ETH streicht Geld für Rätoromanisch

Gepostet 06.09.2016, Ronny Arnold

Gemäss Tages Anzeiger-Bericht streicht die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) in Zürich die finanzielle Unterstützung für das Studienfach Rätoromanisch an der Universität Zürich. Der Grund seien Sparmassnahmen, welche die ETH zwingen, sich vermehrt auf das Kerngeschäft zu konzentrieren.

Rätoromanisch droht das Aus an der Universität Zürich. (© Matej Kastelic / Fotolia)
Rätoromanisch droht das Aus an der Universität Zürich. (© Matej Kastelic / Fotolia)

Seit über 30 Jahren hat die ETH den Rätoromanisch Lehrstuhl an der Universität Zürich mit rund 100‘000 Franken mitfinanziert. Gemäss Recherchen des Tages Anzeiger steht das Studienfach jetzt vor dem Aus. Die Abmachung endet im Jahr 2017. Die ETH hat angekündigt auf Ende 2018 die Finanzierung zu stoppen. Mit diesem zusätzlichen Jahr will die ETH der Universität genügend Zeit geben, um die Finanzierung anderweitig sicherzustellen.

Grosses Bedauern von Rätoromanen

Das Aus der Unterstützung für das Studienfach enttäuscht viele Rätoromanen. Gegenüber dem Tages Anzeiger zeigt sich der Bündner Nationalrat Martin Candinas (CVP) schwer enttäuscht: „Von einer Institution, die so viele öffentliche Mittel erhält, darf man erwarten, dass sie sich auch weiterhin für die vierte Landessprache einsetzt“. Lia Rumantscha – der Dachverein der romanischen Sprachvereine – fordert nun, dass der Kanton Graubünden aktiv wird: „Wenn  das Rätoromanisch als Studienfach wegfällt, dann sei die Ausbildung der Sekundar- und Gymnasiallehrpersonen in Rätoromanisch gefährdet oder werde vielleicht sogar unmöglich.“

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Sinkende Zahl der Studierenden

Aktuell besuchen lediglich 12 Studentinnen und Studenten die Vorlesungen im Studienfach Rätoromanisch. Und die Zahlen sind seit Jahren rückgängig. Der grösste Teil der Studierenden wird mit dem zweiten Nebenfach rekrutiert. Da diese Möglichkeit aber bald abgeschafft wird, könnte es das Problem fehlender Studentinnen und Studenten in Rätoromanisch weiter verschärfen. Die Zukunft der vierten Landessprache ab 2018 an der Universität Zürich bleibt somit vorläufig ungeklärt.

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