Plan B kann Plan A untergraben

Gepostet 04.12.2015, Myriam Arnold

Am Psychologischen Institut der Universität Zürich entwickelten Psychologen ein Modell, dass sich mit der Wirkung von Alternativplänen befasst. Demnach habe ein Plan B je nach Situation Einfluss auf den Plan A.

Ein Plan B torpediert unter Umständen den Erfolg der ursprünglichen Ziele. (© Thomas Reichhart / Fotolia.com)
Ein Plan B torpediert unter Umständen den Erfolg der ursprünglichen Ziele. (© Thomas Reichhart / Fotolia.com)

Psychologen von der Universität Zürich haben ein Modell ausgearbeitet, das die Wirkung von Alternativplänen erfasst. Demzufolge kann ein Plan B umso ablenkender und schädlicher sein, je mehr man in seine Ausarbeitung investiert. Dies schreibt die Universität Zürich in ihrer Medienmitteilung.

Der Plan B und seine Wirkung

Das theoretische Modell der Psychologen basiert auf der Idee, dass Alternativpläne die Art und Weise ändern, wie Menschen ihr Ziel verfolgen. Dies, auch wenn sie gar nicht auf den Plan B zurückgreifen.  „Mitunter kann ein Alternativplan das Selbstvertrauen steigern“, sagt Alexandra Freund, Mitautorin und Inhaberin des Lehrstuhls für Entwicklungspsychologie an der Universität Zürich. Sie hat zusammen mit Christopher Napolitano, Erstautor und Postdoktorand am Psychologischen Institut, das Modell entwickelt. Häufig würde jedoch ein Alternativplan auch ablenken oder dazu führen, dass man sich mit dem Plan A nicht mehr so viel Mühe gibt.

Erfolg der eigentlichen Ziele in Gefahr

Gemäss Napolitano und Freund kann ein Plan B zum Phänomen der „selbsterfüllenden Prophezeiung“ führen. Wer sehr viel Energie in die Ausarbeitung eines Alternativplans steckt, nutzt diesen auch mit hoher Wahrscheinlichkeit. Dadurch würde man eine ausreichende Investition in den Erfolg mit Plan A untergraben.

Das Modell wird in der Zeitschrift „Perspectives on Psychological Science“ veröffentlicht.

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