Verständlich ist nicht selbstverständlich

Gepostet 04.03.2021, Matthias Furger

Kommunikation ist das A und O. In Krisenzeiten wie der jüngsten Vergangenheit wird das speziell deutlich. Das «Wie» spielt eine ebenso wichtige Rolle wie das «Was» und Empfangen gehört genauso zum Kommunizieren wie Senden.

Zwei Personen kommunizieren miteinander
Kommunikation hat immer mindestens zwei Seiten: ein Absender und ein Empfänger. Foto: Pexels

Entscheidend ist nicht das, was gemeint ist, sondern das, was verstanden wird. Es ist jedoch gar nicht immer so leicht, dass sich Gemeintes und Verstandenes decken. Gelingt es nicht, kann das mitunter fatale Folgen haben. Im besten Fall kommt es zum Missverständnis, im schlechtesten zum Affront. Zudem hat Kommunikation immer mindestens zwei Seiten: ein Absender und ein Empfänger. Zuhören, Sehen oder Lesen gehören demnach genauso zum Kommunizieren wie Sprechen, Schreiben, Gestik, Mimik, Haltung, Timing und anderes mehr. Besonders die nonverbalen Faktoren werden zuweilen enorm unterschätzt, denn der weitaus grösste Teil der täglichen Kommunikation – ob bewusst oder unbewusst – findet ohne Worte statt.

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Zwar kann man aufhören zu sprechen, doch es ist schlicht unmöglich, mit dem Kommunizieren aufzuhören. Ja, sogar Schweigen ist ein Akt der Kommunikation, welcher ganz verschiedenes ausdrücken kann, von der Bereitschaft zum Zuhören bis zu Gefühlen wie Wut oder Trauer. Ferner kann schweigen genauso gut Interesse wie Desinteresse ausdrücken, je nachdem, welche Körperhaltung ich dabei einnehme und ob ich während es Schweigens Blickkontakt zum Kommunikationspartner/zur Kommunikationspartnerin halte. Gerade wenn es ums Zuhören geht, kann ich im Einzelgespräch durch sogenannte Backchannels aber auch aktiv zeigen, dass ich aufmerksam bin. Das kann etwa ein Nicken sein, ein Lächeln oder eine Äusserung wie «aha», «mhm» oder ein kurzes «Ja». Gebe ich solche Backchannels aber in einer Zuhörergruppe von mir, beispielsweise während eines Referats, wirken sie deplatziert oder gar unanständig.

Den grössten Teil seiner Informationen sendet der Mensch unbewusst. Niemals sollte Kommunikation aber deshalb auf die leichte Schulter genommen werden, weder privat noch am Arbeitsplatz. Die richtige Art der Kommunikation macht sowohl Führungskräften als auch Mitarbeitenden den Arbeitsalltag deutlich leichter, insbesondere wenn es um die Vermittlung von Aufgaben, Kritik oder Wertschätzung geht. Glaubhaftes, zielgerichtetes Kommunizieren schafft Vertrauen und ist die Grundlage für Erfolg. Allerdings ist Kommunikation stets kodiert, und das weit über das Vokabular hinaus. Mit einem Kind spreche ich anders als mit Erwachsenen, mit der Familie anders als mit MitarbeiterInnen. Das Beherrschen solcher Codes macht mitunter die soziale Intelligenz aus. Gute Kommunikatoren sind daher in der Lage, dieselben Inhalte situativ auf unterschiedliche Weisen zu vermitteln.

Richtiges Kommunizieren kann erlernt und geübt werden. Beispielsweise die Volkshochschule Zürich (VHSZH) oder die Businesstools AG bieten Kurse in diesem Bereich an. In diesen geht es nicht nur um die überzeugende Vermittlung der eigenen Information, sondern ebenso darum, das Gegenüber für die Kommunikation zu öffnen und zu überprüfen, ob der Inhalt verstanden wurde. «Authentizität und Empathie sind zwei entscheidende Schlüsselelemente für eine überzeugende Kommunikation», so Ruth Imholz Strinati, Geschäftsführerin der Businesstools AG, welche an Hochschulen selbst Referate zu diesem Thema gehalten hat. Um authentisch zu wirken, ist aber auch Selbstkenntnis notwendig, wie Markus Erber, Kommunikationsprofi und Kursdozent an der VHSZH, weiss. Er sagt deshalb: «In den Kursen zu Kommunikation an der VHSZH geht es um Auseinandersetzung mit sich selbst, Erfahrungsaustausch, Erkenntnisgewinn und Anwendung im Alltag.» Authentizität, Auseinandersetzung mit sich selbst sowie die richtige Anwendung des erlernten Knowhows im Alltag hängen aber letztlich auch schlicht von einer gesunden Portion Mut ab.

Tipps für erfolgreiche Kommunikation:

  • Bewusstes kommunizieren über den verbalen Teil hinaus.
  • Versetzen ins Gegenüber: Wie wirke ich? Wie werde ich verstanden?
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