zu den wirtschaftlich stärksten Ländern Europas – dennoch nimmt die Zufriedenheit im Berufsalltag seit einigen Jahren ab. Arbeitsstress, emotionale Erschöpfung und fehlende Sinnhaftigkeit beschäftigen immer mehr Erwerbstätige, doch lässt sich die Arbeitszufriedenheit im Schweizer Arbeitsalltag gezielt verbessern.

Arbeitslage in der Schweiz: aktuelle Daten

Laut einer Arbeitnehmendenbefragung von Travail Suisse hat sich die Gesamtbeurteilung der Arbeitsqualität im Vergleich zu 2024 durch die Arbeitnehmenden von 67,7 auf 67 Punkte leicht verschlechtert, was vor allem auf die erneut angespannte Gesundheitssituation zurückzuführen ist. Es leiden 42,4 % der Arbeitnehmenden oft oder sehr häufig unter Stress, 41,1 % Prozent der Befragten fühlen sich nach einem Arbeitstag häufig emotional erschöpft. 

Wie ensteht Jobfrust?

Jobfrust entsteht dabei meist aus dem Zusammenspiel mehrerer Belastungen. Entscheidend ist, inwiefern die persönlichen Erwartungen an Arbeit mit der tatsächlichen Arbeitssituation übereinstimmen. Studien aus der Schweiz zeigen, dass insbesondere die folgenden Aspekte ein hohes Frustrationspotenzial haben:

  • Unzufriedenheit mit dem Lohn
    Viele Erwerbstätige empfinden ihr Einkommen im Verhältnis zu Arbeitsbelastung, Verantwortung oder steigenden Lebenshaltungskosten als unzureichend.
  • Unzufriedenheit mit der Führungskraft
    Die Qualität der Führung hat einen starken Einfluss auf Motivation und emotionale Bindung der Mitarbeitenden.
  • Zu hohes Stressniveau
    42,4 % der Erwerbstätigen sind soft Stress ausgesetzt und 41,1 % fühlen sich emotional erschöpft. Dauerstress gilt als einer der zentralen Treiber von Jobfrust.
  • Fehlende Work-Life-Balance
    Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben wird zunehmend schwieriger. Fast jede zweite erwerbstätige Person betrachtet flexible Arbeitszeiten oder -orte als unverzichtbar.
  • Unter- oder Überforderung
    Monotone Tätigkeiten, fehlende Entwicklungsperspektiven oder dauerhaft überfordernde Anforderungen mindern die Arbeitszufriedenheit deutlich. Nur 28 % der Erwerbstätigen empfinden ihre Arbeit als Berufung.
  • Einsamkeit und fehlende Zugehörigkeit im Team
    Eine geringe emotionale Bindung an das Unternehmen deutet darauf hin, dass sich viele Mitarbeitende nicht wirklich eingebunden fühlen. Soziale Isolation wirkt sich negativ auf Motivation und Wohlbefinden aus.
  • Schlechtes Arbeitsklima im Team
    Laut einer Befragung von swissstaffing ist für 68 % der Erwerbstätigen in der Schweiz ein gutes Arbeitsklima wichtiger als der Lohn. Konflikte, fehlendes Vertrauen oder negative Stimmung erhöhen das Risiko von Jobfrust erheblich.

Auswirkungen auf die Psyche

Ein dauerhaft belastendes Arbeitsumfeld wirkt sich nicht nur auf die Motivation, sondern auch auf die psychische Gesundheit aus. Konflikte im Team, fehlende Wertschätzung, anhaltender Leistungsdruck oder nicht fair entlohnt zu werden, zählen zu den häufigsten Belastungsfaktoren im Schweizer Arbeitsalltag.

Wer sich über einen längeren Zeitraum in einer Arbeitssituation befindet, die als sinnlos, unfair oder überfordernd empfunden wird, hat ein erhöhtes Risiko, Stresssymptome zu entwickeln. Dazu zählen beispielsweise anhaltende Müdigkeit, Schlafprobleme, innere Unruhe, Erschöpfung und das Gefühl ständiger Überforderung.

Neben klassischem Stress können auch Fehlbelastungen entstehen. Wenn die Arbeit dauerhaft als monoton oder unterfordernd erlebt wird, kann sich ein Boreout-Syndrom entwickeln. Umgekehrt führt eine anhaltende Überforderung, etwa durch hohe Arbeitsintensität oder fehlende Erholungsphasen, häufig zu Burnout-Symptomen.

Beide Formen der Fehlbelastung können ähnliche Folgen haben: Reizbarkeit, Frustration, sinkende Leistungsfähigkeit und chronische Unzufriedenheit. Studien aus der Schweiz zeigen, dass insbesondere fehlender Gestaltungsspielraum und mangelnde Anerkennung das Risiko für psychische Belastungen erhöhen.

Folgen für Unternehmen

Arbeitsbedingter Frust betrifft nicht nur die betroffenen Mitarbeitenden, sondern er hat auch wirtschaftliche Konsequenzen für Unternehmen.:

  • geringere Produktivität
  • sinkende Arbeitsqualität
  • höhere Fehlzeiten
  • geringere emotionale Bindung an das Unternehmen

Flexibles Arbeiten und Wohlbefinden im Homeoffice

Digitalisierung, künstliche Intelligenz und neue Arbeitsformen wie das Homeoffice verändern die Arbeitswelt nachhaltig. Diese Entwicklungen verlaufen teilweise schneller, als sich Unternehmen und Arbeitnehmende darauf einstellen können. Umso wichtiger wird das Gleichgewicht zwischen Flexibilität, Sicherheit und Gesundheit.

Homeoffice hat sich inzwischen fest etabliert: 2025 arbeiteten 42,6 % der von Travail Suisse befragten Erwerbstätigen zumindest zeitweise von zu Hause aus. Diese Arbeitnehmenden berichten insgesamt von einer höheren Arbeitszufriedenheit, insbesondere aufgrund grösserer Autonomie und flexiblerer Arbeitsgestaltung.

Branchen, in der Homeoffice keine Möglichkeit ist, sind dagegen häufiger mit belastenden Bedingungen verbunden, etwa höherem Stress, längeren Arbeitstagen und körperlicher Beanspruchung. Gleichzeitig zeigt sich, dass auch das Homeoffice Herausforderungen mit sich bringt: Rund 26 % der Befragten fehlt der soziale Austausch am Arbeitsplatz sowie geben 22,8 % an, die physische Nähe zu anderen Menschen zu vermissen.

10 Tipps, um in der Schweiz wieder mehr Freude im Job zu finden

 

1. Eigene Motivation und Bedürfnisse einschätzen

Zunächst lohnt es sich, die persönliche Motivation im Kontext der aktuellen Arbeitssituation zu reflektieren: Welche Aufgaben machen mir Spass? Wo sind Frustrationspunkte? Eine Selbstanalyse kann helfen, mit konkreten Gesprächen über Entwicklung oder Rolle anzusetzen.

2. Perspektive anpassen, ohne Probleme zu ignorieren

Eine neue Sichtweise kann Konflikte entschärfen. Dabei geht es um konstruktive Interpretation von Herausforderungen.

3. Positives Feedback aktiv einbringen

Nicht nur Kritik, sondern auch positives Feedback und Anerkennung im Team verbessert das Arbeitsklima deutlich und fördert gegenseitige Wertschätzung.

4. Anpassungsfähig bleiben

Die Arbeitswelt verändert sich stetig – durch neue Prozesse, Technologien oder Arbeitsmodellen. Lernbereitschaft und flexible Anpassung an Veränderungen mindern Frustration und steigern berufliche Resilienz.

5. Gelassenheit im Arbeitsalltag bewahren

Gelassenheit bedeutet nicht Leichtsinn, sondern Bewusstsein für Work-Life-Balance und Stressprävention. Kurze Pausen, gedankliche Distanz zu kleinen Ärgernissen und ein strukturierter Tagesrhythmus helfen, die Belastung zu reduzieren.

6. Kleine Frustrationen bewusst relativieren

Nicht jede Hürde im Arbeitsalltag ist ein Zeichen für ein strukturelles Problem. Kleine Ärgernisse, wie technische Pannen oder organisatorische Hürden, lassen sich oft durch bewusstes Umlenken der Aufmerksamkeit oder Humor ausgleichen.

7. Veränderungen akzeptieren und gestalten

Veränderungen, sei es neue Aufgaben, Prozesse oder Teamkonstellationen, gehören zum Berufsleben dazu. Wer Veränderungen als Chance begreift und aktiv mitgestaltet, erhöht die eigene Autonomie und Zufriedenheit.

8. Abteilungsübergreifendes Interesse zeigen

Ein Blick über den Tellerrand hinaus bereichert den Arbeitsalltag: Mitarbeitende, die zusätzliches Interesse in anderen Bereichen oder Projekten zeigen, erfahren mehr Abwechslung, lernen Neues und stärken gleichzeitig ihre Netzwerke im Unternehmen – ein klarer Vorteil im Schweizer Arbeitsmarkt.

9. Neue Aufgaben ausprobieren oder Rollen wechseln

Wer über lange Zeit dieselben Aufgaben erfüllt, kann in ein Motivationsloch geraten. Mitarbeitende in der Schweiz nutzen oft interne Rollenwechsel oder Projektarbeiten, um neue Kompetenzen zu entwickeln und mehr Sinn im Beruf zu finden.

10. Externe Unterstützung nutzen

Wenn der Frust im Job über längere Zeit anhält, kann es helfen, Unterstützung von aussen in Anspruch zu nehmen. Coachings, Supervision oder therapeutische Angebote können dabei unterstützen, die Situation einzuordnen und neue Wege zu finden. In der Schweiz gibt es dafür zahlreiche spezialisierte Angebote im Bereich Arbeitspsychologie und Stressbewältigung.

 

Warum diese Tipps wirken

Die zehn Tipps beruhen auf drei zentralen Prinzipien:

  • Selbstwirksamkeit stärken – durch Reflexion, Lernen und aktive Mitgestaltung
  • Soziale Ressourcen nutzen – durch Wertschätzung, Netzwerke und Teaminteresse
  • Perspektive erweitern – durch Gelassenheit, Anpassung und Rollenvielfalt

Quelle

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