Generationenwechsel im Familienbetrieb

Gepostet 30.10.2018, Ronny Arnold

Wechsel in der Geschäftsführung sind immer eine Herausforderung für Unternehmen. Wenn der eigene Nachwuchs in den Betrieb einsteigt, ist die Situation nochmals eine andere. Das Urner Möbelgeschäft «Möbel Bär» hat gerade so einen Generationenwechsel hinter sich.

Muss Jungunternehmer Marc Bär (links) weitreichende Entscheide fällen, geben Diskussionen mit Vater Willy Bär Sicherheit.
Muss Jungunternehmer Marc Bär (links) weitreichende Entscheide fällen, geben Diskussionen mit Vater Willy Bär Sicherheit.

Nur das Unternehmertum im Blut zu haben reicht nicht, um erfolgreich zu wirtschaften. Das weiss auch Marc Bär, Geschäftsführer der Möbel Bär AG in Altdorf. «Die Herausforderungen in einem KMU sind vielfältig.» Damit der junge Urner für diese Aufgaben gerüstet ist, hat er soeben ein  Wirtschaftsstudium abgeschlossen. «Nach meiner Entscheidung ins Familienunternehmen einzusteigen war für mich immer klar, dass ich mich in diesem Bereich umfassend weiterbilden möchte. Als Geschäftsführer bin ich überall involviert - ob im Finance, Marketing, HR oder in der Strategie. Mit meinem Studium fühle ich mich optimal darauf vorbereitet.»

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Aber was ist die Motivation in einer Branche einzusteigen, die seit Jahren von ein paar grossen Playern dominiert wird? «Das Möbelbusiness ist tatsächlich herausfordernd momentan. Doch für mich geht es um mehr. Ich will das seit über 75 Jahren existierende und regional verankerte Unternehmen weiterführen und so positionieren, dass es uns gelingt die Arbeitsplätze vor Ort langfristig zu sichern.» Ein Ziel, dass auch sehr viel Einsatz von ihm selber erfordert: «Mit der berufsbegleitenden Ausbildung und gleichzeitig dem Generationenwechsel im Geschäft bin ich teilweise schon am Limit gewesen, für mich ist es deshalb wichtig in Zukunft eine gesunde Work-Life- Balance aufzubauen, damit ich für die täglichen Herausforderungen gerüstet bin.»   

Die Weiterbildungsmöglichkeiten für Jungunternehmer wie Marc Bär sind zahlreich. «Wir bieten bei der Fernfachhochschule Schweiz im Studiengang Betriebsökonomie diverse Module, die sich vertieft mit Themen des Entrepreneurship und Innovationsmanagement auseinandersetzen» sagt Désirée Guntern Kreuzer von der FFHS. Der Studiengang eignet sich besonders für Berufstätige: «Durch das flexible Studienmodell, das mit einer Berufstätigkeit von 80% vereinbar ist, sprechen wir junge Menschen an, die voll im Berufsleben stehen und sich gleichzeitig für Management- und Führungspositionen weiterqualifizieren möchten.»

«Die Herausforderung ist gross, der Reiz aber auch.
«Die Herausforderung ist gross, der Reiz aber auch.
Auch bei der Handelsschule KV Basel geniesst das Jungunternehmertum grosses Gewicht. «Das Ziel unseres Studiengang Dipl. Betriebswirtschafter HF ist einerseits Fachkompetenz in diesem Bereich und andererseits der Aufbau von Führungskompetenzen. Das Studium ist umfassend, es beinhaltet alle Bereiche, die in der Praxis angetroffen werden» erklärt Stefan Blunier. «Nebst den betriebswirtschaftlichen Facts wird bei uns viel Wert auf die Soft Skills gelegt, die zunehmend matchentscheidend für einen Jungunternehmer werden: Auftrittskompetenz, Führungsknowhow und Kommunikationsfähigkeit.»

Neben all den wirtschaftlichen Aufgaben ist es für Marc Bär ein besonderes Anliegen, wieder mehr die Qualität und Vorteile seiner Produkte in den Vordergrund zu stellen: «Möbel sind viel mehr als nur ein Gebrauchsgegenstand, sie tragen aktiv zum Wohlbefinden bei.» Und dann musste der junge Urner auch schon wieder weiter, seine Entscheidungen waren anderswo gefragt – die Arbeit geht dem Jungunternehmer garantiert nicht aus.

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