Ruhestand ade - mit 65 Jahren fängt das Leben an

Gepostet 08.04.2019, Gabriel Aeschbacher

Fit und mit Drive in den Ruhestand – oder auch nicht. Wir nennen Gründe, die dafür sprechen, über die Pensionierung hinaus zu arbeiten, denn wer arbeitet, bleibt jung!

Ein bisschen "dolce far niente" gehört zum Ruhestand - oder mit 65 doch noch mal durchstarten? Foto: unsplash
Ein bisschen "dolce far niente" gehört zum Ruhestand - oder mit 65 doch noch mal durchstarten? Foto: unsplash

Sie tun es auch 2019 wieder, gehen auf US-Tournee und werden die Bühnen rocken, was das Zeugs hält: Die Rolling Stones vereinigen als Quartett 302 Lebensjahre auf sich und halten noch immer nichts davon, in Pension zu gehen, auch wenn Frontmann Mick Jagger vorerst eine kleine Pause einlegen muss, weil ihm neulich die Herzklappe ersetzt worden ist. 

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Eine längere Pause einzulegen - das gedenkt auch Richard Egger noch nicht zu tun. Der studierte Germanist und Philosoph steht bald an der Schwelle zur Pension, ist und bleibt jedoch in der Unternehmensberatung tätig. In seinem Alter hätte er mehr Lebens- und Berufserfahrung als je zuvor und fragt, weshalb man ausgerechnet dann abdanken sollte, wenn man anderen am meisten weitergeben könne. Längst schon im Pensionsalter sind die legendären Geschwister Sicher vom Hotel Gotthard im Urner Oberland. Die drei Schwestern kommen zusammen locker auf über ein Vierteljahrtausend und machen auch 2019 weiter – so lange es die Kräfte zulassen und die Gäste Freude an ihrer Küche hätten, lässt sich Greta Sicher, die jüngste im Bunde, zitieren. Geht es nach Richard Egger, braucht es auch im Pensionsalter eine sinnerfüllende Tätigkeit. Er erwähnt Aristoteles, der schon vor über zweitausend Jahren gesagt hat, der Mensch finde nur dann Erfüllung, wenn er tätig sei. Und: Warum nicht etwas für andere Menschen tun, was diesen weiterhilft?

Mit 65 noch nicht in Rente gehen ... 

... ist keine Seltenheit, denn Statistiken verraten, dass in der Schweiz im Durchschnitt jeder dritte 65-jährige noch im Erwerbsleben steht. Zwei Jahre später sind es noch immer über 20 Prozent, die sich noch nicht definitiv zur Ruhe gesetzt haben. Altersforscher wie zum Beipspiel François Höpflinger beschäftigt sich bereits seit langem mit dem Poten­zial vitaler Senioren. Er findet, dass Firmen die Vorteile der Weiterarbeit stärker gewichten müssten, denn schon die Möglichkeit eines Teilrentenbezugs begünstige einen verlängerten Übergang. Für Senioren, die bereits Rente be­ziehen würden, wären neue Arbeitsmodelle wie Mischformen zwischen Erwerbs- und Freiwilligenarbeit geeignet, so der Experte. Damit würden sie professionelle Fachleute ergänzen, ohne diese zu konkurrenzieren. 

 

Zurück in die Gegenwart und zum Handfesten: Wenn es dann irgendwann ans berufliche Aufhören geht, gibt es – wie zum Beispiel beim Centre Patronal - passende Weiterbildungen, die dafür sorgen, dass der Ruhestand richtig geplant und so wenig wie möglich dem Zufall überlassen ist.

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