Hochschulpraktikum – der Königsweg zur Arbeitsstelle

Gepostet 09.03.2022, Priska Lagler

Hochschulpraktika werden immer beliebter für den lückenlosen Einstieg nach dem Studium. Wir sagen dir, warum sich ein Praktikum lohnt.

Ein Praktikum gilt als erster Schritt in die Arbeitswelt. Foto: Adobe Stock
Ein Praktikum gilt als erster Schritt in die Arbeitswelt. Foto: Adobe Stock

Der Eintritt ins Berufsleben direkt nach Studienabschluss ist teilweise schwierig. Trotz Bachelor- oder Masterabschluss wird von den Absolvierenden Berufserfahrung verlangt. Diese Erfahrungen werden im besten Fall in einem Hochschulpraktikum gesammelt. «Ein Praktikum bietet die Möglichkeit, eine Unternehmung oder eine Branche kennenzulernen», sagt Stefan Gerig, Leiter Career Services von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. 

Ein Hochschulpraktikum ermöglicht gemäss Stefan Gerig auf unverbindliche Weise, erste wichtige Berufserfahrungen zu sammeln. Als Nachteil nennt der Experte, die ungeregelte und deshalb häufig schlechte Bezahlung von Praktika. Es müsse jedoch differenziert werden, ob es ein «normales» Praktikum sei oder ob ein Bachelor- oder Masterabschluss für die Stelle vorausgesetzt werde. Auch wenn es schlecht bezahlte Praktika gibt, sei dies nicht bei jedem Praktikum der Fall.  Ein weiterer Nachteil sei, dass eine Praktikantin oder ein Praktikant kaum oder wenig Verantwortung trägt. «Das kann unter Umständen demotivierend wirken», sagt Stefan Gerig.

Lohn unterscheidet sich je nach Branche stark

Praktikantinnen und Praktikanten werden oftmals als «kostengünstige Arbeitskräfte» angeschaut. Für Studierende oder Absolvierende gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie ein fairer Lohn ausgehandelt wird. Stefan Gerig empfiehlt, im Internet die üblichen Praktikumslöhne zu recherchieren und miteinander zu vergleichen. Man müsse sich bewusst sein, dass sich der Lohn je nach Branche stark unterscheiden kann. Vor allem in künstlerischen und kulturellen Gebieten geht es bei einem Praktikum mehr um die Berufserfahrung und das Netzwerk, als um die Entlöhnung.

Es gibt keinen optimalen Zeitpunkt für ein Hochschulpraktikum. Dies hängt von der Studienrichtung sowie der allgemeinen Situation der betroffenen Person ab. Je nach Situation bietet sich während oder nach dem Studium ein Praktikum an. «Grundsätzlich ist das Absolvieren eines Praktikums aus meiner Sicht selten falsch», sagt Stefan Gerig.

Vor Abschluss über berufliche Zukunft nachdenken

Der lückenlose Einstieg nach dem Studium in die Berufswelt ist schwierig. Stefan Gerig empfiehlt, sich bereits vor dem Abschluss mit möglichen Tätigkeitsgebieten auseinanderzusetzen. Mit Berufstätigen sprechen, in Unternehmen schnuppern aber auch ein Profil auf berufsorientierten Social-Media-Plattformen wie LinkedIn anlegen kann helfen. An Hochschulen und Universitäten gibt es oftmals sogenannte Career Services, die sich täglich mit solchen Fragestellungen auseinandersetzen. Job- und Absolvierenden-Messen lohnen sich ebenfalls. Für Stefan Gerig sind folgende Punkte am wichtigsten: Gespräche führen, netzwerken, Neugierig-Sein sowie die Augen und Ohren offen halten.

Nicht allen Absolvierenden gelingt ein direkter Einstieg. «Die meisten, denen dies gelingt, hatten vor Studienabschluss bereits einen Fuss in dieser Unternehmung», vermutet Gerig.

Das Internet hilft bei der Praktikumssuche

Ein Hochschulpraktikum wird am einfachsten im Internet gefunden. Grössere Unternehmen haben ein breites Angebot an Praktika in verschiedenen Bereichen. Es empfiehlt sich, früh nach einem Praktika Ausschau zu halten und regelmässig verschiedene Websites im Internet zu prüfen.

Hochschulpraktika vs. Trainee-Programme

Je nach Unternehmen sind die Unterschiede eines Hochschulpraktikums zu einem Trainee-Programm unterschiedlich. Grundsätzlich richten sich beide an Studierende oder Absolventinnen sowie Absolventen einer Universität oder Fachhochschule. Zudem hat ein Hochschulpraktikum einen gezielten Ausbildungscharakter. Das Ziel von einem Hochschulpraktikum ist, die Interessierten mittel- oder langfristig an das Unternehmen zu binden. Trainee-Programme dauern in der Regel länger, von zwei bis zu drei Jahren. In dieser Zeit werden Absolvierende gezielt für das Unternehmen und die spätere Tätigkeit ausgebildet. Oftmals gibt es bei einem Trainee-Programm die Möglichkeit, in verschiedene Abteilungen reinzuschnuppern. Bei Trainee-Programmen geht es ebenfalls darum, Absolvierende gezielt für das Unternehmen auszubilden und an das Unternehmen zu binden. Beide Optionen - das Hochschulpraktikum und Trainee-Programme bieten gute Einstiegsmöglichkeiten nach dem Studium. 

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