10 Tipps für sicheres Surfen

Gepostet 02.07.2026, Romy Niederberger

Mangelnde IT-Sicherheit führt zu Cyberattacken. Mit unseren Tipps kann jeder im Alltag aktiv etwas unternehmen, um sich und seine Daten im Netz vor modernen Cyberrisiken zu schützen.

Ohne VPN solltest du im öffentlichen WLAN auf sensible Logins und Banking verzichten. Foto: Pexels
Ohne VPN solltest du im öffentlichen WLAN auf sensible Logins und Banking verzichten. Foto: Pexels

Die Zeiten, in denen man betrügerische E-Mails an schlechter Grammatik sofort erkannte, sind vorbei. Durch den rasanten Einzug von künstlicher Intelligenz sind Cyberattacken und Phishing-Versuche heute täuschend echt und hochgradig personalisiert.  

Unsere Tipps für einen sicheren Aufenthalt im Netz: 

 

1. Automatisierte Softwareupdates aktivieren 

Wer seine Software bei neuen verfügbaren Updates sofort auf die neueste Version aktualisiert, bietet Cyberkriminellen weniger Angriffsfläche. Updates schliessen bekannte Sicherheitslücken in Betriebssystemen, Browsern und Apps, bevor Hacker diese ausnutzen können. Um neue Updates möglichst bald nach der Erscheinung durchzuführen, sollte die Funktion „Automatische Updates“ aktiviert werden.

 

2. Lange und unterschiedliche Passwörter 

Der Name des Haustiers oder das Geburtsdatum der Tochter sind keine sicheren Passwörter. Verwende für jeden Account ein einzigartiges Passwort mit mindestens 12 bis 16 Zeichen. Ein bewährter Trick, um komplexe Passwörter zu erstellen: Bilde einen Satz und nutze nur die Anfangsbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen (z. B. *„Ich surfe jeden Tag seit 2026 sicher!“* wird zu *IsjTs2026s!*). 

 

3. Passwortmanager und Passkeys nutzen 

Ein Passwortmanager wie Bitwarden oder 1Password erstellen und speichern starke, einzigartige Passwörter für jeden Account. Viele Passwortmanager unterstützen inzwischen auch sogenannte Passkeys. Diese ersetzen Passwörter vollständig und bieten einen besonders guten Schutz vor Phishing, da sie nur auf der echten Website funktionieren. Wo verfügbar, sollten Passkeys bevorzugt verwendet werden. 

 

4. Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) einrichten 

Zusätzlich zum Passwort wird für den Login ein zweiter Faktor verlangt – meist ein ständig wechselnder Code auf dem Smartphone. Dank dieser Authentifizierung wird das blosse Erraten oder Abfangen eines Passworts für Angreifer deutlich erschwert. Nutze statt SMS-Codes lieber sicherere Authentifikator-Apps wie Google Authenticator. 

 

5. Backup nach der 3-2-1-Regel erstellen 

Falls Daten durch einen Defekt oder Ransomware (Erpressungstrojaner) verloren gehen, sichert ein Backup deine Daten. 

So geht’s: 

Erstelle 3 Kopien von deinen Daten auf 2 verschiedenen Medientypen (z. B. lokale Festplatte und Cloud) und bewahre eine Kopie davon ausserhalb des Hauses (oder offline) auf. Trenne externe Backup-Medien nach dem Sichern immer vom PC. 

 

6. KI-gestützte Phishing- und Betrugsversuche erkennen

Aufgrund von künstlicher Intelligenz sind betrügerische E-Mails heute oft fehlerfrei und täuschend echt formuliert. Betrachte solche Nachrichten mit Misstrauen, wenn künstlicher Druck aufgebaut wird (z. B. durch Wörter wie “Konto gesperrt“, “Paket blockiert“). Prüfe immer die Absender-Adresse, klicke nicht voreilig auf Links und öffne niemals unerwartete Dateianhänge. 

Dies gilt nicht nur für E-Mails, sondern auch für andere Kommunikationskanäle wie SMS, WhatsApp, Social-Media-Nachrichten oder Anrufe. Auch dort versuchen Angreifer zunehmend, Vertrauen zu erschleichen oder Dringlichkeit vorzutäuschen, um an Zugangsdaten oder persönliche Informationen zu gelangen.  

Prüfe gelegentlich, ob deine E-Mail-Adresse von einem Datenleck betroffen ist, z. B. über Dienste wie Have I Been Pwned oder den Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Instituts, und ändere betroffene Passwörter umgehend. 

 

7. Vorsicht in öffentlichem WLAN 

In kostenlosen Hotspots (z. B. an Bahnhöfen oder in Cafés) können Daten von Dritten leicht mitgelesen werden. Nutze in offenen Netzwerken zwingend ein VPN (Virtual Private Network), um deine Verbindung zu verschlüsseln. Achte zudem darauf, dass Webseiten HTTPS verwenden, da diese die Inhalte der Verbindung bereits verschlüsseln. Verzichte ohne VPN im öffentlichen WLAN vollständig auf sensibles Online-Banking oder Logins in wichtige Accounts. 

 

8. Aktuelles Antivirus-Programm und Firewall 

Moderne Betriebssysteme bringen bereits gute integrierte Schutzmechanismen mit (z. B. Windows Defender). Wer zusätzliche Sicherheitssoftware nutzt, sollte auf eine Suite mit verhaltensbasierter Erkennung setzen. Wichtig bleibt: Die Software ist nur das Sicherheitsnetz – das eigene Verhalten ist die erste Verteidigungslinie. 

 

9. Inkognito-Modus richtig verstehen und Fake-Shops meiden 

Der Inkognito-Modus von Browsern macht dich nicht anonym. Er verhindert lediglich, dass der Verlauf auf Ihrem eigenen Gerät gespeichert wird. Wer in neuen Web-Shops einkauft, sollte vorab das Impressum prüfen, nach Bewertungen suchen und Zahlungsarten wie reine Vorkasse meiden, um nicht auf Fake-Shops hereinzufallen. 

 

10. Aufmerksam sein (Die Human Firewall) 

Der beste Schutz im Netz ist Skepsis. Die fortschrittlichste Technik versagt, wenn man Zugangsdaten oder sensible Infos leichtfertig herausgibt. Wer sich der Gefahren im World Wide Web bewusst ist und bei ungewöhnlichen Aufforderungen kurz innehält, surft automatisch um ein Vielfaches sicherer. 

Ein Ratgeber des Bildungsportals Bildung-Schweiz.ch – Ihrem unabhängigen Schweizer Netzwerk für Aus- und Weiterbildung. Die Erstveröffentlichung erfolgte am 18.08.2020, durch Ronny Arnold. Diese Fassung wurde am 03.07.2026 redaktionell mit aktuellen Zahlen aus der Schweiz überarbeitet und ergänzt.  

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