ZHAW Departement Soziale Arbeit

Prävention sexualisierter Gewalt – Skills für wirksame Führung

Ort

auf Anfrage

Start

10.01.2028

Anmeldeschluss

10.12.2027

Dauer

3 Unterrichtstage

Preis

CHF 1'200.00

Abschluss

Kein Abschluss


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Führungspersonen tragen Verantwortung, die Adressat:innen ihrer Angebote vor sexualisierter Gewalt und Mitarbeitende vor sexueller Belästigung zu schützen. Der Kurs vermittelt Skills, um Risiken zu erkennen, Schutzprozesse sowie Melde- und Interventionswege zu initiieren, zu steuern und nachhaltig zu verankern, die eigene Führungsmacht zu reflektieren und Präventionsfachstellen gezielt beizuziehen. Zielpublikum:

Der Kurs richtet sich primär an Führungspersonen sowie Mitglieder von Geschäfts- und Bereichsleitungen in Organisationen, die mit Kindern, Jugendlichen, Menschen mit Behinderungen oder anderen Personen in Abhängigkeitsbeziehungen arbeiten. Ebenfalls angesprochen sind Präventionsverantwortliche und Fachpersonen mit einem klaren Steuerungs- oder Koordinationsauftrag.

Die Teilnehmenden kommen insbesondere aus der Sozialen Arbeit, Bildung und Pädagogik, Gesundheit, Kinder- und Jugendarbeit, dem Kinderschutz, Sport, Kunst und Kultur sowie aus Kirchen und Religionsgemeinschaften.

Ziele:

Die Teilnehmenden

  • kennen zentrale fachliche und rechtliche Grundlagen der Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt gegenüber Adressat:innen und bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz und können daraus ihre Führungsverantwortung ableiten;

  • können die mit ihrer Funktion verbundene Macht, organisationale Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse und die Organisationskultur kritisch reflektieren und daraus Handlungsbedarfe ableiten;

  • erkennen organisationale Risiko- und Schutzfaktoren und können fachlich begleitete Risiko- und Bedarfsanalysen initiieren;

  • können die Entwicklung, Einführung und nachhaltige Verankerung passgenauer Schutzprozesse initiieren, steuern und die dafür erforderliche Begleitung durch Präventionsfachstellen/-expert:innen sicherstellen;

  • können klare Melde-, Beschwerde- und Interventionswege einführen, in Verdachts- und Krisensituationen ihre Führungsrolle wahrnehmen und rechtzeitig externe Fachberatung beiziehen.

Inhalt:

Im Zentrum steht die Frage, wie Führungspersonen Schutzprozesse fachlich fundiert initiieren, steuern und nachhaltig in ihrer Organisation verankern können. Der Schwerpunkt liegt auf der Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt gegenüber Adressat:innen, insbesondere Kindern, Jugendlichen, Menschen mit Behinderungen und weiteren Personen in Abhängigkeitsbeziehungen. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz wird als weiterer Bereich der Führungsverantwortung einbezogen.

Wirksame Prävention setzt neben geeigneten Strukturen und Verfahren eine Organisationskultur voraus, in der Macht reflektiert, Grenzen und Risiken angesprochen sowie Irritationen, Fehler und Beschwerden bearbeitet werden können. Führungspersonen prägen diese Kultur durch ihre Haltung, ihr Vorbild und ihren Umgang mit Kritik und Fehlverhalten entscheidend mit.

Führungsmacht und Organisationskultur reflektieren
  • Fachliche und rechtliche Grundlagen beider Handlungsfelder sowie daraus resultierende Führungsverantwortung

  • formale und informelle Macht, Abhängigkeitsverhältnisse sowie Möglichkeiten, Grenzen und Ambivalenzen von Führungsmacht

  • organisationale Dynamiken wie Loyalitäten, Tabuisierung, Schweigen und Abwehr, die Grenzverletzungen und Machtmissbrauch begünstigen

  • Führungsverhalten und Entwicklung einer Kultur der Achtsamkeit, Transparenz, Besprechbarkeit und des organisationalen Lernens

Schutzprozesse entwickeln, initiieren und steuern
  • organisationale Risiko- und Schutzfaktoren sowie strukturierte Standortbestimmung der eigenen Organisation

  • Funktion, Anforderungen und Initiierung fachlich begleiteter Risiko- und Bedarfsanalysen

  • Ziele, Bausteine und Qualitätsmerkmale wirksamer institutioneller Prävention

  • Führungsaufgaben und Erfolgsfaktoren in der Entwicklung, Einführung und nachhaltigen Verankerung von Schutzprozessen unter Berücksichtigung von Partizipation

  • Zusammenarbeit mit spezialisierten Präventionsfachstellen

In Verdachts- und Krisensituationen führen
  • Rechtliche Grundlagen, System der Opferhilfe und des Schweizer Kindes- und Erwachsenenschutz

  • Funktionen, Anforderungen und Aufbau von internen und externen Anlauf-, Melde- und Beschwerdestellen

  • Rollen, Verantwortlichkeiten, Entscheidungs- und Interventionswege bei Meldungen und Verdachtsfällen

  • Umgang mit Loyalitätskonflikten, organisationalen Abwehrreaktionen und Verunsicherung

  • Führung, Kommunikation und Krisenmanagement und Grenzen organisationsinterner Bearbeitung und Schnittstellen zu externer Beratung, Opferhilfe und Kindes- und Erwachsenenschutz

  • Anforderungen und Bedeutung der Aufarbeitung

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