Berufsmatura in der Schweiz: Das Wichtigste auf einen Blick:
Die Berufsmaturität, oft Berufsmatura genannt, verbindet eine berufliche Grundbildung mit erweiterter Allgemeinbildung. Sie kann während der beruflichen Grundbildung als BM1 oder nach dem EFZ als BM2 absolviert werden. Zusammen mit einem fachverwandten EFZ erfüllt sie die zentrale Zulassungsvoraussetzung für ein entsprechendes Bachelorstudium an einer Fachhochschule.
Die eidgenössische Berufsmaturität verbindet eine berufliche Grundbildung mit erweiterter Allgemeinbildung. Sie besteht aus einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) und einem eidgenössischen Berufsmaturitätszeugnis. Damit richtet sie sich insbesondere an Personen, die eine berufliche Grundbildung mit der Möglichkeit eines späteren Fachhochschulstudiums verbinden möchten.
Die Berufsmaturität kann auf drei Wegen erworben werden: während der beruflichen Grundbildung, nach Abschluss der beruflichen Grundbildung oder nach individueller Vorbereitung über die eidgenössische Berufsmaturitätsprüfung.
Im Unterschied zur gymnasialen Maturität baut die Berufsmaturität auf einer beruflichen Grundbildung auf. Die beiden Abschlüsse eröffnen deshalb unterschiedliche direkte Hochschulzugänge.
Die BM1 ist die Berufsmaturität während der beruflichen Grundbildung. Die BM2 wird nach einer abgeschlossenen beruflichen Grundbildung mit EFZ absolviert.
Bei der BM1 findet der Berufsmaturitätsunterricht parallel zur beruflichen Grundbildung statt. Lernende absolvieren somit gleichzeitig ihre Ausbildung für das EFZ und den zusätzlichen Berufsmaturitätsunterricht. Nach erfolgreichem Abschluss verfügen sie über das EFZ und das Berufsmaturitätszeugnis.
Die BM2 richtet sich an Personen, die bereits eine berufliche Grundbildung mit EFZ abgeschlossen haben. Sie holen die Berufsmaturität anschliessend nach. Je nach Schule und Angebot kann die BM2 in Vollzeit oder Teilzeit absolviert werden.
Daneben gibt es einen dritten Weg: Personen mit einem EFZ oder einer vom SBFI als gleichwertig anerkannten beruflichen Qualifikation können sich individuell auf die eidgenössische Berufsmaturitätsprüfung (EBMP) vorbereiten. Damit kann die Berufsmaturität auch ohne den Besuch eines anerkannten Berufsmaturitätsbildungsgangs erworben werden.
Die Zulassung zur Berufsmaturitätsschule ist in der Schweiz kantonal geregelt. Die Voraussetzungen unterscheiden sich deshalb je nach Kanton und danach, ob die Berufsmaturität während oder nach der beruflichen Grundbildung erworben wird.
Für die BM1 müssen die Voraussetzungen für eine berufliche Grundbildung erfüllt sein. Je nach Kanton können zusätzlich bestimmte schulische Leistungen oder eine Aufnahmeprüfung verlangt werden. Die konkreten Aufnahmeverfahren unterscheiden sich.
Für die BM2 ist eine abgeschlossene berufliche Grundbildung mit EFZ erforderlich. Auch hier bestimmen die kantonalen Vorschriften beziehungsweise die zuständigen Schulen die weiteren Aufnahmebedingungen.
Wer die Berufsmaturität über die eidgenössische Berufsmaturitätsprüfung erwerben möchte, benötigt ein EFZ oder eine vom SBFI als gleichwertig anerkannte berufliche Qualifikation. Vor der Anmeldung sollten deshalb die aktuellen Bedingungen beim zuständigen Kanton, bei der Berufsmaturitätsschule oder beim SBFI geprüft werden.
Die Berufsmaturität kennt in der Schweiz fünf Ausrichtungen, die auf bestimmte berufliche Grundbildungen und verwandte Fachbereiche der Fachhochschulen abgestimmt sind:
Welche Ausrichtung sinnvoll beziehungsweise vorgesehen ist, hängt insbesondere von der beruflichen Grundbildung und dem später angestrebten Fachhochschulbereich ab.
Der Berufsmaturitätsunterricht umfasst mindestens 1'440 Lektionen. Er verbindet allgemeine Grundlagen mit Inhalten, die auf die jeweilige Ausrichtung und den späteren Fachhochschulbereich abgestimmt sind.
Der Unterricht gliedert sich in drei Bereiche. Zum Grundlagenbereich gehören die erste Landessprache, eine zweite Landessprache, Englisch und Mathematik. Im Schwerpunktbereich werden je nach Ausrichtung weitere Fächer vertieft. Dazu können beispielsweise Naturwissenschaften, Mathematik, Wirtschaft und Recht, Finanz- und Rechnungswesen, Sozialwissenschaften oder gestalterische Fächer gehören.
Der Ergänzungsbereich erweitert die Ausbildung um zusätzliche allgemeinbildende Inhalte. Auch hier richtet sich die konkrete Fächerkombination nach der gewählten Ausrichtung. Hinzu kommt das interdisziplinäre Arbeiten, bei dem Kenntnisse und Kompetenzen aus verschiedenen Fachbereichen miteinander verbunden werden.
Seit dem 1. März 2026 gelten die neue Berufsmaturitätsverordnung und der neue Rahmenlehrplan für die Berufsmaturität vom 13. Juni 2025.
Die BM1 dauert so lange wie die drei- oder vierjährige berufliche Grundbildung. Eine BM2 dauert je nach Modell unterschiedlich lang; Vollzeitangebote dauern häufig etwa ein Jahr, Teilzeitangebote länger.
Bei der BM1 läuft der Berufsmaturitätsunterricht parallel zur beruflichen Grundbildung. Die zusätzliche Allgemeinbildung wird damit während der Ausbildung zum EFZ erworben.
Wer die Berufsmaturität nach dem EFZ als BM2 absolviert, kann je nach Schule zwischen unterschiedlichen Modellen wählen. Neben Vollzeitbildungsgängen bestehen Teilzeit- beziehungsweise berufsbegleitende Angebote. Die konkrete Dauer hängt vom jeweiligen Bildungsangebot ab.
Wer eine BM2 plant, kann deshalb verschiedene Berufsmaturitätsangebote in der Schweiz vergleichen. Neben der Dauer können sich beispielsweise Unterrichtszeiten, Aufnahmeverfahren und Kosten unterscheiden.
Eine Berufsmaturität in Verbindung mit einem fachverwandten EFZ erfüllt die zentrale Zulassungsvoraussetzung für ein entsprechendes Bachelorstudium an einer Fachhochschule.
Ist die berufliche Grundbildung nicht mit dem gewünschten Studienbereich verwandt, können zusätzliche Voraussetzungen gelten. Dazu kann insbesondere einschlägige Arbeitswelterfahrung gehören. Die konkreten Zulassungsbedingungen sind vom gewählten Fachbereich und Studiengang abhängig.
Für den allgemeinen Zugang zu universitären Hochschulen reicht die Berufsmaturität allein nicht aus. Mit bestandener Ergänzungsprüfung Passerelle eröffnet sie diesen Hochschulzugang. Wie die Passerelle aufgebaut ist, wer zugelassen wird und welche Prüfungsfächer vorgesehen sind, erklären wir auf der entsprechenden Topic-Seite.
Quellen
Autor: Ivan Storchi für Bildung-Schweiz.ch, das unabhängige Schweizer Netzwerk für Aus- und Weiterbildung.
Redaktionell geprüft: August 2026