Supervisionsausbildung: Wie wird man Supervisor/in in der Schweiz?

Was spricht für eine Supervisionsausbildung?

  • Ausbildungswege: In der Schweiz gibt es unterschiedliche Wege zur Qualifikation im Bereich Supervision.
  • Abschlüsse: Je nach Bildungsweg kommen beispielsweise Hochschulweiterbildungen oder das eidgenössische Diplom Supervisor/in-Coach infrage.
  • bso-Anerkennung: Der Berufsverband für Coaching, Supervision und Organisationsberatung bso anerkennt Aus- und Weiterbildungen, die seine Qualitätsanforderungen erfüllen. (bso.ch)
  • HFP: Wer die Höhere Fachprüfung in der Fachrichtung Supervisor/in-Coach erfolgreich besteht, erwirbt ein eidgenössisches Diplom. Die verbindlichen Zulassungs- und Prüfungsbedingungen sind in der Prüfungsordnung geregelt. (HFP Beratung)
  • Dauer und Zulassung: Diese unterscheiden sich je nach Bildungsweg und Anbieter.

Für eine Supervision Ausbildung gibt es in der Schweiz unterschiedliche Bildungswege. Je nach beruflichem Hintergrund und angestrebter Qualifikation kommen beispielsweise bso-anerkannte Aus- und Weiterbildungen, Hochschulweiterbildungen oder eine Vorbereitung auf die Höhere Fachprüfung Supervisor/in-Coach infrage. Voraussetzungen, Dauer und Abschluss unterscheiden sich je nach Bildungsweg.

Was ist eine Supervisionsausbildung?

Eine Supervisionsausbildung vermittelt Kompetenzen, um berufliche Beratungs- und Reflexionsprozesse professionell zu begleiten. Je nach Bildungsgang werden unterschiedliche fachliche und methodische Kompetenzen vermittelt und praktische Beratungserfahrung sowie die Reflexion des eigenen professionellen Handelns integriert.

Wichtig ist die Unterscheidung: Supervisionsausbildung bezeichnet in der Schweiz nicht einen einzigen einheitlichen Bildungsweg oder Abschluss. Es bestehen unterschiedliche Aus- und Weiterbildungswege mit jeweils eigenen Anforderungen und Qualifikationen.

Was Supervision bedeutet, welche Formen es gibt und wie sie sich von Coaching und Organisationsberatung unterscheidet, erfahren Sie unter unter Supervision.

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Wie wird man Supervisorin oder Supervisor in der Schweiz?

Supervisorin oder Supervisor wird man in der Schweiz über eine entsprechende Aus- oder Weiterbildung im Bereich Supervision. Je nach beruflichem Hintergrund und angestrebter Qualifikation kommen unterschiedliche Bildungswege infrage.

Grundsätzlich lassen sich drei Bereiche unterscheiden:

  • bso-anerkannte Aus- und Weiterbildungen erfüllen die Qualitätsstandards des Berufsverbands für Coaching, Supervision und Organisationsberatung.
  • Hochschulweiterbildungen können beispielsweise zu einem CAS, DAS oder MAS führen.
  • Vorbereitungslehrgänge auf die Höhere Fachprüfung bereiten auf den eidgenössischen Abschluss Supervisor/in-Coach vor.

Diese Bildungswege sind nicht gleichzusetzen. Insbesondere sind bso-Anerkennung, Hochschulweiterbildungsabschluss und eidgenössisches Diplom unterschiedliche Formen der Qualifikation beziehungsweise Anerkennung. Der bso definiert eigene Standards für anerkannte Bildungsangebote; eidgenössische Diplome werden dagegen nach bestandener höherer Fachprüfung verliehen.

Welche Ausbildungswege und Abschlüsse gibt es?

Die wichtigsten Ausbildungswege lassen sich in bso-anerkannte Aus- und Weiterbildungen, Hochschulweiterbildungen mit CAS, DAS oder MAS sowie Vorbereitungen auf die Höhere Fachprüfung Supervisor/in-Coach gliedern.

bso-anerkannte Supervisionsausbildungen

Der Berufsverband für Coaching, Supervision und Organisationsberatung bso anerkennt Aus- und Weiterbildungen, die definierte Qualitätsanforderungen erfüllen.

Für entsprechende bso-anerkannte Aus- und Weiterbildungen gelten unter anderem folgende Mindestanforderungen:

  • mindestens zwei Jahre Ausbildungsdauer
  • mindestens 410 dozierendenbegleitete Stunden bei Ein- und Zweifachabschlüssen
  • verpflichtende Lehrsupervision
  • mindestens 40 Stunden dokumentierte Beratungspraxis
  • qualifizierte und erfahrene Lehrpersonen
  • nachweisbare Qualitätssicherung. (bso.ch)

Diese Anforderungen beziehen sich ausdrücklich auf bso-anerkannte Bildungswege. Sie sind keine allgemeingültigen Mindestanforderungen für jede Weiterbildung, die unter der Bezeichnung Supervisionsausbildung angeboten wird.

„Die Supervisionsausbildung beinhaltet unter anderem Inhalte aus Psychologie, Kommunikationswissenschaften, Soziologie oder Betriebswirtschaftslehre und ist damit so vielfältig wie kaum ein anderes Gebiet.“

CAS, DAS und MAS

CAS, DAS und MAS sind Hochschulweiterbildungen und nicht mit dem eidgenössischen Diplom Supervisor/in-Coach gleichzusetzen. Im Schweizer Weiterbildungsmarkt gibt es Hochschulprogramme, die Supervision mit Bereichen wie Coaching, Beratung, Mediation oder Organisationsentwicklung verbinden.

Zulassung, Umfang, Schwerpunkt und Abschluss richten sich nach dem jeweiligen Hochschulprogramm. Deshalb sollte vor der Anmeldung geprüft werden, welche Qualifikation das konkrete Angebot vermittelt und ob sie zum eigenen beruflichen Ziel passt.

Höhere Fachprüfung Supervisor/in-Coach

Wer die Höhere Fachprüfung in der Fachrichtung Supervisor/in-Coach erfolgreich abschliesst, erwirbt den geschützten Titel «Supervisorin-Coach / Supervisor-Coach mit eidgenössischem Diplom». Das eidgenössische Diplom wird auf Antrag der Prüfungskommission vom SBFI ausgestellt.

Die Trägerschaft der Höheren Fachprüfung für Beratungspersonen umfasst den Berufsverband für Coaching, Supervision und Organisationsberatung bso, die Swiss Coaching Association SCA, SAVOIRSOCIAL sowie Swiss Leaders (vormals Schweizer Kader Organisation SKO). Informationen zur Prüfung und Prüfungsorganisation finden Interessierte beim Prüfungssekretariat der Höheren Fachprüfung für Beratungspersonen.

Vorbereitungslehrgänge vermitteln und vertiefen die für die Prüfung relevanten Kompetenzen. Vorbereitungslehrgang und Höhere Fachprüfung sind jedoch getrennte Elemente. Das eidgenössische Diplom wird nach bestandener HFP erworben.

Welche Voraussetzungen gelten für eine Supervisionsausbildung?

Die Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Bildungsweg und Anbieter. Wer jedoch gezielt das eidgenössische Diplom Supervisor/in-Coach anstrebt, muss konkrete Zulassungsbedingungen für die Höhere Fachprüfung erfüllen.

Zum Prüfungsantritt zugelassen werden können Personen mit einem eidgenössischen Fachausweis als Betriebliche/r Mentor/in. Alternativ ist ein Abschluss auf Tertiärstufe – beispielsweise BP, HFP, HF, FH oder Universität beziehungsweise eine gleichwertige Qualifikation – in Verbindung mit mindestens sechs Jahren Berufserfahrung erforderlich. In diesem Fall müssen zudem 30 Stunden eigene Erfahrung als Supervisand/in oder Coachee in Supervision beziehungsweise Coaching nachgewiesen werden. (Berufsberatung.ch – Supervisor/in-Coach HFP)

Für die Fachrichtung Supervisor/in-Coach sind darüber hinaus unter anderem folgende Praxis- und Reflexionsnachweise erforderlich:

  • mindestens 15 Beratungsprozesse mit insgesamt mindestens 80 Beratungsstunden
  • Teilnahme an einer Intervisionsgruppe während mindestens zwei Jahren, mit mindestens 8 Sitzungen und insgesamt 20 Stunden
  • Begleitung durch eine akkreditierte Lehrsupervisorin oder einen akkreditierten Lehrsupervisor während mindestens eines Jahres, mit mindestens 10 Sitzungen und insgesamt 15 Stunden.

Diese Voraussetzungen betreffen die Zulassung zur Höheren Fachprüfung. Die Aufnahmebedingungen einzelner Supervisionsausbildungen oder Vorbereitungskurse können davon abweichen. Deshalb sollten Interessierte sowohl die Zulassung zum gewünschten Lehrgang als auch die Voraussetzungen der angestrebten Abschlussprüfung prüfen.

Wie lange dauert eine Supervisionsausbildung?

Die Dauer einer Supervisionsausbildung lässt sich nicht pauschal angeben, weil sie vom Bildungsweg, Ausbildungsumfang und Anbieter abhängt.

Für bso-anerkannte Aus- und Weiterbildungen gehört eine mindestens zweijährige Ausbildungsdauer zu den formalen Mindestanforderungen des Verbands. Hinzu kommen Anforderungen an Ausbildungsstunden, Lehrsupervision und praktische Beratungserfahrung.

Andere Bildungswege können anders aufgebaut sein. Auch Vorbereitungslehrgänge auf die HFP unterscheiden sich hinsichtlich Dauer und Organisation. Berufsberatung.ch beschreibt die Ausbildung zum Supervisor/in-Coach grundsätzlich als in der Regel berufsbegleitend und modular.

Beim Vergleich verschiedener Angebote sollten deshalb neben der Kalenderdauer auch Ausbildungsumfang, Praxisanteile, Lehrsupervision und angestrebter Abschluss berücksichtigt werden.

Welche Inhalte gehören zur Supervisionsausbildung?

Die Ausbildungsinhalte unterscheiden sich nach Bildungsweg und Anbieter. Im Zentrum stehen Kompetenzen für die professionelle Gestaltung und Reflexion von Beratungsprozessen.

Je nach Bildungsgang können beispielsweise folgende Bereiche eine Rolle spielen:

  • Beratungskompetenz und Gesprächsführung
  • Gestaltung und Reflexion von Beratungsprozessen
  • Gruppen- und Teamprozesse
  • Konfliktbearbeitung
  • professionelle Rollenklärung
  • Selbstreflexion
  • Lehrsupervision
  • Intervision
  • praktische Beratungserfahrung.

Bei bso-anerkannten Aus- und Weiterbildungen gehören Lehrsupervision und dokumentierte Beratungspraxis zu den verbindlichen Qualitätsanforderungen.

Die konkrete Gewichtung und Ausgestaltung der Ausbildungsinhalte hängt vom jeweiligen Bildungsprogramm ab. Deshalb lohnt es sich, vor der Anmeldung Curriculum, Praxisanteile und Ausbildungsziele verschiedener Angebote zu vergleichen.

Was bedeutet eine bso-anerkannte Supervisionsausbildung?

Eine bso-Anerkennung kennzeichnet Bildungsangebote, die die Qualitätsanforderungen des Berufsverbands für Coaching, Supervision und Organisationsberatung erfüllen. Sie ist kein eidgenössischer Abschluss.

Der bso berücksichtigt für seine Ausbildungspartnerschaften unter anderem Ausbildungsdauer, Umfang, Lehrsupervision, Beratungspraxis, Qualifikation der Lehrpersonen und Qualitätssicherung.

Eine bso-Anerkennung kann deshalb bei der Wahl einer Supervisionsausbildung als Qualitätsorientierung dienen. Nach erfolgreicher Ausbildung und der erforderlichen dokumentierten Praxis beziehungsweise Lehrsupervision kann ein Aufnahmegesuch für eine ordentliche Mitgliedschaft beim bso gestellt werden.

Wichtig ist die Abgrenzung:

Eine bso-Anerkennung und das eidgenössische Diplom Supervisor/in-Coach sind nicht dasselbe. Das bso-Label basiert auf den Qualitätsstandards des Berufsverbands. Das eidgenössische Diplom wird dagegen nach bestandener Höherer Fachprüfung erworben.

Gibt es einen eidgenössischen Abschluss für Supervisorinnen und Supervisoren?

Ja. Wer die Höhere Fachprüfung in der Fachrichtung Supervisor/in-Coach erfolgreich besteht, erwirbt den Titel «Supervisorin-Coach / Supervisor-Coach mit eidgenössischem Diplom». Das Diplom wird auf Antrag der Prüfungskommission vom SBFI ausgestellt.

Dabei ist eine wichtige Unterscheidung zu beachten:

Vorbereitungslehrgang und Höhere Fachprüfung sind getrennte Elemente. Ein Vorbereitungskurs bereitet auf die Prüfung vor; das eidgenössische Diplom wird nach bestandener HFP erworben.

Die verbindlichen Voraussetzungen und Prüfungsbestimmungen sind in der Prüfungsordnung geregelt. Informationen zur Durchführung und Organisation der Prüfung stellt das Prüfungssekretariat der Höheren Fachprüfung für Beratungspersonen bereit.

Was kostet eine Supervisionsausbildung?

Die Kosten einer Supervisionsausbildung unterscheiden sich je nach Bildungsweg, Umfang und Anbieter. Eine allgemeingültige Preisangabe für die Schweiz wäre deshalb nicht aussagekräftig.

Beim Vergleich sollten Interessierte prüfen, welche Leistungen im Lehrgangspreis enthalten sind. Je nach Ausbildung können neben den eigentlichen Kurskosten weitere Aufwendungen entstehen, beispielsweise für Lehrsupervision, Selbsterfahrung, zusätzliche Module, Lernmaterialien oder Prüfungen.

Wer einen Vorbereitungskurs auf die HFP besucht, sollte zudem prüfen, ob Bundesbeiträge beantragt werden können. Der Bund unterstützt Absolvierende bestimmter vorbereitender Kurse auf eidgenössische Prüfungen, sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Entscheidend ist unter anderem, dass der Kurs auf der Meldeliste der vorbereitenden Kurse steht.

Wie findet man die passende Supervisionsausbildung?

Die passende Supervisionsausbildung richtet sich vor allem nach dem beruflichen Ziel und der angestrebten Qualifikation. Deshalb sollte zunächst geklärt werden, welcher Bildungsweg zum eigenen beruflichen Hintergrund und zum gewünschten Abschluss passt.

Bei der Auswahl helfen insbesondere folgende Fragen:

  • Welchen Abschluss beziehungsweise welche Anerkennung möchte ich erreichen?
  • Ist eine bso-Anerkennung für mein berufliches Ziel relevant?
  • Möchte ich eine Hochschulweiterbildung wie CAS, DAS oder MAS absolvieren?
  • Strebe ich das eidgenössische Diplom Supervisor/in-Coach an?
  • Erfülle ich die jeweiligen Zulassungsvoraussetzungen?
  • Welchen Umfang haben Beratungspraxis und Lehrsupervision?
  • Ist die Ausbildung berufsbegleitend möglich?
  • Wie lange dauert der gesamte Bildungsweg?
  • Welche Gesamtkosten entstehen?
  • Welche fachlichen Schwerpunkte setzt die Ausbildung?

Vergleichen Sie deshalb nicht nur Preis und Dauer. Abschluss, Anerkennung, Zulassung, Praxisanteil und fachliche Ausrichtung sind bei der Wahl einer Supervisionsausbildung ebenso wichtig.

Supervisionsausbildungen in der Schweiz finden

Auf Bildung-Schweiz.ch finden Sie Supervisionsausbildungen verschiedener Bildungsanbieter und können passende Aus- und Weiterbildungen vergleichen.

Wenn Sie zunächst das Tätigkeitsfeld und die Beratungsform besser kennenlernen möchten, finden Sie weitere Informationen unter Supervision.

Quellen

Autor: Ivan Storchi für Bildung-Schweiz.ch, das unabhängige Schweizer Netzwerk für Aus- und Weiterbildung.
Redaktionell geprüft: August 2026

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