Entwicklung der Persönlichkeit nicht dem Zufall überlassen

Gepostet 09.10.2020, Martina Tresch-Regli

Während Fachkompetenz trainiert wird, überlassen wir die Persönlichkeitsentwicklung dem Zufall. Das muss nicht sein. Seminare helfen bei der Entwicklung der Persönlichkeit.

Der Wunsch nach Veränderung ist entscheidend für die Persönlichkeitsentwicklung. Foto: Adobe Stock
Der Wunsch nach Veränderung ist entscheidend für die Persönlichkeitsentwicklung. Foto: Adobe Stock

Eine Sportlerin trainiert ihren Körper. In der Schule werden Fachkompetenzen vom Kindergarten an entwickelt. Wie aber steht es mit der Persönlichkeit? Kann sie trainiert beziehungsweise entwickelt werden? „Ja, absolut“, sagt Martin Feigenwinter, Sport-Mentaltrainer, Olympionike im Eisschnelllauf und Dozent am Ausbildungsinstitut Perspectiva. Wie aber entwickelt man seine Persönlichkeit? „Entscheidend ist, dass ein Wunsch für Veränderung da ist.“ Nicht selten liegt diesem Wunsch eine unbefriedigende Arbeitssituation, eine nahende Prüfung oder ein neuer Lebensabschnitt zugrunde.

Empfohlene Angebote

Der Persönlichkeitsentwicklung wird in unserer Gesellschaft viel zu wenig Beachtung geschenkt, findet Martin Feigenwinter: „Im Sport werden Körper und Geist darauf trainiert, die gewünschte Leistung abzurufen. In unserer Leistungsgesellschaft bleibt die Person oft auf der Strecke.“ Das entscheidende Stichwort: Ruhepausen, also Zeit für die Regeneration finden, so, wie es auch Spitzensportler tun. Nur in einem entspannten Zustand habe man einen guten Zugang zu seinen Bedürfnissen. Die Trainings von Martin Feigenwinter beginnen denn auch immer mit einer Entspannungsübung. Anschliessend suchen sich die Teilnehmenden ein Bild aus, zum Beispiel einen Delphin oder ein Landschaftsbild, das bei Ihnen positive Gefühle und Emotionen weckt. „Über diese Bilder finden Teilnehmer heraus, was ihre Bedürfnisse sind und was sie wirklich wollen“, so der Dozent.

Persönlichkeitsentwicklung

Voraussetzung:

  • Wunsch nach Veränderung (Diskrepanz zwischen Ist und Sein)                         

Darum geht es: 

  • Eigene Stärken finden
  • Mit Druck umgehen
  • Für Wohlbefinden sorgen
  • Bewusst Ruhepausen einbauen

Mit Emotionen arbeitet auch Christina Stäheli vom Institut für Körperzentrierte Psychotherapie. „Das ganzheitliche Lernen an der IKP bezieht nicht nur den Kopf, sondern auch die emotionale und die körperliche Ebene mit ein“, erklärt die Dozentin und Psychotherapeutin und sie betont: „Jedes Seminar, das angeboten wird und besucht wird, trägt zur Entwicklung der Persönlichkeit bei.“ Die IKP bietet hierzu verschiedene Kurse an, die sich mit den Themen Kommunikation und Gesprächsführung, Körperwahrnehmung, Resilienz und Ressourcen aktivieren oder Stressberatung befassen. Jedes Seminar enthält einen Theorieteil mit Frontalunterricht, überwiegend wird jedoch im Seminarstil zum Beispiel mit Erfahrungsübungen gearbeitet. „Auch das Lernen mittels Partnerübungen trägt dazu bei, Informationen und Erfahrungen besser im Gedächtnis zu behalten“, erklärt Christina Stäheli.

An der Perspectiva werden unter anderem ZRM-Trainings (Zürcher Ressourcen Modell) angeboten. „Teilnehmer lernen dabei, ihre Bedürfnisse besser wahrzunehmen, eigene Stärken zu erkennen, motivierende Ziele zu setzen und Strategien zu entwickeln, wie sie besser mit Druck umgehen können“, so Martin Feigenwinter. Nach dem Seminar ist mit der Persönlichkeitsentwicklung jedoch nicht Schluss, das Lernen geht dann erst richtig los: „Es geht darum, ausgetretene Pfade zu verlassen – das braucht Zeit.“ Und auch hier ists wie beim Sport: „Wichtig ist, regelmässig zu trainieren und am Ball zu bleiben.“