Wer bietet in der Schweiz ein Studium oder Weiterbildung in Sprachtechnologie an?

Vier Gründe, warum sich ein Studium oder eine Weiterbildung in Sprachtechnologie lohnt:

  • moderner Tätigkeitsbereich
  • beste Berufschancen nach dem Studium oder nach einer Weiterbildung
  • Spezialisierungen sind möglich
  • krisensichere Branche

Was ist Sprachtechnologie?

Die Sprachtechnologie, auch unter der Bezeichnung «Computerlinguistik» bekannt, beschäftigt sich mit der Entwicklung von Software, die bestimmte menschliche Leistungen nachahmt. Bei den Ergebnissen handelt es sich um Sprachprogramme, die für Nutzer / Nutzerinnen eine selbstständige Anwendung sind.

Wer im Bereich Sprachtechnologie tätig ist, versucht beispielsweise die Qualität von automatischen Übersetzungsprogrammen zu verbessern. Aktuell sind die Übersetzungen noch unbefriedigend, da diese teilweise sehr ungenau sind. Besonderer Handlungsbedarf besteht derzeit ausserdem bei der Übersetzung der gesprochenen Sprache, dem Dolmetschen.

Um bessere Übersetzungssoftware zu entwickeln, werden unterschiedliche Ansätze verfolgt. Mithilfe statischer Ansätze können automatisch Korrelationen zu bereits vorhandenen Übersetzungen hergestellt werden. Beispielbasierte Ansätze dienen dazu, Satzfragmente und deren Übersetzungen zu speichern. Mithilfe regelbasierte Ansätze wird versucht zu ermitteln, welche Satzstrukturen der Ursprungssprache und welchen Strukturen der Zielsprache zugeordnet werden können. Neben der Optimierung von Übersetzungssoftware liegt der Fokus in der Sprachtechnologie auf Folgendes:

  • Respeaking und Audiodeskription: Hierbei handelt es sich um ein Verfahren zur multimodalen Übersetzung von audiovisuellen Inhalten, damit diese für hör- und sehbehinderte Personen zugänglich gemacht werden
  • die Erstellung von elektronischen Lexika sowie Terminologiedatenbänken
  • die Erstellung mehrsprachiger Textdatenbanken
  • das Zusammenführen von maschinellen Übersetzungen mit modernen CAT (Computer-Aided Translation)
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Welche Möglichkeiten gibt es für ein Studium oder eine Weiterbildung in der Schweiz in Sprachtechnologie?

In der Schweiz werden einige Bachelor- und Master-Studiengänge im Bereich Sprachtechnologie und Computerlinguistik angeboten. Das Bachelorstudium dauert in der Regel drei Jahre, also sechs Semester. Das Masterstudium dauert normalerweise zwei Jahre, wird somit in vier Semestern absolviert. Verwandte Studiengänge sind unter anderem Phonetik, Language and Communication Technologies, Language Science and Technologies sowie Translation Science and Technology.

Die interdisziplinären Studiengänge verknüpfen die Sprachwissenschaft, die Sprachtechnologie und die Praxis der schweizerischen Sprache mit einer oder mehreren Fremdsprachen. Während des Studiums können Schwerpunkte gesetzt werden. So können Studierende der Sprachtechnologie von sehr viel Flexibilität profitieren.

Neben den unterschiedlichen Studiengängen im Bereich Sprachtechnologie gibt es auch die Möglichkeit, an einer Weiterbildung teilzunehmen. Auch hier ist das Angebot in der Schweiz recht gross. Einige Zertifikatslehrgänge vermitteln solides und praxisorientiertes Wissen im Bereich Sprachtechnologie. In einer CAT-Tools Weiterbildung werden die wichtigsten Komponenten und Funktionalitäten von CAT-Tools vorgestellt und Teilnehmenden werden in deren komplexere Funktionalitäten eingeführt. Praktische Arbeit hat in den Weiterbildungen einen hohen Stellenwert. Dank kleiner Übersetzungsprojekte können Studierende verschiedene Werkzeuge auch praktisch anwenden.

In der sehr spezifischen Weiterbildung «Barrierefreie Kommunikation» lernen Teilnehmende Software-Anwendungen praktisch kennen und einzusetzen. Während der Weiterbildung werden die Methoden Schriftdolmetschen (traditionell), Audiodeskription, Respeaking und Leichte Sprache vorgestellt. Auch lernen Teilnehmende, wie eine barrierefreie Internetseite erstellt werden kann.

Für wen eignet sich ein Studium oder eine Weiterbildung in Sprachtechnologie?

Wer sich für ein Studium der Sprachtechnologie oder für einen verwandten Studiengang interessiert, der muss die Matura erfolgreich bestanden haben. Manche Universitäten in der Schweiz erheben einen Numerus clausus (NC) auf ihre Studiengänge. Der NC variiert von Universität zu Universität und ändert sich jedes Semester. Einige Hochschulen verlangen bereits vor der Aufnahme des Studiums gute Fremdsprachenkenntnisse von Bewerbenden. Auch das Latinum wird gelegentlich gefordert.

Studierende der Sprachtechnologie oder eines artverwandten Studiengangs interessieren sich im besten Fall für Sprachen. Zugleich sind Kulturen und das Zusammenspiel von Gehirn und Geist weitere zentrale Inhalte des Studiums Sprachtechnologie. Zudem sollten sich Studierende für grammatische Feinheiten begeistern können. Eine abstrakte Denkweise kann ebenfalls hilfreich für eine erfolgreiche Studienzeit sein.

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Nach dem Sprachtechnologie Studium haben Absolvierende interessante berufliche Einstiegschancen in ganz unterschiedlichen Branchen. Während des Studiums absolvierte Praxis-Semester und Praktika erleichtern den Berufseinstieg meist sehr. Dies, weil Studierende in dieser Zeit bereits Berufserfahrung sammeln und wichtige Kontakte knüpfen konnten. Wer den Studiengang Sprachtechnologie oder ein artverwandtes Fach studiert hat, kann zum Beispiel für eine Software-Firma tätig werden. Auch in der Telekommunikationsbranche und anderen Wirtschaftszweigen mit Fokus auf maschinelle Sprachwahrnehmung und -produktion sind Absolvierende sehr gefragt. Eine Zusatzqualifizierung bietet die Möglichkeit, als Dolmetscher / Dolmetscherin tätig zu werden. Generell ist es empfehlenswert, schon während der Studienzeit mindestens eine Fremdsprache zu erlernen.

Zu den beliebtesten Arbeitgebenden gehören ausserdem Archive, Bibliotheken / Büchereien und Verlage. Zudem können Absolvierende nach ihrem Studium im Forschungsbereich oder in einer Hochschule arbeiten.

Experten / Expertinnen gehen davon aus, dass in Zukunft mehr Sprachprofis in der Informatik benötigt werden. Dies insbesondere, da immer häufiger Sprache in Interfaces integriert wird. Sprachapplikationen werden aller Voraussicht nach zunehmen. Insbesondere im mobilen Internetbereich, etwa in Smartphones. Absolvierende, die ihr theoretisches Wissen mit Methodenwissen, Projektmanagement- und Softwarekenntnisse verbinden können, werden auf dem Arbeitsmarkt mittel- und langfristig beste Chancen haben. Die Nachfrage nach Absolvierenden der Sprachtechnologie und artverwandten Studiengängen wird künftig weiter zunehmen.

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