Philosophische Akademie Luzern

Lektüreseminar: Moralischer Fortschritt

Ort

Zentralstrasse 9, 6002 Luzern

Start

15.10.2026, 19:15-20:45

Anmeldeschluss

15.09.2026

Dauer

5 Abende

Preis

200 für 5 Abende

Abschluss

Kein Abschluss


Hinweis zum Datenschutz

Die Philosophische Akademie Luzern plant für den Herbst 2026 ein weiteres Lektüreseminar zum Thema "Moralischer Fortschritt". 

Der Kurs wird erst ab einer Mindesteilnehmendenzahl von 9 geführt. Maximal um einen guten Diskussionsrahmen zu gewährleisten maximal 15 Personen teilnehmen. 

Klimakrise, zunehmende Polarisierung und ökonomische Unsicherheit, sich verschärfende
autokratische Tendenzen und geopolitische Konflikte scheinen gerade auch die Moral unter
Druck zu setzen. Mit Blick etwa auf Gerechtigkeit, Solidarität oder Wahrheitstreue lassen sich
heute womöglich sogar ethische Rückschritte verzeichnen. Zugleich sind wir angesichts
neuer Herausforderungen, des Vormarschs von KI etwa, akut dazu aufgerufen, über die
Gestaltung der Ethik der Zukunft nachzudenken. Einige der wichtigsten philosophischen
Fragen, die diese Entwicklungen aufwerfen, betreffen den Begriff des moralischen
Fortschritts selbst: Was ist moralischer Fortschritt? Wie ist er möglich? Woran bemisst er
sich? Und was bewirkt ihn?

Diese Fragen wollen wir miteinander erkunden. Dafür werden wir einen Überblicksartikel und
ausgewählte kurze Auszüge aus zwei neueren Werken und aus einem Klassiker lesen und
gemeinsam diskutieren:

o In «Moralischer Relativismus» (in: Stoecker / Neuhäuser / Rathers (Hg.): Handbuch
Angewandte Ethik, Metzler 2023) rekonstruiert Anne Burkard die philosophische
Debatte um die Frage, ob es in moralischen Fragen Objektivität gibt.

o In Moralischer Fortschritt in dunklen Zeiten (Ullstein 2020) argumentiert Markus Gabriel
gegen den ethischen Relativismus für die Existenz objektiver überzeitlicher moralischer
Tatsachen, an denen sich ethischer Fortschritt und Rückschritt allererst bemessen lässt.

o In «Moralische Wirklichkeit und moralischer Fortschritt» (in: Moralische Gefühle,
moralische Wirklichkeit, moralischer Fortschritt, Suhrkamp 2023) ergänzt Thomas Nagel
solche Argumente um die Überlegung, dass moralische Tatsachen uns Menschen nicht
immer schon zugänglich waren und dass die Bedingungen ihrer Zugänglichkeit eine
Geschichte haben, in deren Licht es heute falsch sein kann, Menschen vergangener
Epochen ihre moralische Blindheit und Immoralität auch vorzuwerfen.

o In seiner Einleitung zur Philosophie der Weltgeschichte von 1830/31 (in: Gesammelte
Werke, Band 18, Hamburg 1968ff) plädiert G.W.F. Hegel für einen engeren
Zusammenhang zwischen ethischen Tatsachen und der Geschichte der Bedingungen
ihrer Zugänglichkeit und fragt nach den in dieser Geschichte wirkenden Prinzipien.

Die ausgewählten Textauszüge werden den Teilnehmenden vor dem Lektüreseminar in
elektronischer Form zur Verfügung gestellt.

Voraussetzungen für die Teilnahme
Absolvierung von 3 Modulen an unserer Akademie oder ausreichende philosophische
Kenntnisse und die Bereitschaft, die Lektürearbeit zu leisten.

Zeit: 5 Abende von 19:15-20:45 (15. Oktober, 29. Oktober, 12. November, 26.
November und 10. Dezember 2026)

Kontakt

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