So hilft dir die Berufsmatura bei deiner Karriere

Gepostet 06.04.2018, Ronny Arnold

Mit der Berufsmatura kann ohne Aufnahmeprüfung an einer Fachhochschule ein Studium begonnen werden. Wer zusätzlich eine Aufnahmeprüfung absolviert, kann auch das Lehrerstudium an einer Pädagogischen Hochschule starten. Tobias Schilter hat diesen Weg gewählt und wird ab Herbst mit dem Start des Studiums seinem Ziel Primarlehrer einen Schritt näher kommen.

Tobias Schilter vor dem Gebäude des BWZ Uri.
Tobias Schilter vor dem Gebäude des BWZ Uri.

Dank der Berufsmatura ist studieren auch ohne gymnasiale Matura möglich. So hat auch der 21-jährige Altdorfer Tobias Schilter nach seiner Lehre entschieden, die Berufsmatura in Angriff zu nehmen. «Durch mein Traineramt beim FC Altdorf merkte ich, dass mir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Freude bereitet. Mit der Berufsmatura kann ich nun im Herbst an der PHSZ in Goldau das Studium zum Primarlehrer starten.» Für ihn war wichtig, möglichst rasch das Studium zu starten: «Darum wählte ich direkt nach der Lehre das einjährige Vollzeitstudium am Berufs- und Weiterbildungszentrum Uri.»

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Nach der Berufsmatura steht Tobias Schilter jetzt vor dem Studium
Nach der Berufsmatura steht Tobias Schilter jetzt vor dem Studium
So wie Tobias Schilter machen es immer mehr junge Erwachsene. Wurden 2006 noch 6’478 Berufsmaturitätszeugnisse ausgestellt, waren es 2016 bereits 14’397 Abschlüsse. Es gibt drei verschiedene Modelle um die Berufsmatura zu absolvieren. Direkt mit der Lehre zusammen und Vollzeit oder berufsbegleitend danach. Ein Anbieter solcher berufsbegleitenden Modelle ist die AKAD. Sie bietet Lehrgänge zur Berufsmaturität in den Ausrichtungen Gestaltung und Kunst, Gesundheit und Soziales, Technik/Architektur/Life Sciences sowie Wirtschaft und Dienstleistungen an. «In den letzten Jahren sind die Zahlen insbesondere in den Lehrgängen für Gesundheit und Soziales stark angestiegen.», sagt Marcel Hinder, AKAD Schulleiter in Zürich. Die Angebote dauern je nach Anzahl Unterrichtstage 1 bis 1,5 Jahre. «Daneben gilt es noch einen beträchtlichen Anteil an Vor- und Nachbearbeitungszeit rund um den Unterricht zu berücksichtigen.»

«Dank der Berufsmatura steht einem Studium an einer Fachhochschule nichts im Weg» Marcel Hinder, AKAD

Die Berufsmatura richtet sich an alle, welche ein Studium an einer Fachhochschule starten möchten. Mit dem Berufsmaturitätszeugnis kann prüfungsfrei das Studium gestartet werden. Wer an einer Universität studieren will, dem steht in Verbindung mit der Passerelle auch dieser Weg offen. Aber wie gelingt ein erfolgreicher Abschluss? «Die beste Erfolgsgarantie ist ein bereits vorhandenes Studienziel, somit fällt die Fokussierung auf das Ziel Berufsmatura am einfachsten.», rät Marcel Hinder. «So ging es auch mir, dank dem Berufswunsch Primarlehrer hatte ich jederzeit mein Ziel vor Augen», ergänzt Tobias Schilter.

Berufsmatura - eine Übersicht

Folgende Ausrichtungen stehen zur Auswahl:

  • Technik, Architektur und Life Sciences als Ergänzung einer beruflichen Grundbildung technischer oder handwerklicher Art.
  • Natur, Landschaft und Lebensmittel als Ergänzung einer beruflichen Grundbildung im Bereich Natur, Landschaft und Lebensmittel.
  • Wirtschaft und Dienstleistungen als Ergänzung einer beruflichen Grundbildung in einem Betrieb dieses Sektors oder in einer Handelsmittelschule.
  • Gestaltung und Kunst als Ergänzung einer beruflichen Grundbildung im Bereich künstlerischer, technisch-handwerklicher Berufe.
  • Gesundheit und Soziales als Ergänzung einer beruflichen Grundbildung im gesundheitlich-sozialen Bereich oder in der Körperpflege.

Die Berufsmaturität kann auf verschiedenen Wegen erlangt werden:

  • Während der beruflichen Grundbildung (BM1): im Betrieb oder in einer Vollzeit-Berufsfachschule durch den Besuch der entsprechenden Lehrgänge. Für die Zulassung gelten in der Regel zusätzliche Bedingungen, wie Zeugnisnoten, Zulassungsprüfungen, etc. Ausserdem braucht es die Einwilligung des Arbeitgebers. Der zusätzliche Unterricht für die BM1 bedingt im Normalfall einen weiteren halben Tag Unterricht. Dieser beginnt im Allgemeinen im ersten Lehrjahr.
  • Nach Abschluss der beruflichen Grundbildung (BM2), durch den Besuch von Lehrgängen für qualifizierte Berufsleute. Die Vollzeit-Ausbildung dauert zwei Semester, Teilzeit-Varianten brauchen drei bis fünf Semester. Einige Institute bieten Vorkurse für die Zulassung zu den Maturitätslehrgängen an.
  • Durch direktes Ablegen der eidgenössischen Berufsmaturitätsprüfungen, nach individueller Vorbereitung. Diese Prüfungen finden einmal pro Jahr (Juli/August) statt. Für die Zulassung ist ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis erforderlich.

(Quelle: berufsberatung.ch)

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