Cédric Brunner – top in Fussball und Psychologie

Gepostet 19.04.2016, Gabriel Aeschbacher

Cédric Brunner (22) sorgt für Furore beim FC Zürich, kümmert sich aber auch intensiv um seine berufliche Ausbildung. Er studiert im vierten Semester Psychologie an der Universität Zürich.

Kluge Fussballer bereiten sich für die Zeit nach der Karriere vor - zum Beispiel mit einem Psychologie-Studium! (© 103tnn/ Fotolia)
Kluge Fussballer bereiten sich für die Zeit nach der Karriere vor - zum Beispiel mit einem Psychologie-Studium! (© 103tnn/ Fotolia)

Sportler, die ihre Karriere gezielt mit einer Aus- und Weiterbildung kombinieren, sind eher die Ausnahme. Cedric Brunner vom FC Zürich plaudert über die Faszination von Fussball und sein Studium in Psychologie.

Bildung-Schweiz.ch: Können Sie uns ein paar Stichworte zu Ihrer schulischen Laufbahn nennen?

Cédric Brunner: Ich habe die Primarschule in der Gemeinde Maur absolviert. Nach bestandener Gymi-Prüfung konnte ich ans Langzeitgymnasium Rämibühl wechseln. Dort bewarb ich mich nach zwei Jahren für das Kunst- und Sportgymnasium, wo ich angenommen wurde. Danach machte ich während fünf  Jahren das Sportgymnasium. Dies war super, da ich so Schule und Sport gut unter einen Hut bringen konnte. Zwar ging es ein Jahr länger, da wir weniger Lektionen in der Woche hatten, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Nach bestandener Matura habe ich ein Zwischenjahr eingeschaltet, um mich voll auf den Sport konzentrieren zu können. Danach habe ich ein Psychologie-Studium an der Universität Zürich in Angriff genommen und stehe nun im 4. Semester.

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„Nach bestandener Matura habe ich bewusst ein Zwischenjahr gemacht“

Wie sind Sie denn beim FC Zürich gelandet?

Gesichtet wurde ich damals durch einen Scout an einem Hallenturnier in Uster. Ich wurde dann zu einem Probetraining eingeladen und spiele nun seit Januar 2006 beim FC Zürich.

Warum haben Sie ausgerechnet ein Studium in Psychologie in Angriff genommen?

Psychologie-Student Cédric Brunner im Zweikampf. (ZVG)
Psychologie-Student Cédric Brunner im Zweikampf. (ZVG)
Zuerst wollte ich – so wie mein Vater – Medizin studieren. Nebst der Medizin interessierten mich aber auch die kognitiven Prozesse, welche im Gehirn ablaufen, immer sehr. Meine Matura-Arbeit ging dann in diese Richtung, denn „emotionale Intelligenz im Fussball“ war mein Thema. Da Medizin meiner Meinung nach zu aufwändig gewesen wäre und es auch ziemlich viele obligatorische Praktika gibt, habe ich mich dann für Psychologie entschieden. Zudem spielt der Kopf im Sport eine enorm wichtige Rolle und so bringt mich das Studium auch auf sportlicher Ebene weiter und ich kann davon profitieren.

„In zehn Jahren bin ich Captain beim FCZ und stemme den Meisterpokal in die Höhe“

Wie schaffen Sie es, Fussball und Studium unter einen Hut zu bringen?

Training haben wir meistens nur am Morgen, am Nachmittag besuche ich dann jeweils die Vorlesungen an der Uni. Überschneiden sich Uni und Fussball, hole ich den verpassten Stoff nach, indem ich die von der Uni Zürich angebotene Podcasts im Internet anschaue. Dieser Service der Uni ist für mich enorm wichtig, da ich so auch gut von zu Hause arbeiten und mir die Zeit selber einteilen kann. Dies braucht zwar relativ viel Disziplin, aber es macht Spass. Ich gestalte mir so quasi meinen eigenen Stundenplan.

Welche Ziele verfolgen Sie bezüglich Fussballkarriere und Beruf?

Im Beruf würde mich etwas in Richtung Sportpsychologie reizen. Es gibt allerdings so extrem viele verschiedene Möglichkeiten nach einem Psychologie-Studium, dass ich mich noch nicht wirklich festlegen konnte. Im Fussball träumt eigentlich jeder vom Ausland – ich träume davon, eines Tages als Captain des FC Zürich den Meisterpokal in die Höhe zu stemmen, denn ich fühle mich mit dem Club und der Stadt sehr verbunden.

Und wo stehen Sie in zehn Jahren?

In zehn Jahren habe ich den Master-Abschluss in Psychologie und kicke im neuen Zürcher Fussballstadion als Captain um die Meisterschaft!

 

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