Fernfachhochschule erhält UNESCO-Lehrstuhl

Gepostet 16.09.2016, Ronny Arnold

Die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) erhält den UNESCO-Lehrstuhl für das Forschungsfeld „Personalised and adaptive Distance Education". Der Lehrstuhl wird am Institut für Fernstudien- und eLearningforschung im Kanton Wallis angesiedelt.

Ab Januar 2017 gibt es in Brig den ersten UNESCO-Lehrstuhl an einer Schweizer Fachhochschule. (© maxsim/Fotolia)
Ab Januar 2017 gibt es in Brig den ersten UNESCO-Lehrstuhl an einer Schweizer Fachhochschule. (© maxsim/Fotolia)

Die Fernfachhochschule forscht in Brig seit Jahren im Bereich technologiebasiertes Lernen. Die Forschungsleistungen werden jetzt mit einem UNESCO-Lehrstuhl gewürdigt. Das Wahlkommittee des UNITWIN/UNESCP-Programms hiess den Antrag im letzten Juli gut, wodurch die FFHS ab Januar 2017 die erste Fachhochschule in der Schweiz mit einem UNESCO-Lehrstuhl wird.

Innovatives Forschungsfeld

Adaptives Lernen bedeutet trotz unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler Lernangebote zu finden, welche gleichermassen fördern. Seit rund zwei Jahren forscht das Team von Prof. Dr. Per Bergamin an diesem Thema und verfolgt somit einen der neusten Ansätze im E-Learning. So kann eine adaptive Lernplattform den Wissensstand des Lernenden messen und ihm geeignete Aufgaben zur Verbesserung vorschlagen. Damit gelingt es, das individuelle Lernergebnis zu verbessern und die Lernziele effizienter zu erreichen.

Internationale Zusammenarbeit

Neu sollen auch die Emotionen im Zusammenhang mit dem adaptiven Lernen erforscht werden. Dazu wurde eine in der Schweiz einzigartige Untersuchungsanlage mit Gesichtserkennungsprogrammen eingerichtet. Die Zielvorgabe des UNESCO-Programms UNITWIN (= university twinning and networking) fordert vom Institut für Fernstudien- und eLearningforschung dieses Forschungsfeld weiterzuentwickeln und sich auch verstärkt der internationalen Vernetzung zu widmen. Hauptsächlich soll dieser Forschungsaustausch zwischen Europa und Afrika stattfinden. Gemäss Professor Bergamin von der Fernfachhochschule gibt es bereits eine Kooperation mit der North-West University in Südafrika und weitere Gespräche mit Partnern unter anderem in Namibia, Ruanda und Russland seien am Laufen.

Sieben UNESCO-Lehrstühle in der Schweiz

Die UNESCO Lehrstühle gibt es seit 1992 und wurden von der Generalkonferenz ins Leben gerufen. Die Lehrstühle leisten einen Beitrag zur Ausbildung, zur Forschung und zur Entwicklung von Hochschulprogrammen. Durch die Zusammenarbeit und Vernetzung von Universitäten wird die grenzüberschreitende Wissensvermittlung gefördert.

UNESCO-Lehrstühle in der Schweiz

  • Lehrstuhl für Menschenrechte und Demokratie (seit 1998 an der Universität Freiburg)
  • Lehrstuhl für entwicklungsfördernde Technologien (seit 2007 an der Ecole polytechnique de Lausanne)
  • Lehrstuhl für den völkerrechtlichen Schutz von Kulturgütern (seit 2011 an der Universität Genf)
  • Lehrstuhl für ICT zur Förderung des nachhaltigen Tourismus an Weltkulturerbstätten (seit 2013 an der Università della Svizzera Italiana)
  • Lehrstuhl für Hydropolitik (seit 2015 an der Universität Genf)
  • Lehrstuhl Natur- und Kulturerbe für eine nachhaltige Berggebietsentwicklung (seit 2015 an der Universität Bern)
  • Lehrstuhl für personalisiertes und adaptives Fernstudium (ab 2017 an der Fernfachhochschule in Brig)

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