Keyfacts um eine Osteopathie Ausbildung zu absolvieren
In der Schweiz gibt es verschiedene Wege für eine Osteopathie-Ausbildung. Schweizer Fachhochschulen bieten Bachelor- und Masterstudiengänge an; daneben bestehen private berufsbegleitende Ausbildungsangebote. Die Wege unterscheiden sich bei Zulassung, Studienform und Abschluss. Wer später in eigener fachlicher Verantwortung als Osteopath:in arbeiten möchte, sollte deshalb besonders darauf achten, welchen Abschluss die Ausbildung vermittelt und welche gesetzlichen Voraussetzungen für die Berufsausübung gelten.
Wer Osteopathin oder Osteopath werden möchte, sollte bei der Wahl der Ausbildung nicht nur auf Dauer und Unterrichtsform achten. Entscheidend ist insbesondere, welcher Abschluss erworben wird und welche Bedeutung dieser für die spätere Berufsausübung in der Schweiz hat.
Der Schweizer Hochschulweg führt über einen Bachelor und einen anschliessenden Master in Osteopathie. Bei der HES-SO besteht die Ausbildung beispielsweise aus einem dreijährigen Bachelorstudium und einem zweijährigen Masterstudium.
Für die Berufsausübung in eigener fachlicher Verantwortung verlangt das Gesundheitsberufegesetz bei Osteopath:innen einen Master of Science FH. Die erforderliche Berufsausübungsbewilligung wird von der zuständigen Behörde des Kantons erteilt, in dem der Beruf ausgeübt wird. Auch ein als gleichwertig anerkannter ausländischer Abschluss kann berücksichtigt werden.
Neben dem Hochschulstudium bestehen private Osteopathie-Ausbildungen. Bei diesen ist besonders darauf zu achten, welchen Abschluss sie vermitteln und ob beziehungsweise wie dieser für die spätere Berufsausübung in der Schweiz anerkannt werden kann.
Das Osteopathie-Studium an einer Schweizer Fachhochschule besteht aus Bachelor und Master. Eine Besonderheit gegenüber vielen anderen FH-Gesundheitsberufen besteht darin, dass die berufsqualifizierende Stufe bei der Osteopathie auf Masterebene liegt.
Bachelor of Science in Osteopathie
Der Bachelor bildet die erste Stufe des Hochschulstudiums.
Bei der HES-SO umfasst der Bachelor of Science HES-SO in Osteopathie 180 ECTS und drei Jahre (sechs Semester). Er wird als Vollzeitstudium in deutscher und französischer Sprache angeboten. Der Bachelor bereitet auf den anschliessenden Master vor.
Auch der Bachelor of Science SUPSI in Osteopathie der FFHS umfasst 180 ECTS und drei Jahre (sechs Semester). Das Studium wird im Blended-Learning-Modell mit Online-Selbststudium und Präsenzunterricht in Zürich durchgeführt.
Master of Science in Osteopathie
Der Master baut auf dem Bachelor auf und vertieft insbesondere die klinischen, osteopathischen und wissenschaftlichen Kompetenzen.
Der Master of Science HES-SO in Osteopathie umfasst 90 ECTS und vier Semester. Er wird als Teilzeitstudium angeboten.
Der Master of Science SUPSI in Osteopathie der FFHS umfasst ebenfalls 90 ECTS und vier Semester. Er kombiniert Selbststudium mit Präsenzunterricht sowie klinischer Ausbildung in Praxen, Kliniken und Spitälern.
Der Bachelor ist ein Hochschulabschluss, reicht bei Osteopath:innen aber nicht für die Berufsausübung in eigener fachlicher Verantwortung aus.
Das BAG nennt dafür ausdrücklich einen Master of Science FH als erforderlichen Bildungsabschluss. Zusätzlich ist die kantonale Berufsausübungsbewilligung erforderlich.
Ein Hochschulstudium und eine private Osteopathie-Ausbildung können sich hinsichtlich Bildungsinstitution, Zulassung, Studienorganisation und insbesondere beim erworbenen Abschluss unterscheiden.
Eine private Osteopathie-Ausbildung ist nicht dasselbe wie ein Schweizer FH-Studium in Osteopathie, auch wenn Dauer oder Ausbildungsinhalte vergleichbar erscheinen können.
Deshalb sollte eine private Ausbildung nicht allein aufgrund ihrer Dauer oder ihrer Inhalte mit einem Schweizer FH-Studium gleichgesetzt werden.
Schweizer Hochschulstudium
HEdS-FR/HES-SO und FFHS/SUPSI bieten Hochschulstudiengänge in Osteopathie an, die über Bachelor und Master führen.
Das GesBG regelt die Hochschulausbildung in Osteopathie sowie die Voraussetzungen für die Berufsausübung in eigener fachlicher Verantwortung. Studiengänge für Gesundheitsberufe nach GesBG unterliegen zudem einer Akkreditierungspflicht.
Private Osteopathie-Ausbildung
Daneben gibt es private Ausbildungsangebote.
Ein Beispiel ist das Swiss International College of Osteopathy (SICO). SICO bietet in der Schweiz eine fünfjährige berufsbegleitende Ausbildung in traditioneller Osteopathie an.
Eine private Ausbildung ist jedoch nicht automatisch mit einem Schweizer Master of Science FH gleichzusetzen. Interessierte sollten deshalb bereits vor Ausbildungsbeginn prüfen, welchen Abschluss sie erhalten und welche Möglichkeiten dieser hinsichtlich einer späteren Berufsausübung eröffnet.
Internationale Hochschulabschlüsse und Anerkennung
Private Ausbildungswege können zusätzlich mit internationalen Hochschulabschlüssen verbunden sein. SICO beschreibt beispielsweise einen zusätzlichen universitären Weg, der zu einem Bachelor of Science und anschliessend zu einem Master of Science in Osteopathie führen kann. Die Abschlüsse werden laut SICO von einer britischen Hochschule verliehen. SICO weist selbst darauf hin, dass für die Anerkennung in der Schweiz besondere Aspekte zu beachten sind.
Das BAG hält fest, dass neben den geregelten Schweizer Abschlüssen auch Inhaber:innen als gleichwertig anerkannter ausländischer Diplome im Gesundheitsberuferegister erfasst werden. Ein ausländischer Abschluss ist daher nicht automatisch einem Schweizer Abschluss gleichgestellt.
Die Voraussetzungen für eine Osteopathie-Ausbildung oder ein Osteopathie-Studium hängen von Bildungsweg, Hochschule beziehungsweise Ausbildungsanbieter und der vorhandenen Vorbildung ab. Es gibt deshalb keine einzige Zulassungsregel, die für sämtliche Angebote gilt.
Voraussetzungen für das Hochschulstudium
Für die Schweizer Bachelorstudiengänge gelten die Zulassungsbedingungen der jeweiligen Hochschule. Dabei spielt unter anderem die vorhandene schulische und berufliche Vorbildung eine Rolle.
Bei der HES-SO sind die konkreten Zulassungsbedingungen und das Aufnahmeverfahren über die HEdS-FR geregelt.
Auch bei der FFHS unterscheiden sich die Zulassungswege nach Vorbildung.
Voraussetzungen für private Ausbildungsangebote
Private Ausbildungsinstitutionen legen eigene Aufnahmebedingungen fest. Deshalb sollten die Voraussetzungen direkt beim jeweiligen Anbieter geprüft werden.
Tipp: Prüfe bei einer privaten Ausbildung nicht nur, ob du die Zulassungsvoraussetzungen erfüllst. Ebenso wichtig ist die Frage, welchen Abschluss die Ausbildung vermittelt und ob dieser zu deinem späteren Berufsziel in der Schweiz passt.
Ein Quereinstieg kann je nach Vorbildung möglich sein, eine allgemeine verkürzte Osteopathie-Ausbildung für Quereinsteiger gibt es jedoch nicht.
Wer bereits einen Gesundheitsberuf erlernt oder ein Studium im Gesundheitsbereich absolviert hat, kann je nach Hochschule von besonderen Zulassungs- oder Anrechnungsmöglichkeiten profitieren.
Passerelle für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten
Besonders interessant ist der Einstieg für bereits ausgebildete Physiotherapeut:innen.
Die FFHS bietet für entsprechend qualifizierte, in der Schweiz anerkannte Physiotherapeut:innen eine Passerelle an. Dabei können 40 ECTS aus dem Physiotherapie-Erststudium an den Bachelor in Osteopathie angerechnet werden.
Wer bereits Physiotherapie studiert hat, sollte deshalb gezielt prüfen, welche Leistungen angerechnet werden können und wie sich dadurch der weitere Ausbildungsweg verändert.
Ja. In der Schweiz gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, Osteopathie in flexibleren Studien- oder Ausbildungsmodellen zu erlernen. Berufsbegleitend, Teilzeit und Blended Learning bedeuten allerdings nicht dasselbe – und die verschiedenen Wege führen nicht automatisch zum gleichen Abschluss.
Osteopathie-Ausbildung in Vollzeit
Osteopathie-Ausbildung in Teilzeit und Blended Learning
Private berufsbegleitende Osteopathie-Ausbildung
Wer gezielt nach einer berufsbegleitenden Ausbildung sucht, sollte deshalb Studienform, Zeitaufwand, Abschluss und dessen Bedeutung für die spätere Berufsausübung gemeinsam beurteilen.
„In der Osteopathie Ausbildung lernen Sie die Symptome als Ganzes zu sehen.“
In der Schweiz bestehen unterschiedliche Ausbildungsmodelle. Bei der Wahl sollte deshalb nicht nur die Schule oder Hochschule verglichen werden, sondern auch die Art des Bildungswegs.
HEdS-FR / HES-SO
Die Haute école de santé Fribourg bietet im Rahmen der HES-SO einen zweisprachigen Hochschulweg in Osteopathie an.
Der Bachelor umfasst 180 ECTS über drei Jahre und wird in Vollzeit absolviert. Anschliessend folgt der Master mit 90 ECTS über vier Semester in Teilzeit.
FFHS / SUPSI
Die FFHS bietet einen Bachelor of Science SUPSI und einen darauf aufbauenden Master of Science SUPSI in Osteopathie an.
Der Bachelor umfasst 180 ECTS über sechs Semester. Der Master umfasst 90 ECTS über vier Semester. Beide Studiengänge kombinieren digitales Selbststudium mit Präsenzphasen beziehungsweise klinischer Ausbildung.
SICO
Das Swiss International College of Osteopathy bietet eine private fünfjährige berufsbegleitende Ausbildung in traditioneller Osteopathie an. Zusätzlich beschreibt SICO einen internationalen akademischen Weg zu Bachelor- und Masterabschlüssen.
Vor Beginn sollte geklärt werden, welchen konkreten Abschluss man anstrebt und welche Anerkennung für die spätere Tätigkeit in der Schweiz erforderlich ist.
Gut zu wissen: Nicht jede Schule, die Osteopathie-Kurse, Seminare oder Weiterbildungen anbietet, bietet eine vollständige Ausbildung zum Beruf Osteopath:in an. Ausbildungsziel und Abschluss sollten deshalb immer geprüft werden.
Die Dauer hängt vom gewählten Ausbildungsweg ab. Sowohl Schweizer Hochschulstudiengänge als auch private berufsbegleitende Ausbildungen erstrecken sich in der Regel über mehrere Jahre.
Beim HES-SO-Hochschulweg dauert der Bachelor drei Jahre. Daran schliesst ein zweijähriger Master an. Der reguläre Hochschulweg umfasst damit insgesamt fünf Jahre.
Der FFHS-Bachelor dauert sechs Semester, der darauf aufbauende Master vier Semester.
SICO gibt für seine traditionelle berufsbegleitende Osteopathie-Ausbildung ebenfalls eine Dauer von fünf Jahren an.
Die reine Anzahl Ausbildungsjahre sagt jedoch noch nichts darüber aus, ob die Bildungswege zum gleichen Abschluss führen.
Die konkreten Inhalte hängen vom Ausbildungsweg ab. Im Hochschulstudium werden medizinisch-biowissenschaftliche, osteopathische, klinische und wissenschaftliche Kompetenzen miteinander verbunden.
Zum Bachelor gehören medizinische und biowissenschaftliche Grundlagen sowie osteopathische Kenntnisse und praktische Fähigkeiten. Die klinischen und diagnostischen Kompetenzen werden im Verlauf des Studiums weiterentwickelt.
Im Master gewinnen klinische Ausbildung, Vertiefung der osteopathischen Kompetenzen und wissenschaftliches Arbeiten zusätzlich an Bedeutung. Der FFHS-Master umfasst beispielsweise einen klinischen Teil von 40 ECTS sowie Vertiefungsstudium und wissenschaftliche Arbeit.
Private Ausbildungsangebote können andere Curricula und Schwerpunkte haben. SICO nennt für seine traditionelle Ausbildung theoretische Inhalte sowie praktische Fähigkeiten in parietaler, kranialer und viszeraler Osteopathie.
Die Kosten unterscheiden sich je nach Hochschule oder privatem Ausbildungsanbieter deutlich.
Bei der HES-SO beträgt die Studiengebühr seit Herbstsemester 2025 für Schweizer Studierende CHF 700 pro Semester. Hinzu kommt eine Einschreibegebühr von CHF 150.
Die FFHS nennt für den Bachelor aktuell CHF 17'000 für das gesamte Studium.
Für den Master nennt die FFHS derzeit Studiengebühren von CHF 8'100.
Auch private Ausbildungen haben eigene Gebührenmodelle. Da sich Studien- und Ausbildungsgebühren ändern können, sollten die aktuellen Kosten und enthaltenen Leistungen immer direkt beim jeweiligen Anbieter geprüft werden.
Bei dieser Frage müssen Ausbildungsabschluss, Hochschulabschluss, Anerkennung und Berufsausübungsbewilligung voneinander getrennt werden.
Schweizer Hochschulabschluss
Abschluss einer privaten Osteopathie-Ausbildung
Ausländische Hochschulabschlüsse
Berufsausübungsbewilligung
Merke: Ausbildungsabschluss, Hochschulabschluss, Anerkennung eines ausländischen Diploms und kantonale Berufsausübungsbewilligung sind vier unterschiedliche Dinge.
Nach dem entsprechenden Studium und unter Beachtung der gesetzlichen Voraussetzungen können Osteopath:innen in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens tätig sein.
Mögliche Arbeitsfelder sind beispielsweise osteopathische und interdisziplinäre Praxen, Spitäler und Rehabilitationszentren sowie weitere Einrichtungen des Gesundheitswesens.
Die ausführliche Beschreibung des Berufsbilds gehört jedoch nicht auf diese Ausbildungsseite. Mehr über das Berufsbild und das Fachgebiet erfahren Interessierte auf der internen Topic-Seite Osteopathie.
Nicht jedes Bildungsangebot mit dem Begriff Osteopathie ist eine vollständige Ausbildung zum Beruf.
Ein Hochschulstudium führt über Bachelor und Master und unterliegt den entsprechenden hochschul- und gesundheitsrechtlichen Anforderungen.
Daneben bestehen private Grundausbildungen, die eigene Abschlüsse oder zusätzlich internationale Hochschulwege anbieten können.
Davon wiederum zu unterscheiden sind Weiterbildungen, postgraduale Angebote, Kurse und einzelne Seminare. Diese richten sich teilweise an Personen, die bereits eine medizinische oder osteopathische Ausbildung besitzen, und stellen nicht automatisch eine vollständige Grundausbildung dar.
Wer ein Angebot auswählt, sollte deshalb zuerst drei Fragen beantworten:
Quellen
Autor: Ivan Storchi für Bildung-Schweiz.ch, das unabhängige Schweizer Netzwerk für Aus- und Weiterbildung.
Redaktionell geprüft: August 2026